aufrappeln

GrammatikVerb · reflexiv
Aussprache
Worttrennungauf-rap-peln (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-rappeln
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich sich aufraffen
Beispiel:
er war hingefallen, rappelte sich aber (wieder) auf
bildlich
Beispiel:
sich wieder aufrappeln (= gesund werden)
übertragen alle Kräfte zusammennehmen
Beispiele:
du solltest dich endlich aufrappeln
ich habe mich heute aufgerappelt und bin in die Sprechstunde gegangen [WerfelAbituriententag199]
Wer sich aufrappeln konnte, kam [zur Versammlung] [SeghersAufstand1,42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rappeln · aufrappeln · Rappel · rappelig · Rappelkopf · rappelköpfig · rappelköpfisch
rappeln Vb. ‘klappern, rasseln’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich (mühsam) bewegen, sich aufraffen’ (18. Jh.) vereint in sich wohl einerseits lautnachahmendes, mit iterativem l-Suffix und Konsonantengemination gebildetes nd. rappeln ‘rasseln, klappern’ (vgl. entsprechendes mhd. raffeln ‘lärmen, klappern, schelten’ sowie engl. to rap ‘klopfen’) und andererseits zu mnd. rāpen ‘raffen’, md. rappen ‘gewaltsam an sich reißen’ (16. Jh.) gebildetes nd. rappeln ‘sich aufraffen, bewegen, an sich reißen’ (s. ↗raffen). Aus ‘lärmen’ entwickelt sich die Bedeutung ‘nicht recht bei Verstande, verrückt sein’ (18. Jh., doch wohl älter, s. unten rappelig, rappelköpfig); vgl. es rappelt bei jmdm. aufrappeln Vb. reflexiv ‘sich aufraffen’ (18. Jh.). Rappel m. ‘Verrücktheit, plötzlich aufsteigender Zorn’ (19. Jh.); älter mundartlich Rappel f. ‘Klapper, Flachsraufe’. rappelig Adj. ‘verrückt, nervös, unruhig’ (17. Jh.). Rappelkopf m. ‘eigensinniger, störrischer, zum Jähzorn neigender Mensch’, rappelköpfig Adj. ‘eigensinnig, störrisch, jähzornig’ und gleichbed. rappelköpfisch Adj. (alle 17. Jh.); vielleicht aus der Sprache der Pferdezüchter, wo rappelköpfisch ‘am Koller leidend’ neben kollerig gebraucht wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufrichten · ↗(sich) wieder beleben · ↗auferstehen · ↗aufleben · ↗erstarken · geheilt werden · ↗genesen · gesund werden · ↗gesunden  ●  (sich) aufrappeln  ugs. · ↗(sich) hochrappeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (wieder) ganz der Alte sein · (wieder) zur alten Form auflaufen · wieder (voll) da sein · zu neuen Kräften gekommen sein
Synonymgruppe
(sich) aufmachen (und) · ↗(sich) aufraffen · (sich) bemühen (um) · (sich) durchringen (zu) · ↗(sich) überwinden  ●  (den) inneren Schweinehund überwinden (und)  ugs. · (sich) aufrappeln  ugs. · ↗(sich) bequemen  ugs. · ↗(sich) hochrappeln  ugs. · den Arsch hochkriegen  derb, fig.
Assoziationen
  • (die) Güte haben (und / zu) · ↗(sich) bereitfinden · (sich) erbarmen (und / zu) · ↗(sich) herablassen · ↗(sich) herbeilassen · die Freundlichkeit besitzen (und / zu) · so freundlich sein (und / zu) · so freundlich sein (zu) · so gnädig sein (zu) · so lieb sein (und)  ●  ↗geruhen  veraltet · (sich) bemüßigt fühlen  geh. · (sich) bemüßigt sehen  geh. · belieben zu  geh., veraltet
  • (sich) zusammennehmen (und) · (sich) zusammenreißen (und) · ↗(sich) zwingen  ●  (sich) am Riemen reißen  ugs.
  • (all) seinen Mut zusammennehmen · (es) schaffen (zu) · (es) über sich bringen · (etwas) übers Herz bringen · (seinem) Herzen einen Stoß geben · (sich) ein Herz fassen · (sich) ein Herz nehmen (und) · (sich) einen Ruck geben (und) · ↗(sich) trauen · ↗(sich) überwinden · ↗wagen  ●  ↗(sich) ermannen  altertümelnd · über seinen (eigenen) Schatten springen  fig.
  • (eine) Entscheidung treffen · (einen) Entschluss fassen · ↗(sich) durchringen · ↗(sich) entschließen  ●  ↗(sich) entscheiden  Hauptform
  • aus dem Quark kommen  ugs., fig. · aus dem Schuh kommen  ugs., fig. · aus den Puschen kommen  ugs., fig. · aus der Hüfte kommen  ugs. · den Arsch hochkriegen  derb, fig. · den Hintern hochkriegen  ugs., fig. · in die Gänge kommen  ugs. · in die Hufe kommen  ugs. · in die Puschen kommen  ugs. · in die Pötte kommen  ugs. · in die Strümpfe kommen  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Italiener Mannschaft Niederlage Schnee Sturz Tief Torwart abwehren einmal endlich erneut flüchten langsam mühsam rappeln rasch rennen schnell stolpern stürzen weiterfahren weitermachen weiterspielen wieder zusammenbrechen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufrappeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber wenn man weiterleben will, muß man sich wieder aufrappeln.
Bild, 08.03.2006
Ich kroch noch ein Stück auf allen vieren weiter, dann rappelte ich mich auf.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 442
Und so richtig aufgerappelt hat er sich seitdem wohl nicht mehr.
Süddeutsche Zeitung, 12.01.1994
Der Mann kann sich wieder aufrappeln, er steht noch fest.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 6
Ich hatte mich aufgerappelt und seine Worte nur undeutlich gehört, aber später fielen sie mir nach und nach wieder ein.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 1
Zitationshilfe
„aufrappeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufrappeln>, abgerufen am 21.04.2019.

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