auftürmen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-tür-men (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-türmen1
Wortbildung mit ›auftürmen‹ als Erstglied: ↗Auftürmung
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. turmartig aufbauen
Beispiele:
Gepäck, Bücher, Hausrat, Steine, Hindernisse auftürmen
Kohlen zu hohen Halden auftürmen
sich auftürmenwie ein Turm aufragen
Beispiele:
Berge türmen sich in der Ferne auf
eine Mauer türmt sich plötzlich vor ihm auf
Schon stand im Nebelkleid die Eiche, / Ein aufgetürmter Riese, da [GoetheWillkommen u. Abschied]
übertragen sich stark häufen
Beispiel:
Schwierigkeiten türmten sich vor uns auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Turm · türmen1 · auftürmen · Türmer
Turm m. hochaufragendes Bauwerk mit verhältnismäßig kleiner Grundfläche, ahd. turn (9. Jh.), mhd. turn, torn, (md.) turm, mnd. torn, tarn, mnl. torn, tōren, nl. toren sind entlehnt aus afrz. *torn ‘Turm’, als sicher vorauszusetzen durch das bezeugte Deminutivum afrz. tornele, mfrz. tournelle. Dieses beruht wie gleichbed. afrz. tor (frz. tour) auf lat. turris ‘Turm’, entlehnt aus griech. týrsis (τύρσις) ‘Turm, Wohn-, Mauerturm, Burg, Palast, mit Mauer und Turm befestigte Stadt’. Da lat. turris auch den beweglichen, drehbaren Angriffs- und Beobachtungsturm des römischen Befestigungssystems bezeichnet, hat sich durch Einfluß des Verbs lat. tornāre ‘mit dem Drechseleisen runden’, spätlat. ‘wenden’ auslautendes -n entwickelt. Unmittelbar aus dem Lat. ist entlehnt ahd. turri (um 800), turra (9. Jh.), mnl. tor(re). Mit Luther setzt sich die md. Form Turm durch. türmen1 Vb. ‘turmartig aufbauen, hoch übereinanderstapeln’, reflexiv ‘sich turmartig (übereinander) erheben’ (18. Jh.), ‘in den Gefängnisturm werfen, mit einem Turm versehen’ (15. Jh.); vgl. ahd. turrōn ‘mit Türmen versehen’ (11. Jh.). auftürmen Vb. ‘turmartig aufbauen, aufhäufen, aufstapeln’, übertragen reflexiv ‘sich stark häufen’ (17. Jh.). Türmer m. ‘Turmwächter, Glöckner’, mhd. turner, türner.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufbauen · (sich) auftürmen · ↗(sich) erheben · ↗aufragen · ↗aufsteigen · ↗aufstreben · auftürmen · ↗emporragen · ↗hervorheben · ↗hervortreten · ↗hinausragen · ↗hochragen · ↗ragen · türmen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktenberg Barriere Barrikade Berg Düne Eisscholle Gebirge Gewitterwolke Halde Haufen Hindernis Kohlenhalde Müllberg Problemberg Pyramide Sandberg Sandsack Scheiterhaufen Schneewehe Schulden Schuldenberg Schuttberg Stapel Wall Wassermaß Welle Wellenberg Wolkenberg meterhoch türmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auftürmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Insgesamt haben sich inzwischen Schulden von rund 900 Millionen Euro aufgetürmt.
Die Zeit, 14.08.2013, Nr. 32
Nicht nur im eigenen Land türmen sich die Probleme auf.
Der Tagesspiegel, 05.02.1999
Zwar ist das Ziel noch nicht erreicht; noch türmen sich scheinbar unzugänglich Fels und Eis vor ihm auf.
Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464
Die Ahnung einer schweren Stunde türmte sich vor uns auf.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 24
Nach einer weiteren Tagesfahrt waren wir am anderen Ende des Sees, hinter dem sich ansehnliche Berge auftürmten.
Krämer, Walter: Geheimnis der Ferne, Leipzig u. a.: Urania-Verlag 1971, S. 134
Zitationshilfe
„auftürmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auftürmen>, abgerufen am 20.05.2019.

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