auftragen

GrammatikVerb · trägt auf, trug auf, hat aufgetragen
Aussprache
Worttrennungauf-tra-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-tragen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Speisen zum Essen auf den Tisch setzen
Beispiele:
das Essen, Abendbrot, der Nachtisch, Suppe wurde aufgetragen
den Gästen, für die Gäste das Beste auftragen
Gewisse Gerichte wurden nur für den Hausherrn aufgetragen [H. MannUntertan4,424]
2.
etw. aufstreichen
Beispiele:
Schminke, Rouge, Puder auftragen
Salbe auf eine Wunde auftragen
Farbe, Bohnerwachs, eine chemische Lösung (dünn) auftragen
umgangssprachlich, übertragen dick, stark auftragenetw. übertreiben
Beispiele:
er hatte in seinem Bericht entschieden zu dick aufgetragen
Sie hat ein bißchen dick aufgetragen in ihrem Übermut [FalladaWolf1,267]
3.
jmdm. etw. auftragenjmdn. verpflichten, etw. zu tun
Beispiele:
er hat mir aufgetragen, dich zu besuchen, dir einen Gruß zu bestellen
er hat mir viele Grüße, eine Botschaft aufgetragen
jmdm. eine Besorgung, Bestellung auftragen
jmdm. ein Amt, die Aufsicht über etw. auftragen
4.
etw. trägt aufetw. bauscht auf, macht dick
Beispiel:
Unterwäsche, die nicht aufträgt
5.
umgangssprachlich Kleidungsstücke durch langes Tragen völlig abnutzen
Beispiele:
die Sachen der älteren Geschwister (mit) auftragen
etw. für alle Tage auftragen
[Aage, der] Detlefs ausgewachsene Anzüge auftrug [I. SeidelTor177]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tragen · Trage · Träger · tragbar · untragbar · abtragen · Abtrag · abträglich · antragen · Antrag · beantragen · auftragen · Auftrag · beauftragen · Beauftragter · betragen · Betrag · eintragen · Eintrag · ertragen · Ertrag · erträglich · unerträglich · vertragen · verträglich · Vertrag · vertraglich · vortragen · Vortrag · zutragen · Zuträger · zuträglich
tragen Vb. ‘eine Last halten und fortbewegen, mit etw. bekleidet sein, Früchte, Ertrag hervorbringen’, ahd. tragan (8. Jh.), mhd. tragen, asächs. dragan, mnd. drāgen, mnl. drāghen, nl. dragen, got. dragan ‘tragen’, semantisch abweichend aengl. dragan ‘ziehen, schleppen, in die Länge ziehen, gehen’, engl. to draw ‘ziehen’, anord. draga ‘ziehen, locken, fahren, Atem holen’, schwed. dra(ga) ‘ziehen’ (germ. *dragan). Außergerm. Anknüpfungen sind nicht gesichert. Aus dem Germ. zu erschließendem ie. *dherāgh-, *dhrā̌gh- ‘ziehen, am Boden schleifen’ stehen nahe ie. *trāgh- ‘ziehen, sich am Boden schleppen, sich bewegen, laufen’, wozu lat. trahere (tractum) ‘ziehen, schleppen’, sowie ie. *dereg-, wozu ↗trecken (s. d.), und ie. *dhreg̑- ‘ziehen, dahinziehen, gleiten, streifen’, wozu aind. dhrájati ‘gleitet dahin, bewegt sich, fliegt’ und (zweifelhaft) ↗trinken (s. d.); Anschluß dieser Varianten an Wurzeln wie ie. *der(ə)- ‘schinden, (ab)spalten’ (s. ↗trennen, ↗zerren) oder ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ ist möglich. Ausgangsbedeutung für tragen scheint ‘am Boden dahingleiten, schleppen, ziehen’ (von Lasten) zu sein, aus der sich ‘tragen’ (durch Lasttiere, Menschen) entwickelt. Trage f. ‘Gestell zum Tragen von Kranken, Lasten, Tragkorb’ (um 1400). Träger m. ‘wer Lasten trägt’, ahd. tragāri (8. Jh.), mhd. trager, treger, seit dem 14. Jh. mit Umlaut. tragbar Adj. ‘erträglich’, mhd. tragebære, ‘zu tragen, transportierbar, (von Kleidern) gut, bequem zu tragen, kleidsam, finanziell erschwinglich’ (18. Jh.), älter ‘trächtig, fruchtbar, gut tragend’ (17. bis 19. Jh.); untragbar Adj. ‘wirtschaftlich, finanziell nicht zumutbar, unerträglich’ (18. Jh.), älter ‘nicht tragend, unfruchtbar’ (16. bis 19. Jh.). abtragen Vb. ‘etw. wegschaffen, beseitigen, einebnen, niederreißen, (Kleidungsstücke) durch Tragen abnutzen, nach und nach bezahlen’, mhd. abetragen; davon rückgebildet Abtrag m. ‘Beeinträchtigung, Minderung, Abzahlung, Wiedergutmachung’, mhd. abetrac ‘Wegnahme, Betrug, Buße, Entschädigung’; abträglich Adj. ‘schädlich, nachteilig’ (Anfang 16. Jh.), mhd. (vereinzelt) abetragelich ‘entschädigend’. antragen Vb. ‘anbieten, vorschlagen’, ahd. anatragan (9. Jh.), mhd. anetragen ‘herantragen, an sich tragen, führen, anstellen, anstiften’; Antrag m. ‘Gesuch, schriftlich vorgebrachte Bitte, förmlicher Vorschlag, Heiratsantrag’, mhd. antrac ‘Anschlag’, rückgebildet aus dem Verb antragen im Sinne von ‘anstiften’; beantragen Vb. ‘einen Antrag stellen, um etw. ersuchen, vorschlagen’ (19. Jh.). auftragen Vb. ‘Speisen auf den Tisch tragen, servieren, aufstreichen, übertreiben, jmdn. verpflichten, etw. zu tun, Kleidungsstücke bis zur Abnutzung tragen, aufbauschen’, mhd. ūftragen ‘in die Höhe streben, reichen’, reflexiv ‘sich erheben, darlegen, opfern’; Auftrag m. ‘(An)weisung, Aufgabe, Verpflichtung’ (17. Jh.), Rückbildung aus dem Verb; davon abgeleitet beauftragen Vb. ‘jmdm. einen Auftrag erteilen’ und Beauftragter m. ‘wer einen Auftrag auszuführen hat’ (beide Ende 18. Jh.). betragen Vb. ‘eine bestimmte Summe, Höhe, ein bestimmtes Maß erreichen, ausmachen’ (17. Jh.), reflexiv ‘sich benehmen, sich aufführen, sich verhalten’ (18. Jh.), mhd. betragen ‘tragen, bringen, ertragen, aussöhnen, beilegen’, reflexiv ‘sich nähren, sich behelfen, sich begnügen, sich befassen, sich abgeben mit’; Betrag m. ‘bestimmte Menge, Geldsumme’ (18. Jh.); vgl. mhd. betrac ‘Vertrag, Vergleich, Erwägung, Sorge’. eintragen Vb. ‘an einen Ort tragen, an einer bestimmten Stelle zusammentragen’, sodann ‘Ertrag, Gewinn bringen, abwerfen’ (16. Jh.), ‘ein-, hineinschreiben, vermerken’ (17. Jh.), ahd. intragan ‘hineintragen’ (9. Jh.), mhd. īntragen, auch ‘einbringen, nutzen’; zu eintragen im Sinne von ‘hineinschreiben’ ist rückgebildet Eintrag m. ‘schriftlicher Vermerk, an bestimmter Stelle eingetragene Bemerkung, (Akten)notiz’ (17. Jh.); vgl. mhd. īntrac ‘Schaden, Nachteil, Einwand, Einrede’, dazu die Wendung einer Sache Eintrag tun ‘sie beeinträchtigen, ihr abträglich sein, sie schädigen’, mhd. īntrac tuon. ertragen Vb. ‘Unangenehmes hinnehmen, ohne sich aufzulehnen, erdulden’, mhd. ertragen ‘vertragen, ertragen’, im 16. Jh. in der heute veralteten Bedeutung ‘einbringen, Nutzen abwerfen’; dazu rückgebildet Ertrag m. ‘bestimmte Menge erzeugter Güter (besonders in der Landwirtschaft), Ausbeute, finanzieller Gewinn’ (16. Jh.); erträglich Adj. ‘so beschaffen, daß es sich ertragen läßt’, unerträglich Adj. (beide 16. Jh.). vertragen Vb. ‘(körperlich, psychisch) ohne Schaden aushalten’, reflexiv ‘gut zusammenpassen, miteinander auskommen’, ahd. firtragan (8. Jh.), mhd. vertragen ‘wegtragen, verleiten, ertragen, erdulden, sich gefallen lassen, verschonen, aussöhnen, einen Vertrag schließen’; verträglich Adj. ‘umgänglich, friedlich, bekömmlich’, mhd. vertregelich, vertragelich, eigentlich ‘erträglich’, vgl. ahd. unfirtragantlīh ‘unerträglich’ (11. Jh.), mhd. und frühnhd. vereinzelt noch vertragenlich. Vertrag m. ‘rechtsgültige Vereinbarung, Abmachung zwischen zwei oder mehreren Partnern, Kontrakt’, mhd. vertrac ‘Vereinbarung, Verträglichkeit, Dauer, Gewinn’; vertraglich Adj. ‘durch Vertrag festgelegt, gemäß dem Vertrag’ (Ende 19. Jh.), zuerst Adverb. vortragen Vb. ‘nach vorn tragen, (zum Essen) vorsetzen’, ahd. furitragan, mhd. vür-, vortragen, mnd. vordragen, -dregen, ‘in Worten vorbringen, darlegen’ (14. Jh.). Vortrag m. ‘mündliche Darlegung, Rede’ (um 1500). zutragen Vb. ‘etw. zu jmdm. hinbringen, (heimlich) hinterbringen, mitteilen’, reflexiv ‘sich ereignen, geschehen’ (15. Jh.), ahd. zuotragan ‘herbeibringen’ (um 1000); Zuträger m. ‘wer anderen (heimlich) Nachrichten zuträgt’ (15. Jh.); zuträglich Adj. ‘die Gesundheit fördernd, bekömmlich, förderlich, nützlich’ (16. Jh.), zum Verb zutragen in der veralteten Bedeutung ‘nützen’ bzw. zum heute unüblichen Substantiv Zutrag ‘Nutzen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
auftragen · ↗verschmieren · ↗verteilen
Synonymgruppe
auftragen · maßstabsgerecht zeichnen · maßstabsgetreu zeichnen
Synonymgruppe
(jemandem etwas) auftragen · (jemanden) betrauen (mit) · Auftrag erteilen · ↗beauftragen · ↗bestimmen · ↗designieren · in Auftrag geben · ins Stammbuch schreiben · ↗verdingen · ↗vorsehen · ↗zuweisen  ●  ↗mandatieren  veraltet
Antonyme
  • (jemandem etwas) auftragen
Synonymgruppe
(jemandem mit etwas) aufwarten · ↗anbieten · ↗anrichten · auf den Tisch bringen · ↗auftafeln · ↗auftischen · auftragen · ↗kredenzen · ↗servieren · ↗vorsetzen  ●  ↗auffahren  ugs. · ↗hinstellen  ugs. · jemanden traktieren mit  geh., veraltend
Synonymgruppe
auftragen (Kleidungsstück) · dicker aussehen in · dicker erscheinen lassen · korpulenter aussehen lassen
Assoziationen
Synonymgruppe
auftragen (Kleidungsstück) · so lange tragen bis es auseinanderfällt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Creme Farbe Farbeschichte Glasur Grundierung Gruß Haut Kellner Klamotten Kopfhaut Lack Leinwand Lippenstift Make-up Paste Pinsel Salbe Schicht Schminke Schwamm Schüssel Spachtel Speis Speise Spritzpistole Suppe Wachs dick tragen Ölfarbe

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auftragen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb haben wir bei ihm mal so richtig dick aufgetragen.
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2004
Die ihm aufgetragene Arbeit wäre anders auch nicht zu bewältigen.
Die Zeit, 15.06.1998, Nr. 24
Um sein Ziel zu erreichen, habe er besonders dick aufgetragen.
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 246
In der letzten Zeit war er wohl etwas dick aufgetragen.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 906
Einfaches Rot leicht auf die Stellen auftragen, die ausgehöhlt erscheinen sollen.
Opfermann, Hans Carl: Die neue Schmalfilm-Schule, Harzburg: Heering 1940, S. 218
Zitationshilfe
„auftragen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auftragen>, abgerufen am 21.11.2019.

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