auftürmen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung auf-tür-men
Wortzerlegung auf- türmen1
Wortbildung  mit ›auftürmen‹ als Erstglied: Auftürmung

Bedeutungsübersicht+

  1. etw. turmartig aufbauen
    1. ⟨sich auftürmen⟩ wie ein Turm aufragen
    2. [übertragen] sich stark häufen
eWDG

Bedeutung

etw. turmartig aufbauen
Beispiele:
Gepäck, Bücher, Hausrat, Steine, Hindernisse auftürmen
Kohlen zu hohen Halden auftürmen
sich auftürmenwie ein Turm aufragen
Beispiele:
Berge türmen sich in der Ferne auf
eine Mauer türmt sich plötzlich vor ihm auf
Schon stand im Nebelkleid die Eiche, / Ein aufgetürmter Riese, da [ GoetheWillkommen u. Abschied]
übertragen sich stark häufen
Beispiel:
Schwierigkeiten türmten sich vor uns auf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Turm · türmen1 · auftürmen · Türmer
Turm m. hochaufragendes Bauwerk mit verhältnismäßig kleiner Grundfläche, ahd. turn (9. Jh.), mhd. turn, torn, (md.) turm, mnd. torn, tarn, mnl. torn, tōren, nl. toren sind entlehnt aus afrz. *torn ‘Turm’, als sicher vorauszusetzen durch das bezeugte Deminutivum afrz. tornele, mfrz. tournelle. Dieses beruht wie gleichbed. afrz. tor (frz. tour) auf lat. turris ‘Turm’, entlehnt aus griech. týrsis (τύρσις) ‘Turm, Wohn-, Mauerturm, Burg, Palast, mit Mauer und Turm befestigte Stadt’. Da lat. turris auch den beweglichen, drehbaren Angriffs- und Beobachtungsturm des römischen Befestigungssystems bezeichnet, hat sich durch Einfluß des Verbs lat. tornāre ‘mit dem Drechseleisen runden’, spätlat. ‘wenden’ auslautendes -n entwickelt. Unmittelbar aus dem Lat. ist entlehnt ahd. turri (um 800), turra (9. Jh.), mnl. tor(re). Mit Luther setzt sich die md. Form Turm durch. türmen1 Vb. ‘turmartig aufbauen, hoch übereinanderstapeln’, reflexiv ‘sich turmartig (übereinander) erheben’ (18. Jh.), ‘in den Gefängnisturm werfen, mit einem Turm versehen’ (15. Jh.); vgl. ahd. turrōn ‘mit Türmen versehen’ (11. Jh.). auftürmen Vb. ‘turmartig aufbauen, aufhäufen, aufstapeln’, übertragen reflexiv ‘sich stark häufen’ (17. Jh.). Türmer m. ‘Turmwächter, Glöckner’, mhd. turner, türner.

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›auftürmen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auftürmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›auftürmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Insgesamt haben sich inzwischen Schulden von rund 900 Millionen Euro aufgetürmt. [Die Zeit, 14.08.2013, Nr. 32]
Unter seiner Führung brachen die Verkäufe ein, die Verluste türmten sich auf. [Die Zeit, 09.04.2013 (online)]
Dann wird plötzlich alles zuviel, ein riesiger Berg türmt sich auf, der scheinbar nicht mehr zu bewältigen ist. [Die Zeit, 08.01.2007, Nr. 02]
Senkrechte Wände türmen sich über dem gleichnamigen dunklen See im Halbrund auf. [Die Zeit, 01.06.1990, Nr. 23]
Zwar ist das Ziel noch nicht erreicht; noch türmen sich scheinbar unzugänglich Fels und Eis vor ihm auf. [Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1927], S. 39464]
Zitationshilfe
„auftürmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auft%C3%BCrmen>.

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