aufrollen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-rol-len
Wortzerlegungauf-rollen
Wortbildung mit ›aufrollen‹ als Erstglied: ↗Aufrollung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. Zusammengerolltes öffnen, entfalten
Beispiele:
die Fahne aufrollen und heraushängen
eine Landkarte, einen Teppich aufrollen
ein altes Pergament aufrollen und betrachten
übertragen etw. (in seinem vollen Umfange) zur Sprache bringen
Beispiele:
eine Frage, ein Problem, ein Thema, einen Prozess aufrollen
Das ganze bombastische ... Wesen des kaiserlichen Deutschland wird schonungslos in diesem Buch aufgerollt [TucholskyGanz anders151]
2.
etw. zu einer Rolle wickeln, zusammenrollen
Beispiele:
die Fahne aufrollen und wegstellen
eine Landkarte, einen Teppich, ein Pergament, eine Zeichnung aufrollen
eine Zeltbahn, Mullbinde, Wäscheleine aufrollen
3.
Beispiel:
die Hemdsärmel, seine Hosen aufrollen (= hochrollen, in die Höhe krempeln)
4.
Beispiele:
eine Schiebetür aufrollen (= durch Rollen öffnen)
Darauf ging sie langsam zur Tür, rollte sie auf [F. HuchPitt45]
5.
Militär, übertragen
Beispiel:
die feindliche Front, Stellung, den Feind aufrollen (= von der Seite her angreifen und zum Weichen bringen)

Thesaurus

Synonymgruppe
aufrollen · ↗zusammenrollen
Synonymgruppe
aufrollen · ↗aufspulen · ↗aufwickeln
Synonymgruppe
die Puppen zum Tanzen bringen · in Begeisterung versetzen  ●  (etwas) aufrollen  fig. · ↗(im Sturm) einnehmen  fig. · ↗(sich) holen  fig. · ↗(etwas) rocken  ugs., jugendsprachlich, Hauptform

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dopingfall Fall Familiengeschichte Feld Formfehler Genehmigungsverfahren Indizienprozess Kampfpreis Kriminalfall Landgericht Mannesmann-Prozess Mordfall Mordprozess Planfeststellungsverfahren Prozeß Rückblende Senna-Prozess Strafkammer Strafprozeß Strafverfahren Verfahren Verfahrensfehler Vergabeverfahren Weltmarkt Zehennagel einmal her nochmals rollen rückwärts

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufrollen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir wollen den Fall hier nicht noch einmal aufrollen, aber Sie fühlen sich doch immerhin völlig unschuldig.
Der Tagesspiegel, 16.11.2003
Fast 25 Jahre nach dem Überfall wird sie das damalige Geschehen in Wien detailliert aufrollen müssen.
Die Welt, 14.10.2000
Es ist mir außerordentlich peinlich gewesen, diese Dinge nochmals aufzurollen.
Friedländer, Hugo: Der Beleidigungsprozeß des Berliner Stadtkommandanten, Generalleutnant z.D. Graf Kuno von Moltke gegen den Herausgeber der »Zukunft« Maximilian Harden. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 3959
Es ist nicht meine Absicht, die gesamten philosophischen Probleme, wie sie aus dem biologischen Unterricht erwachsen, hier aufzurollen.
Pädagogisches Archiv, 1914, Nr. 2, Bd. 56
Er zog sein Bein hoch und rollte die Hose auf.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 948
Zitationshilfe
„aufrollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufrollen>, abgerufen am 16.12.2019.

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