Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufspringen

Grammatik Verb · springt auf, sprang auf, ist aufgesprungen
Aussprache 
Worttrennung auf-sprin-gen
Wortzerlegung auf- springen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. hochspringen, auffahren
    1. [gehoben, übertragen] plötzlich entstehen
  2. 2. auf etw. springen
  3. 3. sich plötzlich öffnen
    1. [gehoben] aufbrechen
    2. [Schneiderei] ⟨aufspringend⟩ aufklaffend
  4. 4. rau, rissig werden
eWDG

Bedeutungen

1.
hochspringen, auffahren
Beispiele:
plötzlich, behend, hastig, mit einem Ruck, jäh, lebhaft, wie elektrisiert, entsetzt, erbost von seinem Sitz, Platz, Lager aufspringen
die Gäste sprangen begeistert, entzückt von ihren Plätzen auf und klatschten Beifall
wütend sprang er auf wie von der Tarantel gestochen
gehoben, übertragen plötzlich entstehen
Beispiele:
ein Feuerschein, der Wind, ein Gerücht springt auf
Wut, Ärger, Jubel sprang in ihm auf (= kam plötzlich in ihm auf)
Ein langes Trompetensignal sprang auf (= ertönte plötzlich) [ WerfelMusa Dagh370]
2.
auf etw. springen
in gegensätzlicher Bedeutung zu abspringen
Beispiele:
auf einen anfahrenden Zug, Wagen aufspringen
als er auf die Straßenbahn aufsprang, rutschte er ab
Spring’ Er nur hinten mit auf [ EichendorffTaugenichts3,14]
3.
sich plötzlich öffnen
Beispiele:
die Türen und Fenster sprangen bei dem Windstoß auf
das Tor, die Pforte ist von selbst aufgesprungen
gehoben aufbrechen
Beispiele:
die Knospen sind über Nacht aufgesprungen
Da sind von Hall und Widerhall / Die Rosen aufgesprungen [ Storm3,25]
Schneiderei aufspringendaufklaffend
Grammatik: meist im Partizip I
Beispiele:
ein in lose Falten aufspringender Rock
ein Trägerrock mit aufspringenden Kellerfalten
4.
rau, rissig werden
Beispiele:
vom Frost, kalten Wind, von der Hitze ist ihre Gesichtshaut, sind ihre Lippen, Hände aufgesprungen
aufgesprungene Hände mit einer Creme einreiben

Thesaurus

Synonymgruppe
auffahren · aufschrecken · aufspringen · aufspringen wie von der Tarantel gestochen · emporfahren · emporschnellen · hochfahren · hochschnellen · hochschrecken · hochspringen · in die Höhe fahren · in die Höhe schnellen  ●  (plötzlich) senkrecht im Bett stehen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) plötzlich öffnen · auffliegen · aufschlagen · aufspringen (Deckel, Schloss, Klappe ...)  ●  (ruckartig) aufgehen  Hauptform · aufpoppen  ugs., IT-Technik
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›aufspringen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufspringen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufspringen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da wollten wir am liebsten aufspringen und den Juden gefangennehmen. [o. A.: Einunddreißigster Tag. Donnerstag, 10. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 8278]
Der Deckel springt auf: schon streckt er den Kopf hervor. [Ball, Hugo: Wedekind als Schauspieler. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 1101]
Sein Nachbar, den deutschen Ausweis noch immer in der Hand, springt auf. [Die Zeit, 04.06.1998, Nr. 24]
Da springt er auf, der strenge Erzieher, bricht es aus ihm heraus, wütend, atemlos. [Die Zeit, 26.12.1997, Nr. 1]
Man wird euch sicherlich vorwerfen, ihr versuchtet, auf einen fahrenden Zug aufzuspringen. [konkret, 1981]
Zitationshilfe
„aufspringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufspringen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
aufsprießen
aufsprengen
aufspreizen
aufsprayen
aufsplittern
aufspritzen
aufsprossen
aufsprudeln
aufsprühen
aufspulen