aufschieben

GrammatikVerb · schob auf, hat aufgeschoben
Aussprache
Worttrennungauf-schie-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-schieben
Wortbildung mit ›aufschieben‹ als Erstglied: ↗Aufschieberitis · ↗Aufschiebeverhalten · ↗Aufschiebung · ↗aufschiebbar
 ·  mit ›aufschieben‹ als Grundform: ↗Aufschub
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. auf einen späteren Zeitpunkt verlegen, etw. hinausschieben
Beispiele:
eine Entscheidung, einen Besuch, eine Reise aufschieben
er hat seine Abreise aufgeschoben
die Operation lässt sich nicht länger aufschieben
dieses wichtige Schreiben kann nicht länger aufgeschoben werden
seine Verlobung, Hochzeit aufschieben
etw. von einem zum anderen Tag aufschieben
sprichwörtlich aufgeschoben ist nicht aufgehoben
2.
Gegenwort zu zuschieben
Beispiele:
eine Schiebetür, Waggontür aufschieben (= durch Schieben öffnen)
den Riegel aufschieben (= zurückschieben)

Thesaurus

Synonymgruppe
(es) nicht eilig haben (mit) · (zeitlich) nach hinten schieben · Zeit verstreichen lassen · aufschieben · ↗hinausschieben · ↗retardieren · ↗verdrängen · ↗verschieben · ↗verschleppen · ↗verzögern · ↗zurückhalten  ●  (etwas) auf Eis legen  fig. · ↗(etwas) liegen lassen  fig. · (etwas) (sehr) ruhig angehen lassen  ugs. · auf die lange Bank schieben  ugs., fig. · ↗hintanstellen  geh. · ↗prokrastinieren  fachspr. · vor sich herschieben  ugs., fig., Hauptform
Assoziationen
  • Aufschiebeverhalten · Erledigungsblockade · Handlungsaufschub  ●  ↗Aufschieberitis  ugs. · Procrastination  fachspr. · ↗Prokrastination  fachspr.
  • (sich) gedulden · (sich) in Geduld fassen · (sich) in Geduld üben · ↗abpassen · ↗abwarten · ↗ausdauern · ↗ausharren · ↗beharren · ↗harren · ↗zuwarten  ●  ↗warten  Hauptform · nicht ungeduldig werden  ugs. · ↗teufen  ugs., plattdeutsch, regional
  • (die Dinge) auf sich zukommen lassen · ↗(einfach) abwarten · keine vorschnelle(n) Entscheidung(en) treffen (wollen)  ●  Abwarten und Tee trinken.  Spruch · nicht übers Knie brechen (wollen)  fig. · Erst tun mer mal garnix, dann schau'n mer mal, und dann wer'n mer scho' seh'n.  ugs., scherzhaft, süddt., Spruch, variabel · abwarten!  ugs., variabel · der Dinge harren, die da kommen (werden / mögen / sollen)  geh., Redensart · ma kucken!  ugs., ruhrdt. · schau'n mer mal!  ugs., Spruch
  • auf unbestimmte Zeit · bis Ultimo · bis ultimo · bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag  ●  ad ultimo  geh., lat.
  • (abwarten bis) Gras über etwas gewachsen ist · ↗aussitzen (wollen) · darauf spekulieren, dass etwas (mit der Zeit) vergessen wird  ●  Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen.  sprichwörtlich, variabel · hoffen, dass sich etwas von selbst erledigt  variabel
  • Frist (bis zu ...) verlängern · ↗aussetzen · ↗ruhen (lassen) · ↗unterbrechen · ↗vertagen · ↗zurückstellen
  • (sich) die Zeit vertreiben · Zeit verschwenden · ↗vertrödeln (Zeit) · ↗vertun (seine Zeit) · ↗vertändeln (Zeit)  ●  Zeit totschlagen  ugs.
  • (sich) (endlos) in die Länge ziehen · ↗(sich) hinschleppen · ↗(sich) hinziehen · kein Ende finden · kein Ende nehmen · nicht zum Ende kommen  ●  (sich) ziehen wie ein Kaugummi  ugs.
  • (künstlich) hinauszögern · Zeit gewinnen wollen · Zeit herausschinden · versuchen, Zeit zu gewinnen  ●  Zeit schinden  negativ · auf Zeit spielen  fig.
  • (sich) Zeit lassen  Hauptform · (sich) nicht überschlagen  ugs. · eine ruhige Kugel schieben  ugs., Redensart · es ruhig angehen lassen  ugs., Hauptform
  • auf einen späteren Termin (ver)legen · auf später verschieben · auf später vertagen · nach hinten schieben · nach hinten verlegen · ↗verschieben · ↗zurückstellen (bis zum)  ●  schieben  ugs., salopp, Jargon
  • bummelig · herumtrödelnd · ohne Eile · ↗saumselig
  • Schaffenskrise · ↗Schreibblockade · unproduktive Phase
  • bummelig  ugs. · ↗herumtrödeln(d)  ugs. · ↗saumselig  geh., veraltend · ↗säumig  geh. · trödelig  ugs. · verbummelt  ugs.
  • (leicht) über der Zeit · nicht fahrplangemäß · später als vorgesehen · ↗säumig · ↗unpünktlich · verspätet · zu spät · ↗überfällig

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschiebung Anschaffung Arztbesuch Baubeginn Börsenplan Entscheidung Exekution Familiengründung Geldmangel Hinrichtung Investition Investitionsentscheidung Investitionsvorhaben Kaufentscheidung Kinderkriegen Kinderwunsch Klärung Ratifizierung Reisevorhaben Reparatur Truppenabzug Unvermeidliche Vollstreckung Vollzug aufheben lange schieben solange stornieren vorerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufschieben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Um Flow zu erreichen, muss man vom Druck des aufgeschobenen Lebens frei sein.
Die Zeit, 08.09.2008, Nr. 36
Aufgeschoben sei in diesem Fall aufgehoben, heißt es in der Erklärung weiter.
Süddeutsche Zeitung, 12.11.1996
Diese acht Tage schiebe ich nun gar nicht gerne auf, denn die Atmosphäre ist wirklich gefährlich hier.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 18.01.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Er schob das Lid eines Auges auf und sah in den großen dunklen Stern.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 1008
Muß man den Deckel aufdrehen, aufklappen, aufdrücken, aufschieben, aufstoßen oder aufpressen?
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 68
Zitationshilfe
„aufschieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufschieben>, abgerufen am 20.03.2019.

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