aufrechterhalten

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung auf-recht-er-hal-ten
Wortzerlegung aufrecht erhalten
Wortbildung  mit ›aufrechterhalten‹ als Erstglied: Aufrechterhaltung
eWDG

Bedeutung

etw. im bisherigen Zustand erhalten, den bisherigen Zustand beibehalten
Beispiele:
die Ordnung, Ruhe, den Frieden im Lande aufrechterhalten
sein Ansehen, seine Autorität, seinen guten Ruf aufrechterhalten
eine Verbindung, einen Kontakt, ein Verhältnis, einen Vertrag aufrechterhalten
eine Fiktion, Täuschung, den Schein aufrechterhalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

recht · Rechte · rechts · aufrecht · aufrechterhalten · rechtfertigen · rechtgläubig · rechtschaffen · Rechtschreibung
recht Adj. ‘richtig, dem Recht, den Gesetzen entsprechend, gut’, vgl. auch rechte Seite (‘äußere, obere Seite’) von Stoffen, Wäschestücken, (nur attributiv der rechte, ein rechter) ‘auf der Seite befindlich, die beim Menschen der Herzseite gegenüberliegt’, politisch ‘zur Rechten gehörend’ (s. unten Rechte f.), ahd. reht ‘recht, gerecht, berechtigt, richtig, gerade, einfach, gut, wirklich, zutreffend, wahr’ (8. Jh.), mhd. reht ‘in gerader Linie, gerade, Sitte, Recht entsprechend, gerecht, gehörig, wahrhaft, wirklich, eigentlich’, asächs. reht ‘recht, gerecht, richtig, wahr, gut, gerade, eben’, mnd. recht ‘gerade, aufrecht, richtig, genau, passend, wahr, eigentlich, gesetzmäßig, rechtmäßig, gerecht, auf der der Herzseite gegenüberliegenden Seite befindlich’, mnl. nl. recht, afries. riucht, aengl. riht, engl. right, anord. rēttr, schwed. rätt, got. raíhts führen auf germ. *rehta- und wie awest. rāšta ‘gerade’, griech. orektós (ὀρεκτός) ‘ausgestreckt, erwünscht, ersehnt’ (zu orégein, ὀρέγειν ‘(die Hand) hinstrecken, darreichen, sich strecken, zu erreichen suchen’), lat. rēctus ‘gerade, richtig, recht, aufrecht, regelrecht, schlicht, einfach, rechtschaffen, tugendhaft, sittlich’ (zu lat. regere ‘geraderichten, lenken, leiten, herrschen’) als to-Partizipialbildungen und mit anord. rēttr ‘Recht, Rechtsanspruch’ (germ. *rehtu-), air. recht ‘Ordnung, Gesetz, Recht’ als tu-Stämmen auf eine Wurzel ie. *reg̑- ‘gerade, geraderichten, lenken, recken, strecken, aufrichten’, wozu auch aind. ṛ́jyati, ṛñjáti ‘streckt sich, eilt’, irajyáti ‘ordnet an, lenkt’, rā́ṭ ‘König’, lat. rēx ‘Lenker, König’, air. reg-, rig- ‘ausstrecken’, (Genitiv rīg) ‘König’ gehören; s. ferner rank, recken, Rechen, rechnen, Reich, richten. Die ursprüngliche Bedeutung ‘geradegerichtet’ ist erhalten in rechter Winkel, Reckteck, aufrecht, senkrecht, waagerecht. Die heute geläufige Verwendung als Gegenwort zu link (s. d.) entwickelt sich in spätmhd. Zeit aus der Vorstellung des Gebrauchs der rechten Hand als geeignet, als richtig, gleichbed. ahd. zeso (8. Jh.), mhd. zese (flektiert ahd. zesawēr, mhd. zes(e)wer) ablösend. Vgl. dazu die übertragene Fügung rechte Hand ‘unentbehrlicher Helfer’ (17. Jh.), älter rechter Arm (16. Jh.), vgl. mhd. er was mīn zesewe hant. Rechte f. ‘rechte Hand, rechter Arm’ (16. Jh.), seit dem 19. Jh. auch ‘politische Gruppe, Strömung, Partei (in einem parlamentarischen Staat), die konservative Ziele verfolgt’, im Anschluß an frz. la droite ‘die Rechte’, nach der Sitzordnung im Parlament, wo seit der französischen Restaurationszeit die konservativen Parteien ihre Plätze vom Präsidenten aus gesehen rechts innehatten. rechts Adv. ‘auf der rechten Seite’ (16. Jh.), ‘politisch zur Rechten gehörend’ (19. Jh.), hervorgegangen aus dem Genitiv Sing. des Adjektivs; vgl. ahd. (9. Jh.), mhd. rehtes ‘in rechter Weise, richtig’. aufrecht Adj. ‘gerade, aufgerichtet, rechtschaffen, redlich, unbestechlich’, ahd. ūfreht ‘aufgerichtet’ von der Körperhaltung (um 1000), mhd. ūfreht ‘gerade aufwärts gerichtet, aufrecht, emporstrebend, schlank, ohne Falsch’; in der Bedeutung ‘redlich, offenherzig, unbestechlich’ seit dem 18. Jh. mit aufrichtig (s. d.) konkurrierend; aufrechterhalten Vb. ‘bestehen lassen, an etw. festhalten’ (16. Jh.). rechtfertigen Vb. ‘die Berechtigung eines Tuns, Handelns nachweisen, erklären’, reflexiv ‘sich von einem Verdacht befreien, nachweisen, daß etw. berechtigt ist’, mhd. rehtvertegen, rehtvertigen ‘ausfertigen, übergeben, von einer Schuld befreien, vor Gericht vertreten, verteidigen, gerichtlich behandeln, bestrafen’, abgeleitet von mhd. rehtvertec, rehtvertic ‘gerecht, rechtmäßig, rechtschaffen, übereinstimmend mit’. rechtgläubig Adj. ‘strenggläubig, orthodox’, eigentlich ‘richtig gläubig’ (15. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. orthodoxus (s. orthodox). rechtschaffen Adj. ‘ehrlich, redlich, anständig, pflichtbewußt, groß, stark, sehr’ (16. Jh.), eigentlich ‘richtig, gut beschaffen’, älter auch rechtgeschaffen (16. Jh.). Rechtschreibung f. ‘Lehre von der richtigen Schreibung der Wörter, Orthographie’ (2. Hälfte 16. Jh.), Übersetzung von griech.-lat. orthographia (s. Orthographie); vgl. ahd. rehtscrībāri ‘wer richtig schreibt’ (Hs. 12. Jh., für griech.-lat. orthographus).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufrechterhalten · beibehalten · in Gang halten
Synonymgruppe
(etwas) unbeirrt fortsetzen · (jemanden) nicht anfechten · (sich) nicht abbringen lassen (von) · (sich) nicht beirren lassen · (unbeirrt) weitermachen wie bisher · aufrechterhalten · bleiben (bei) · dabei bleiben · fest im Blick behalten · festhalten an · nicht abgehen von · nicht ablassen von · nicht aus den Augen verlieren · seiner Linie treu bleiben · standhaft bleiben  ●  (sich) nicht aus dem Konzept bringen lassen  fig. · Kurs halten  fig.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
(Druck) aufrechterhalten · (Ziel) nicht aus den Augen verlieren · dranbleiben · nicht aufgeben · nicht lockern · nicht nachlassen · nicht ruhen und rasten (bis) · weiterverfolgen  ●  durchhalten  Hauptform · am Ball bleiben  ugs., fig. · dran bleiben  ugs. · nicht locker lassen  ugs. · nicht schlappmachen  ugs.
Synonymgruppe
(weiter) aufrechterhalten (Aussage, Behauptung) · beharren auf · bestehen auf · bleiben bei · nicht abzubringen sein von · steif und fest behaupten  ●  Stein und Bein schwören  geh., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufrechterhalten (den Betrieb einer Anlage z.B.) · dafür sorgen, dass etwas nicht ins Stocken gerät · in Gang halten (Gespräch) · nicht ausgehen lassen (Maschine, Feuer/Heizung) · nicht versiegen lassen (Unterhaltung) · unterhalten (Feuer) · wachhalten (Gedenken)  ●  am Laufen halten (Motor / Betrieb)  auch figurativ

Typische Verbindungen zu ›aufrechterhalten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufrechterhalten‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufrechterhalten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weil er gut sein möchte, muß ich die Disziplin aufrechterhalten. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 252]
Nationale Sicherheit lasse sich nicht mehr allein durch militärische Macht aufrechterhalten. [Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 330]
Die Regierung sei nicht mehr in der Lage, die Ordnung aufrechtzuerhalten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1997]]
Ihr Land sei entschlossen, diese Unterstützung solange aufrechtzuerhalten, wie sie benötigt werde. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1987]]
Um das zu tun, müssen wir eine Position der unbezweifelbaren Stärke aufrechterhalten. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1976]]
Zitationshilfe
„aufrechterhalten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufrechterhalten>.

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