aufschwingen

Grammatik Verb · reflexivschwingt sich auf, schwang sich auf, hat sich aufgeschwungen
Aussprache 
Worttrennung auf-schwin-gen
Wortzerlegung auf-schwingen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich in die Höhe schwingen
Beispiel:
dichterischder Aar schwingt sich auf in die Lüfte
bildlich
Beispiele:
In ihm schwang sich ein Jauchzen auf [ Th. MannKröger9,254]
Zögernd schwangen sich die Töne auf [ Hausm.Überfall225]
2.
übertragen sich zu etw. aufschwingen
a)
sich zu etw. hocharbeiten
Beispiele:
er hat sich im Wettbewerb zu einer beachtlichen Höhe aufgeschwungen
Mine hatte sich ... zu einer gewissen Autorität aufgeschwungen [ ViebigTägl. Brot233]
b)
sich zu etw. aufwerfen
Beispiel:
er hat sich zum Herrscher, Diktator aufgeschwungen
c)
umgangssprachlich sich zu etw. aufraffen
Beispiele:
sich endlich zu einem Brief aufschwingen
sie schwangen sich nach langer Zeit wieder einmal zu einem Kinobesuch, Theaterbesuch auf
sich zu einer Rede, einem Trinkspruch, Entschluss aufschwingen

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) erheben · aufschwingen · ↗aufsteigen · ↗fliegen · ↗gleiten · ↗schweben · ↗segeln
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich einer Sache) erdreisten · ↗(sich etwas) anmaßen · ↗(sich etwas) herausnehmen · ↗(sich) erkühnen · ↗(sich) erlauben · (sich) nicht scheuen (zu) · die Unverfrorenheit haben  ●  (sich) aufschwingen (zu)  fig. · ↗(die) Nerven haben  ugs. · (frech) das Haupt erheben  geh., fig. · ↗(sich etwas) leisten  ugs. · ↗(sich) erfrechen  geh., veraltet · ↗(sich) unterstehen  ugs. · die Chuzpe besitzen  geh. · die Chuzpe haben  geh. · die Frechheit haben  ugs. · die Stirn haben  ugs. · so frei sein (zu)  geh., ironisch
Assoziationen
  • (einer Sache) trotzen · (etwas) nicht auf sich sitzen lassen · (sich) (etwas) nicht gefallen lassen · ↗(sich) erwehren · (sich) seiner Haut zu wehren wissen · ↗(sich) sträuben · ↗(sich) verteidigen · ↗(sich) widersetzen · (sich) zur Wehr setzen · Trotz bieten · Widerstand leisten · die Stirn bieten · ↗widerstehen  ●  (sich) auf die Hinterbeine stellen  fig. · (sich) nichts gefallen lassen  Hauptform · ↗(sich) wehren  Hauptform · wider den Stachel löcken  geh., veraltend
  • frech werden · patzige Antworten geben · ↗provozieren  ●  Widerworte geben  ugs. · wider den Stachel löcken  geh., veraltet
  • (sich) aufführen (als) · ↗(sich) darstellen · (sich) gefallen in der Pose (des/eines/der/einer) · (sich) gefallen in der Rolle (des/eines/der/einer) · ↗(sich) in die Pose eines (einer ...) werfen · (sich) inszenieren (als) · ↗(sich) präsentieren  ●  (sich) gerieren (als)  geh.
  • Sie werden entschuldigen, aber (...) · ich bin so frei · in aller Bescheidenheit (adverbial) · nehmen Sie's mir nicht übel (aber) · wenn Sie gestatten · wenn Sie nichts dagegen haben · wenn ich (so) ehrlich sein darf  ●  wenn Sie erlauben  Hauptform · wenn ich mir die(se) Bemerkung erlauben darf  variabel · Ich hab da mal ne ganz blöde Frage: (...)  ugs., Spruch · Sie werden gestatten, dass (...)  geh. · Tschuldigung, aber (...)  ugs. · bei allem Respekt (, aber)  geh. · halten zu Gnaden (veraltet, heute ironisierend)  geh. · ich will ja nix sagen, aber (...)  ugs. · mit Ihrer (gütigen) Erlaubnis  geh. · ↗mit Verlaub  geh. · ↗sit venia verbo  geh., lat. · wenn's recht ist  ugs.
  • (ein) Risiko auf sich nehmen · (ein) Wagnis eingehen · ↗(etwas) riskieren · ↗(etwas) wagen · (sein) Glück herausfordern · (sein) Schicksal herausfordern · ↗(sich) trauen · (sich) wagen (an) · Risiken eingehen · es auf einen Versuch ankommen lassen · es wissen wollen · mutig sein  ●  (ein) Risiko eingehen  Hauptform · (sich) auf dünnem Eis bewegen  fig. · auf schmalem Grat wandern  fig. · mit dem Feuer spielen  fig. · (sich) aus dem Fenster lehnen  ugs., fig. · es darauf ankommen lassen  ugs. · ganz schön mutig sein  ugs.
  • (sich) vorwagen  ●  (sich) aus dem Fenster hängen  fig. · ↗vorpreschen  fig.
  • (den) Mut haben (zu) · ↗(sich) trauen · ↗(sich) zutrauen · (so) mutig sein (zu) · es wagen  ●  ↗(sich) getrauen  veraltet · (den) Arsch in der Hose haben (zu)  ugs. · ↗(etwas) bringen  ugs. · die Stirn haben (zu)  geh., veraltend
  • (sich) hinwegsetzen (über) · ↗missachten · ↗zuwiderhandeln  ●  (etwas) Verbotenes tun  Hauptform · (ein) böses Kind sein  ugs., Kindersprache, variabel · böse sein  ugs., Kindersprache · mit Füßen treten (ein Recht)  ugs., fig. · vom süßen Gift (des / der ...) naschen  geh., ironisierend, literarisch
  • (sich) nicht stören an · keine Bedenken haben (zu) · nicht zögern (zu) · nichts dabei finden (zu) · nichts dagegen haben (zu)  ●  nicht anstehen (zu)  geh.
  • (eine) Anmaßung · unberechtigte Inanspruchnahme

Typische Verbindungen zu ›aufschwingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufschwingen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufschwingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings dürfe man sich in der Opposition nicht "zum parlamentarischen Arm der Bewegung" aufschwingen.
Die Welt, 04.10.2001
Gut, er war kein Tenor, aber aufschwingen konnte er sich.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 387
Mit kontrollierter Schönheit schwingt sich das Andante auf, dem "singbaren Geschmack" gemäß.
Der Tagesspiegel, 02.06.1998
Am ersten März schwang er sich zu einer unerwarteten Leistung von einhundertvier Tonnen auf.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 452
Für meinen Teil vermag ich mich nicht zu großen Hoffnungen aufzuschwingen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1941. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1941], S. 148
Zitationshilfe
„aufschwingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufschwingen>, abgerufen am 15.01.2021.

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