aufrollen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung auf-rol-len
Wortzerlegung auf- rollen
Wortbildung  mit ›aufrollen‹ als Erstglied: Aufrollung
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. Zusammengerolltes öffnen, entfalten
Beispiele:
die Fahne aufrollen und heraushängen
eine Landkarte, einen Teppich aufrollen
ein altes Pergament aufrollen und betrachten
übertragen etw. (in seinem vollen Umfange) zur Sprache bringen
Beispiele:
eine Frage, ein Problem, ein Thema, einen Prozess aufrollen
Das ganze bombastische … Wesen des kaiserlichen Deutschland wird schonungslos in diesem Buch aufgerollt [ TucholskyGanz anders151]
2.
etw. zu einer Rolle wickeln, zusammenrollen
Beispiele:
die Fahne aufrollen und wegstellen
eine Landkarte, einen Teppich, ein Pergament, eine Zeichnung aufrollen
eine Zeltbahn, Mullbinde, Wäscheleine aufrollen
3.
Beispiel:
die Hemdsärmel, seine Hosen aufrollen (= hochrollen, in die Höhe krempeln)
4.
Beispiele:
eine Schiebetür aufrollen (= durch Rollen öffnen)
Darauf ging sie langsam zur Tür, rollte sie auf [ F. HuchPitt45]
5.
Militär, übertragen
Beispiel:
die feindliche Front, Stellung, den Feind aufrollen (= von der Seite her angreifen und zum Weichen bringen)

Thesaurus

Synonymgruppe
aufrollen · zusammenrollen
Synonymgruppe
aufrollen · aufspulen · aufwickeln
Synonymgruppe
die Puppen zum Tanzen bringen · in Begeisterung versetzen  ●  (etwas) aufrollen  fig. · (im Sturm) einnehmen  fig. · (sich) holen  fig. · (etwas) rocken  ugs., jugendsprachlich, Hauptform

Typische Verbindungen zu ›aufrollen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufrollen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufrollen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist nicht meine Absicht, die gesamten philosophischen Probleme, wie sie aus dem biologischen Unterricht erwachsen, hier aufzurollen. [Pädagogisches Archiv, 1914, Nr. 2, Bd. 56]
Es ist mir außerordentlich peinlich gewesen, diese Dinge nochmals aufzurollen. [Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 3959]
Es ist nicht einfach, nach einem halben Jahrhundert noch einmal ein Verfahren aufzurollen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1994]]
Es sei daher seine Pflicht gewesen, das marokkanische Problem neuerlich aufzurollen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1952]]
Keine Note wird fehlen, aber er rollt den Fall neu auf. [Die Zeit, 21.06.2012, Nr. 25]
Zitationshilfe
„aufrollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufrollen>.

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