auftrumpfen

GrammatikVerb
Worttrennungauf-trump-fen
Wortzerlegungauf-trumpfen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit jmdm., etw. auftrumpfensich mit jmdm., etw. überheblich herausstreichen
Beispiel:
mit seinem Wissen, seiner Erfahrung, seinen Leistungen auftrumpfen
gegen jmdn., etw. auftrumpfengegen jmdn., etw. auftreten
Beispiele:
auf einer Versammlung gegen jmdn. (mächtig, tüchtig) auftrumpfen
da trumpfte ich auf (= begehrte ich auf), daß ich gehen würde [WelkGrambauer204]
2.
veraltet jmdm. auftrumpfenjmdm. derb die Meinung sagen
Beispiel:
Ich hätt' dem Major besser auftrumpfen sollen [SchillerKabaleI 1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trumpf · trumpfen · auftrumpfen · übertrumpfen
Trumpf m. ‘stechende Farbe oder Karte’ (im Kartenspiel), übertragen ‘entscheidendes, zum Vorteil gereichendes Argument oder Mittel’, volkssprachliche Vereinfachung des 16. Jhs. von ↗Triumph (s. d.) und anfangs gelegentlich auch wie dieses in der Bedeutung ‘Sieg, prunkvoller Einzug’, vorwiegend aber als Ausdruck des Kartenspiels ‘siegende, stechende Farbe’ (belegt seit 1590, älter Triumph, 1541, in dieser Form vereinzelt noch bis ins 18. Jh.) unter Einfluß von gleichbed. mfrz. triumphe, frz. triomphe f. Der Ausdruck gelangt durch Spielkarten, die eine Art Triumphzug darstellen, in die Sprache des Kartenspiels. Übertragener Gebrauch im Sinne von ‘derbe, schlagende Reden, Schelte’ (so schon 16. Jh.), dann besonders ‘keine Widerrede duldendes, beweiskräftiges letztes Wort, ausschlaggebendes Argument, Mittel, Ereignis’ wird im 18. Jh. geläufig. Trumpf steht vielfach in festen Wendungen des Kartenspiels, vgl. Trumpf sein (18. Jh.), übertragen ‘entscheidend, ausschlaggebend sein’ (19. Jh.); einen Trumpf in Händen halten, übertragen ‘einen Vorteil auf seiner Seite haben’ (19. Jh.); alle Trümpfe in der Hand halten ‘überlegen, unschlagbar sein’ (19. Jh.); einen Trumpf ausspielen ‘etw. Entscheidendes einsetzen’ (um 1800), ‘den Ton angeben’ (19. Jh.). trumpfen Vb. ‘Karten spielen’ (16. Jh.), ‘die Trumpfkarte ausspielen’ (17. Jh.), ‘Widerpart halten, mit einer Antwort abfertigen’ (18. Jh.). auftrumpfen Vb. ‘jmdm. deutlich die Meinung sagen’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘seine Überlegenheit hervorkehren’ (19. Jh., verbreitet im 20. Jh.). übertrumpfen Vb. ‘ein mit einem Trumpf gestochenes Blatt mit einem höheren Trumpf stechen’ (Ende 18. Jh.), übertragen ‘überbieten, ausstechen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberwasser haben · auftrumpfen · ↗punkten (mit) · seine Überlegenheit zeigen
Assoziationen
Synonymgruppe
Stärke zeigen · auftrumpfen · energisch die Meinung sagen  ●  zeigen, was eine Harke ist  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ass Aufsteiger Brasilianer Dow-Jones-Index Einwechslung Europameisterschaft Halbzeit Hinrunde Höchststand Koreaner Landstrich Mittelfeldspieler Neonazi Rekordhoch Russin Spielmacher Titelgewinn Titelverteidiger Wochenbeginn derart gewohnt großspurig mächtig nochmals selbstbewußt souverän stark trumpfen unterwandern virtuos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auftrumpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was die Bayern schaffen, das schaffen wir allemal «, trumpft er mit kühnen Visionen auf.
Die Zeit, 25.01.2010, Nr. 04
Es folgen große Worte, kühl vorgetragen, diesmal muss sie nicht auftrumpfen.
Der Tagesspiegel, 02.12.2003
Er hat sie in der Kur, alle drei, und sie trumpfen auf.
Ball, Hugo: Flammetti. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 4978
Wie kann man Schuld und Scham empfinden und zugleich selbstgerecht auftrumpfen?
Schlink, Bernhard: Der Vorleser, Zürich: Diogenes 1995, S. 154
Durch neubarocken Historismus der Bauten suchte 1900 dagegen Paris aufzutrumpfen.
o. A.: Lexikon der Kunst - W. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31337
Zitationshilfe
„auftrumpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auftrumpfen>, abgerufen am 24.04.2019.

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