Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufrappeln

Grammatik Verb · reflexiv
Aussprache 
Worttrennung auf-rap-peln
Wortzerlegung auf- rappeln

Bedeutungsübersicht+

  1. [umgangssprachlich] sich aufraffen
    1. [bildlich] ...
    2. [übertragen] alle Kräfte zusammennehmen
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich sich aufraffen
Beispiel:
er war hingefallen, rappelte sich aber (wieder) auf
bildlich
Beispiel:
sich wieder aufrappeln (= gesund werden)
übertragen alle Kräfte zusammennehmen
Beispiele:
du solltest dich endlich aufrappeln
ich habe mich heute aufgerappelt und bin in die Sprechstunde gegangen [ WerfelAbituriententag199]
Wer sich aufrappeln konnte, kam [zur Versammlung] [ SeghersAufstand1,42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rappeln · aufrappeln · Rappel · rappelig · Rappelkopf · rappelköpfig · rappelköpfisch
rappeln Vb. ‘klappern, rasseln’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich (mühsam) bewegen, sich aufraffen’ (18. Jh.) vereint in sich wohl einerseits lautnachahmendes, mit iterativem l-Suffix und Konsonantengemination gebildetes nd. rappeln ‘rasseln, klappern’ (vgl. entsprechendes mhd. raffeln ‘lärmen, klappern, schelten’ sowie engl. to rap ‘klopfen’) und andererseits zu mnd. rāpen ‘raffen’, md. rappen ‘gewaltsam an sich reißen’ (16. Jh.) gebildetes nd. rappeln ‘sich aufraffen, bewegen, an sich reißen’ (s. raffen). Aus ‘lärmen’ entwickelt sich die Bedeutung ‘nicht recht bei Verstande, verrückt sein’ (18. Jh., doch wohl älter, s. unten rappelig, rappelköpfig); vgl. es rappelt bei jmdm. aufrappeln Vb. reflexiv ‘sich aufraffen’ (18. Jh.). Rappel m. ‘Verrücktheit, plötzlich aufsteigender Zorn’ (19. Jh.); älter mundartlich Rappel f. ‘Klapper, Flachsraufe’. rappelig Adj. ‘verrückt, nervös, unruhig’ (17. Jh.). Rappelkopf m. ‘eigensinniger, störrischer, zum Jähzorn neigender Mensch’, rappelköpfig Adj. ‘eigensinnig, störrisch, jähzornig’ und gleichbed. rappelköpfisch Adj. (alle 17. Jh.); vielleicht aus der Sprache der Pferdezüchter, wo rappelköpfisch ‘am Koller leidend’ neben kollerig gebraucht wird.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufrichten · (sich) erholen · (sich) wieder beleben · auferstehen · aufleben · erstarken · geheilt werden · genesen · gesund werden · gesunden  ●  (sich) aufrappeln  ugs. · (sich) hochrappeln  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(sich) aufmachen (und) · (sich) aufraffen · (sich) bemühen (um) · (sich) durchringen (zu) · (sich) überwinden  ●  (den) inneren Schweinehund überwinden (und)  ugs. · (sich) aufrappeln  ugs. · (sich) bequemen  ugs. · (sich) hochrappeln  ugs. · den Arsch hochkriegen  derb, fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufrappeln‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufrappeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufrappeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich kroch noch ein Stück auf allen vieren weiter, dann rappelte ich mich auf. [Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 442]
Der Mann kann sich wieder aufrappeln, er steht noch fest. [Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 6]
Und so jemand rappelt sich immer wieder auf, wenn er gestolpert ist. [Die Zeit, 27.01.2003 (online)]
Zuerst sei sie in ein schwarzes Loch gefallen, aber nun habe sie sich wieder aufgerappelt. [Die Zeit, 11.03.1994, Nr. 11]
An meiner Frau kann ich mich auch nicht mehr aufrappeln. [Die Zeit, 03.10.1980, Nr. 41]
Zitationshilfe
„aufrappeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufrappeln>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
aufranken
aufragen
aufraffen
aufquietschen
aufquieken
aufratschen
aufrauchen
aufrauen
aufrauschen
aufrebbeln