auftakeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungauf-ta-keln
Wortzerlegungauf-takeln
Wortbildung mit ›auftakeln‹ als Erstglied: ↗Auftakelung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Seemannssprache
Gegenwort zu abtakeln
Beispiel:
ein Schiff auftakeln (= ein Schiff mit Takelwerk versehen)
2.
salopp, abwertend, übertragen sich auftakelnsich überladen und geschmacklos kleiden, sich aufdonnern
Beispiel:
die hat sich aber aufgetakelt!
Grammatik: häufig im Part. Prät.
Beispiele:
sie ist furchtbar, lächerlich aufgetakelt
eine aufgetakelte Fregatte
jetzt war sie aufgetakelt wie eine Bardame [Kellerm.Totentanz397]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Takelage · Takel · takeln · auftakeln · abtakeln
Takelage f. ‘gesamte Segeleinrichtung einschließlich Masten’, französierende Bildung (Anfang 18. Jh.) zu Takel n. ‘Tauwerk, Hebezeug, Schiffsausrüstung’ (16. Jh.), mnd. tākel ‘Ausrüstung, Ackergerät, Schiffsausrüstung, Tauwerk und Hebezeug’; vgl. auch mnl. tākel ‘Tau(werk), Schiffsausrüstung’. Die Herkunft dieses offenbar im nd.-nl. Küstenbereich aufgekommenen Ausdrucks ist unbekannt. Zieht man mnl. taken, mnd. tacken, anord. taka ‘nehmen, ergreifen, packen’ heran, so ist unter Annahme einer unregelmäßigen Lautentwicklung im Germ. oder einer Anlautdublette ie. d- lat. tangere (tāctum) ‘an-, berühren’ vergleichbar und Zuordnung zu einer Wurzel ie. *tag- bzw. *teg- ‘berühren, angreifen’ möglich. takeln Vb. ‘ein Schiff mit Takelwerk versehen’ (Ende 16. Jh.), dafür neuerdings häufiger auftakeln Vb. auch übertragen ‘sich unfein, geschmacklos herausputzen, übertrieben und aufdringlich kleiden’ (2. Hälfte 18. Jh.). abtakeln Vb. ‘das Takelwerk vom Schiff abbauen, ein Schiff außer Dienst stellen’ (Ende 17. Jh.), übertragen auch ‘jmdn. abbauen, absetzen, des Amtes entheben’ (Mitte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) aufhübschen · (sich) auftakeln · ↗(sich) ausstaffieren · (sich) fein machen · ↗(sich) herausputzen · (sich) in Staat werfen · (sich) schick anziehen · (sich) schick machen · ↗(sich) schön machen · (sich) stadtfein anziehen  ●  ↗(sich) aufbrezeln  ugs. · ↗(sich) aufdonnern  ugs. · (sich) auftussen  ugs. · (sich) hochstylen  ugs. · (sich) in Schale schmeißen  ugs. · (sich) in Schale werfen  ugs. · (sich) piekfein anziehen  ugs. · (sich) piekfein machen  ugs. · ↗(sich) stylen  ugs. · ↗(sich) zurechtmachen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

takeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auftakeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mir sieht das alles noch so kostümhaft aus, scheint mir aufgetakelt, auffallend, unzeitgemäß.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1952. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1952], S. 314
Wenn sie voll aufgetakelt daherkommen, fliegt ihnen jedes Männerherz zu, doch bleiben sie fast immer unerreichbar.
Die Zeit, 03.04.1995, Nr. 14
Die Engländerinnen waren lustig aufgetakelt, kamen in Begleitung von Farmern aus dem Nachbardorf.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 383
Viele Dirnen saßen herum, aufgetakelt, mit gewaltigen Hüten und bunten Seidenblusen.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 72
Der Post SV etwa hat mittlerweile 27 Abteilungen, erschwingliche Breitensportangebote auf hohem Niveau geschaffen, seine Anlage teuer aufgetakelt und sich so seine Jugend bewahrt.
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2001
Zitationshilfe
„auftakeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auftakeln>, abgerufen am 09.12.2019.

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