aufspielen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung auf-spie-len
Wortzerlegung auf-spielen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. zur Belustigung anderer, zum Tanz Musik machen
    1. [spöttisch, bildlich] ...
  2. 2. [umgangssprachlich, abwertend, übertragen] ⟨sich aufspielen⟩ sich wichtig tun, prahlen
    1. ⟨sich als jmd. aufspielen⟩ sich wie jmd. aufführen
  3. 3. [Sport] ein Spiel darbieten
eWDG

Bedeutungen

1.
zur Belustigung anderer, zum Tanz Musik machen
Beispiele:
auf einem Fest, bei jmds. Hochzeit aufspielen
die Kapelle spielte auf
Musikanten, die zur Weihnachtszeit in den heimischen Höfen aufspielten [ Th. MannZauberb.2,81]
spöttisch, bildlich
Beispiel:
Will der Herr Graf / Ein Tänzchen nun wagen, / Mag er's mir sagen, / Ich spiel’ ihm auf (= biete ihm Widerpart) [ MozartFigaroII 2]
2.
umgangssprachlich, abwertend, übertragen sich aufspielensich wichtig tun, prahlen
Beispiele:
spiel dich nur nicht so auf!
er spielte sich ja mächtig, gewaltig, Wunder wie auf
sich vor jmdm. aufspielen
sich als jmd. aufspielensich wie jmd. aufführen
Beispiel:
sich als großer Herr, Held, Kenner, Gönner, als jmds. Anwalt aufspielen
3.
Sport ein Spiel darbieten
Beispiel:
eindrucksvoll, selbstbewusst, glanzvoll, groß aufspielen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spiel · spielen · spielend · abspielen · aufspielen · zuspielen · Anspielung · Spieler · spielerisch · Spielmann · Spielraum · Spielsachen · Spielwaren · Spielzeug
Spiel n. ‘nicht auf Nutzen ausgerichtete, vergnügliche, mit Ernst betriebene Tätigkeit, Zeitvertreib, Vergnügen, Wettkampf’. Die Herkunft des nur kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (bzw. Verbs, s. unten) ahd. (9. Jh.), mhd. spil ‘Tanz, Zeitvertreib, Scherz, Unterhaltung, Vergnügen, Musik, Waffen-, Kampfspiel, Wettkampf’, asächs. spil, mnd. mnl. spel, spil, nl. spel, afries. spil, spel (schwed. spel, dän. spil, norw. spill sind wie aengl. spilian, schwed. spela, dän. spille Entlehnungen) ist unbekannt. Vom Substantiv westgerm. *spila- ist abgeleitet schwach flektierendes spielen Vb. ahd. spilōn (8. Jh.), mhd. spiln, spilen ‘Scherz treiben, sich vergnügen (mit Leibesübungen, Kampfspiel, Brett- oder Würfelspiel), sich lebhaft bewegen, fröhlich sein, musizieren’, asächs. spilon, mnd. spēlen, spillen, mnl. spēlen, nl. spelen, afries. spilia (westgerm *spilōn). Die Ausgangsbedeutung ist ‘Tanz, tänzerische Bewegung’ bzw. ‘tanzen, sich lebhaft bewegen’. Das Substantiv erscheint vielfach in festen Wendungen, vgl. das Spiel verderben ‘einen Spaß zunichte machen’, (mit) im Spiel sein ‘aktiv beteiligt sein, von Bedeutung sein’ (16. Jh.), die Hand mit im Spiel haben ‘beteiligt sein’, ins Spiel bringen ‘beteiligen, einbeziehen’ (18. Jh.). spielend Adv. ‘leicht, mühelos wie im Spiel’ (17. Jh.), eigentlich Part. Präs. zum oben genannten Verb. abspielen Vb. ‘probeweise durchspielen’ (16. Jh.), ‘etw. bis zum Ende darbieten’ (17. Jh.), ‘(sich) durch Spielen ermüden, abnutzen’ (17. Jh.), ‘abgewinnen’ im Spiel (17. Jh.), ‘von einer Vorlage spielen’ (19. Jh.), im Fußball ‘den Ball an den nächsten Spieler abgeben’, auch ‘eine Schallplatte, ein Tonband ablaufen lassen’ (20. Jh.), reflexiv ‘sich ereignen, vor sich gehen’ (Anfang 19. Jh.). aufspielen Vb. ‘(auf einem Instrument Musik) vortragen, musizieren’ (16. Jh.), reflexiv ‘sich in den Vordergrund rücken, großtun’ (19. Jh.). zuspielen Vb. ‘jmdm. etw. (heimlich) verschaffen, einen Vorteil zukommen lassen’ (17. Jh., ausgehend vom Kartenspiel). Anspielung f. ‘(versteckte) Andeutung’ (17. Jh.), nach gleichbed. lat. allūsio. Spieler m. ‘wer spielt’ (besonders Schauspieler), ‘wer ein Glücksspiel spielt’, ahd. spilāri ‘Handpaukenschläger, Tänzer, Gaukler, Schauspieler’ (um 900), mhd. spilære, spiler. spielerisch Adj. ‘ohne ernste Absicht, locker, leicht’ (17. Jh.), ‘wie ein Spieler’ (16. Jh.). Spielmann m. ‘volkstümlicher Musikant’ (16. Jh.), ‘Regimentsmusiker’ (18. Jh.), ahd. spilman ‘Spaßmacher, Schauspieler, Musiker’ (9. Jh.), mhd. spilman ‘fahrender Sänger, Musikant, Gaukler’. Spielraum m. ‘Bewegungsraum, Möglichkeit’ (18. Jh.); anfangs besonders das Verhältnis der Weite eines Geschützrohres zu dem angepaßten, die Gleitfähigkeit gewährenden Durchmesser des Geschosses. Spielsachen Plur. ‘für Kinder zum Spielen hergestellte Gegenstände’, Spielwaren Plur. ‘Spielsachen als Handelsgegenstand’ (beide 18. Jh.). Spielzeug n. ‘Spielsachen’ (17. Jh.), ‘Musikinstrument’ (17. Jh.), ‘Gewinnspiel, Brett-, Würfel-, Kartenspiel’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(Software) installieren · ↗aufsetzen · aufspielen · ↗ausrollen (neuer Systeme) · ↗bespielen (mit) · ↗einspielen  ●  draufbügeln  ugs.
Synonymgruppe
(die) Aufmerksamkeit auf sich ziehen · ↗(sich) (selbst) darstellen · (sich) aufspielen · (sich) in Szene setzen · (sich) in den Vordergrund schieben · (sich) in den Vordergrund spielen · ↗(sich) produzieren · ↗angeben  ●  (sich) inszenieren (als)  fig. · ↗posen  Neologismus · (seine) Show abziehen  ugs. · (sich) wichtig machen  ugs. · (sich) wichtig tun  ugs. · aufzufallen versuchen  ugs. · versuchen, aufzufallen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(das) große Wort führen · (eine) Schau machen · ↗(sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · ↗(sich) aufplustern · Eindruck schinden · große Reden schwingen · laut werden  ●  (sich) auf die Brust klopfen  fig. · (sich) aufs hohe Ross setzen  fig. · (sich) aufspielen  Hauptform · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs., regional · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs., fig. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs., fig. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) aufmandeln  ugs., bayr. · (sich) aufpupsen  derb · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Sprüche klopfen  ugs. · ↗auf den Putz hauen  ugs., fig. · auf die Kacke hauen  derb, fig. · ↗auf die Pauke hauen  ugs., fig. · auf die Pferde hauen  ugs., fig. · blärzen  ugs., regional · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · ↗dicketun  ugs. · ↗dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs., regional · ↗pranzen  ugs. · strunzen  ugs., regional · wichtigtun  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
aufspielen  ●  das musikalische Rahmenprogramm liefern  variabel · für die musikalische Untermalung sorgen  variabel
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufspielen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufspielen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufspielen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vermutlich haben Sie auf ihrem System auch Outlook 98 aufgespielt.
C't, 1999, Nr. 9
In allen Sälen spielen Bands zum Tanz auf, wobei mehr als 7000 Gäste erwartet werden.
Die Welt, 30.12.1999
Er kann sich als Herr aufspielen; sie werden seinen Namen weitertragen, sein Nachleben sichern.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 24
Es wurde für kleinlich angesehen von vornherein sich auf den »Mäßigen« aufzuspielen.
Gleichen-Russwurm, Alexander von: Der gute Ton. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1932], S. 21590
Die Kapelle spielte einen blechernen Schlußmarsch »Auf ins hintere Restaurant«.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 206
Zitationshilfe
„aufspielen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufspielen>, abgerufen am 23.01.2021.

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