aufschlüsseln

GrammatikVerb
Worttrennungauf-schlüs-seln
Wortzerlegungauf-schlüsseln
Wortbildung mit ›aufschlüsseln‹ als Erstglied: ↗Aufschlüsselung
eWDG, 1967

Bedeutung

ein komplexes Ganzes nach einem bestimmten Verhältnis aufteilen
Beispiele:
ein Stoffgebiet nach einer Disposition aufschlüsseln
beim Toto wird die ausgespielte Summe nach der Anzahl der Gewinner aufgeschlüsselt
DDReinen Plan auf die einzelnen Betriebe, Abteilungen, Brigaden aufschlüsseln (= die Planaufgaben den einzelnen Betrieben, Abteilungen, Brigaden zuordnen)
eine nach Gemeinden aufgeschlüsselte Liste
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schlüssel · verschlüsseln · entschlüsseln · aufschlüsseln · Schlüsselbein · Schlüsselblume
Schlüssel m. ‘zu einem Schloß gehöriges und dadurch zum Sperren oder Öffnen dienendes Gerät’, auch ‘schlüsselartiges Drehwerkzeug’ (z. B. Schraubenschlüssel). Mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen germ. -ila- gebildetes und nur kontinentalwestgerm. bezeugtes ahd. sluʒʒil (9. Jh.), mhd. slüʒʒel, asächs. slutil, mnd. slȫtel, slöttel, mnl. slotel, nl. sleutel, afries. sletel (westgerm. *slutila-) steht ablautend neben dem unter ↗schließen (s. d.) behandelten Verb. Schlüssel gilt vielfach schon seit mhd. Zeit als Zeichen und Symbol von (amtlicher) Würde, Gewalt, Dienstbarkeit und steht danach sinnbildlich für Macht. Ferner wird das Substantiv übertragen auf Handlungen und Verhaltensweisen, die Geneigtheit und Sympathie erwecken, also Zugang zu Vertrauen und Liebe (vgl. mhd. der slüʒʒel sīner minne) ermöglichen, und auf die innere Bereitschaft und Fähigkeit, die Gedanken, Pläne, Wissen erschließt (vgl. Schlüssel des Erkentnis Luther, nach spätlat. clāvis scientiae der Bibel). In erweitertem Sinne tritt es für Auffassung und Verständnis erschließende Zeichen bzw. Zeichensysteme ein, z. B. ‘Notenschlüssel’ (13. Jh.), ‘Zeichenkodex zur Entzifferung einer Geheimschrift, Erklärung für ein Geheimnis’ (18. Jh.). verschlüsseln Vb. ‘chiffrieren, in Geheimzeichen umsetzen’, entschlüsseln Vb. ‘dechiffrieren’, aufschlüsseln Vb. ‘nach einem bestimmten, vorgegebenen System aufgliedern’ (alle 20. Jh.). Schlüsselbein n. Bezeichnung des paarigen, vom oberen Brustbein zum Schulterblatt führenden Knochens (17. Jh.), eine Übersetzung von medizin.-lat. clāvīcula (lat. ‘Schlüsselchen’, spätlat. auch ‘Fessel am Pferdefuß’) bzw. clāvis iugulī, wohl nach griech. klé͞is (κλείς) ‘Schlüssel’ und ‘Schlüsselbein’, da griechische Ärzte die Bezeichnung für einen S-förmigen Schlüssel zum Öffnen von Schlössern mit Fallriegeln auf die Form des Knochens übertragen. Älter Schlüssel der Brust (um 1600). Schlüsselblume f. in ihrer Blütenform Schlüsseln ähnliche Primelart (15. Jh.); s. ↗Himmelschlüssel.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgliedern · aufschlüsseln · ↗aufspalten · ↗kategorisieren · kleinarbeiten · ↗untergliedern · ↗unterteilen  ●  ↗herunterbrechen  ugs.
Synonymgruppe
Bilanz machen · Bilanz ziehen · aufschlüsseln · ↗bilanzieren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anspielung Bestandteil Betrag Bezug Bundesländer Detail Einnahme Gebühr Geschlecht Geschäftsbericht Herkunft Inhalt Kategorie Komponente Kosten Rechnung Sparanteil Statistik Summe Tabelle Vergütung detailliert erstmals exakt folgendermaßen genau her man schlüsseln zusammenfassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufschlüsseln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zahlen mochte er auch auf Nachfrage nicht weiter aufschlüsseln.
Süddeutsche Zeitung, 13.06.2000
Es ist anschaulich verfaßt, spannend aufgeschlüsselt, fair austariert, rundum eine lehrreiche Lektüre.
Die Zeit, 14.03.1997, Nr. 12
Wir hätten das zweifellos bereits in der Donnerstagausgabe derart aufschlüsseln müssen.
Die Welt, 02.02.2002
Ihnen gegenüber von der Natur eines Wortes zu sprechen, heißt seine Etymologie aufschlüsseln.
Burger, Hermann: Die künstliche Mutter, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1986 [1982], S. 136
Nach Bestätigung oder Änderung der Bilanz durch den Ministerrat werden die dort enthaltenen Kennziffern für die einzelnen Bereiche aufgeschlüsselt.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - U. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 21331
Zitationshilfe
„aufschlüsseln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufschlüsseln>, abgerufen am 16.11.2019.

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