aufstecken

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-ste-cken
Wortzerlegungauf-stecken2
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. hochstecken
Beispiele:
sich [Dativ] mit Haarnadeln das Haar, die Zöpfe (zu einem Knoten) aufstecken
sie trug das Haar aufgesteckt
Gardinen, Vorhänge aufstecken (= aufbringen, aufhängen)
die Überlänge beim Mantel mit Stecknadeln aufstecken
2.
etw. auf etw. stecken
a)
Beispiele:
einen Ring aufstecken (= auf den Finger stecken, anstecken)
die Kerzen auf den Leuchter aufstecken
Drei Kerzen will ich aufstecken [VolksliedEs waren zwei Königskinder]
bildlich
Beispiel:
gehoben die Kastanien haben schon ihre Kerzen aufgesteckt (= blühen schon)
umgangssprachlich, übertragen jmdm. ein Licht aufsteckenjmdn. aufklären
Beispiel:
diese Vorgänge haben ihm ein Licht aufgesteckt
b)
landschaftlich
Beispiele:
dem Vieh Futter aufstecken (= in die Raufe schütten)
er hatte dem Pferd Heu aufgesteckt
c)
Beispiele:
ein fröhliches Gesicht, Lächeln, eine sorglose Miene aufstecken (= aufsetzen)
spöttisch eine Amtsmiene aufstecken
3.
umgangssprachlich etw. aufgeben
Beispiele:
einen Plan, ein Vorhaben aufstecken
seine Gewohnheiten aufstecken
Sport den Wettkampf aufgeben
Beispiele:
er hat trotz einer Verletzung, eines Sturzes (beim Radrennen) nicht aufgesteckt
die Spieler haben selbst unter schwersten Bedingungen nicht aufgesteckt
er musste aufstecken
4.
süddeutsch, österreichisch etw. erreichen, gewinnen
Beispiele:
er hat mit seiner Arroganz, Frechheit bei uns nichts aufgesteckt
da hatte sie nicht gerade viel Ehre aufgesteckt [MusilMann465]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stecken · Stecker · Steckling · Steckbrief · Steckrübe · abstecken · anstecken · ansteckend · Ansteckung · aufstecken · bestecken · Besteck · verstecken · Versteck
stecken Vb. (transitiv) ‘stechend befestigen, an einen bestimmten Platz bringen, unterbringen’, (intransitiv) ‘haftenbleiben, festsitzen’ vereint in seiner mhd. Lautform zwei ehemals eigenständige Verben, einerseits das Kausativum ahd. stecken ‘anheften, annageln’ (9. Jh.), mhd. stecken ‘einstechend befestigen’ bzw. mnd. nd. mnl. sticken (mit älterer Vokalstufe, dadurch lautlich mit sticken ‘feine Muster einnähen’ zusammenfallend), andrerseits (mit expressiver Konsonantendoppelung) das Durativum ahd. steckōn (8. Jh.), mhd. stecken ‘eingestochen festhaften, sich befinden’, das seit dem 16. Jh. unter Einfluß von stechen zuweilen stark flektiert (vgl. der Brief stak im Kasten). Beide sind zu dem unter ↗stechen (s. d.) behandelten Verb gebildet. Stecker m. ‘wer oder was steckt’ (17. Jh.), ‘Geräteteil zur Herstellung elektrischer Kontakte’ (20. Jh.). Steckling m. ‘zum Anwurzeln in die Erde gestecktes Reis’ (18. Jh.), gebildet nach älterem Setzling (s. ↗setzen). Steckbrief m. ‘öffentliche Aufforderung zur Mithilfe bei der Ergreifung eines flüchtigen Täters mit dessen genauer Personenbeschreibung’ (16. Jh.), eigentlich wohl ‘Haftbefehl’, d. h. Anweisung, jmdn. ins Gefängnis zu stecken. Steckrübe f. Rübensorte, die als junge Pflanze verpflanzt (gesteckt) wird (16. Jh.). abstecken Vb. ‘abgrenzen (mit Pfählen), loslösen’ (16. Jh.), ‘mit Stecknadeln anpassen’ (20. Jh.). anstecken Vb. ‘an etw. befestigen, einen Brandsatz anbringen und dadurch in Brand setzen, ein Faß öffnen’, ahd. anasteckōn (11./12. Jh.), mhd. anestecken ‘anzünden, ein Faß öffnen’ (mnd. ansticken, s. oben); bildlich ‘(Krankheiten) zündstoffartig mitteilen, (sich) infizieren’ (16. Jh.); ansteckend Part.adj. ‘infizierend’ (17. Jh.); Ansteckung f. ‘Infektion’ (17. Jh.), älter ‘Entzündung von Feuer’ (15. Jh.). aufstecken Vb. ‘hochstecken, oben anbringen, aufsetzen’, mhd. ūfstecken; übertragen ‘etw. aufgeben, auf etw. verzichten’ (19. Jh.), jmdm. ein Licht aufstecken ‘jmdm. etw. klarmachen, ihn aufklären’ (17. Jh.). bestecken Vb. ‘steckend mit etw. versehen, hineinstecken’, ahd. bistecken ‘hineinstecken’ (11. Jh.), mhd. bestecken ‘bedecken, festsetzen, steckenbleiben’. Besteck n. ‘was zusammengesteckt ist’, z. B. ‘(zur Zierde) Aufgestecktes’ am Helm oder Degen (16. Jh.), ‘Messer, Gabel, Löffel’ als zusammengehörender (ehemals in einem Futteral befindlicher) Satz (17. Jh.), ‘Futteral, Etui für Werkzeuge und sein Inhalt’ (18. Jh.). verstecken Vb. ‘verbergen’ (16. Jh.); vgl. ahd. firstecken ‘verstopfen’ (Hs. 13. Jh.), mhd. verstecken ‘ersticken machen’; Versteck n. ‘heimlicher Aufbewahrungsort’ (18. Jh.), mnd. (in der Seemannssprache) vorstecke ‘Hinterhalt, geheime Absicht’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · (es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · (etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
Assoziationen
  • (ein) Einsehen haben · ↗(sich) beugen · (sich) einsichtig zeigen · ↗(sich) fügen · ↗(sich) zurückziehen · ↗einlenken · klein beigeben · ↗weichen · ↗zurückweichen  ●  (den) Kopf einziehen  fig. · ↗(sich) ducken  fig. · das Handtuch werfen  fig. · die Stellung räumen  fig. · kein Rückgrat haben  fig. · kleine Brötchen backen (müssen)  fig. · ↗nachgeben  Hauptform · ↗zurückrudern  fig. · (einen) Rückzieher machen  ugs. · Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will.  ugs., Sprichwort · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · die Platte putzen  ugs. · ↗einknicken  ugs., fig. · ↗kuschen  ugs. · zu Kreuze kriechen  geh., fig., abwertend
  • dem freien Spiel der Kräfte überlassen · den Dingen ihren Lauf lassen · ↗hinnehmen · nicht eingreifen  ●  geschehen lassen  Hauptform
  • drauf geschissen!  derb · du kannst mich (mal) am Arsch lecken!  vulg. · du kannst mich (mal) kreuzweise!  derb · du kannst mich mal gerne haben!  ugs. · du kannst mich mal!  ugs., Hauptform · du kannst mir mal den Buckel runterrutschen!  ugs., variabel · du kannz mir ma den Nachen deuen  ugs., rheinisch · fick dich!  derb · geh mir doch weg!  ugs. · leck mich (doch) am Arsch!  derb · macht doch euren Scheiß alleine!  derb
  • (die) Hoffnung verlieren · (es) aufstecken · ↗(sich) aufgeben · (sich) verlorengeben · ↗aufgeben · den Mut sinken lassen · den Mut verlieren · hoffnungslos sein · klein beigeben · nicht mehr an sich glauben · ↗verzagen · ↗verzweifeln  ●  den Kopf hängen lassen  ugs., fig. · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · ↗schwarzsehen  ugs.
  • (sich etwas) bieten lassen · (sich etwas) gefallen lassen · (sich) nicht wehren (gegen) · (sich) nicht widersetzen · Nachsicht üben · ↗dulden · ↗einstecken · ↗erdulden · ↗ertragen · ↗hinnehmen · in Kauf nehmen · ↗leisetreten · nicht protestieren · ↗schlucken · ↗stillhalten · ↗tolerieren · ↗verschmerzen  ●  (die) Füße stillhalten  ugs., fig. · ↗konnivieren  geh.
  • (den) Glauben an die Menschheit verlieren · alle Hoffnung fahren lassen · vom Glauben abfallen
  • (darauf) verzichten (zu) · (einer Sache) nicht weiter nachgehen · (es) belassen bei · (es) bewenden lassen (mit) · auf sich beruhen lassen · nicht weiterverfolgen
  • (einen Plan) verwerfen · (es sich) anders überlegen  ●  ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen  ugs., fig.
  • nicht weiterverfolgen · ↗vergessen (können)  ●  (sich) aus dem Kopf schlagen (können)  fig. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) in die Haare schmieren können  ugs., fig. · ↗abhaken (können)  ugs. · knicken können  ugs., salopp · nicht weiter d(a)rüber nachdenken  ugs.
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · ↗stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
  • (sich) hängen lassen · (sich) in Selbstmitleid ergehen  ●  die Ohren hängen lassen  ugs., fig. · herumjammern  ugs., Hauptform · jammern und picheln  ugs., Spruch
  • kleinmütig · ohne Zuversicht · ohne rechten Glauben an die Zukunft · verzagt  ●  ↗mutlos  Hauptform · ↗kleingläubig  geh., religiös
  • (den) Dienst quittieren · ↗(ein Unternehmen) verlassen · (eine) neue Herausforderung suchen (Bewerbungssprache) · (sein) Büro räumen · (seine) Kündigung einreichen · (seinen) Abschied nehmen · ↗ausscheiden · ↗kündigen · was Besseres finden  ●  (den) Job an den Nagel hängen  fig. · (sein) Bündel schnüren  fig. · ↗künden  schweiz. · seinen Hut nehmen  fig. · ↗(den Kram) hinschmeißen  ugs. · (den) Bettel hinschmeißen  ugs. · (sich) was anderes suchen  ugs. · ↗aufhören (bei)  ugs. · das Handtuch werfen  ugs., fig. · ↗gehen  ugs. · in den Sack hauen  ugs., fig. · ↗weggehen  ugs.
  • abbrechen (Schule o.ä.) · ↗aufgeben · in den Sack hauen · ↗schmeißen (Ausbildung o.ä.)  ●  (die Schule Schule) sein lassen  ugs., variabel · ↗sausen lassen  ugs., fig.
  • (Eingeständnis der) Niederlage · ↗Aufgabe · ↗Kapitulation
  • (etwas) abgehakt haben · (mit etwas) abgeschlossen haben · ad acta gelegt haben · hinter sich gelassen haben · nicht weiter darüber nachdenken
Synonymgruppe
(die) Hoffnung verlieren · (es) aufstecken · ↗(sich) aufgeben · (sich) verlorengeben · ↗aufgeben · den Mut sinken lassen · den Mut verlieren · hoffnungslos sein · klein beigeben · nicht mehr an sich glauben · ↗verzagen · ↗verzweifeln  ●  den Kopf hängen lassen  ugs., fig. · den Schwanz einziehen  ugs., fig. · ↗schwarzsehen  ugs.
Assoziationen
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · (es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · (etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (sich) klammern (an) · ↗feig · ↗kleinmütig · ↗mutlos · ↗schüchtern · ↗ängstlich  ●  ↗feige  Hauptform · (sich) nichts trauen  ugs., regional · ↗duckmäuserisch  ugs. · ↗hasenfüßig  ugs. · ↗hasenherzig  ugs. · keine Eier in der Hose haben  derb · keinen Arsch in der Hose haben  ugs. · ↗memmenhaft  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausgleich Fahne Glanzlicht Haar Kastanie Kerze Leser Licht Lichtlein Mannschaft Phase Ring Rückstand abziehen belohnen nicht nie stecken vorzeitig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufstecken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hätte dem Dirigieren zuliebe mein Singen aufstecken müssen, und das kam für mich nicht in Frage.
Die Zeit, 04.02.1980, Nr. 05
Aber wenn das so weiter geht, stecke ich die Arbeit auf.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 24.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Eine Kamera ist allerdings nicht integriert und müsste zusätzlich aufgesteckt werden.
Der Tagesspiegel, 28.06.2003
Immer wieder mußte sie dieses und jenes probieren, das Haar lösen, das Haar aufstecken, sich drehen und wenden.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 188
Das Haar wurde weiterhin meist aufgesteckt, aber auch Zöpfe waren modern.
o. A.: Lexikon der Kunst - H. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 9872
Zitationshilfe
„aufstecken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufstecken>, abgerufen am 21.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
aufstechen
aufstauen
aufstauchen
aufstäuben
Aufstau
aufstehen
aufsteigen
Aufsteiger
aufstellen
Aufsteller