aufwarten

GrammatikVerb · wartete auf, hat aufgewartet
Aussprache
Worttrennungauf-war-ten
Wortzerlegungauf-warten2
Wortbildung mit ›aufwarten‹ als Erstglied: ↗Aufwartefrau · ↗Aufwartestelle · ↗Aufwärter
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
veraltend jmdm. aufwartenjmdn. bedienen
Beispiele:
den Gästen bei Tisch, bei der Hochzeitstafel aufwarten
[der Fremde] bestellte bei dem aufwartenden Burschen eine Flasche des ältesten Franzweins [E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder4,33]
Ew. Gnaden aufzuwarten (= zu dienen), wüßt' ich noch viel schönere [Lieder] [EichendorffTaugenichts3,14]
2.
gehoben mit etw. aufwartenetw. anbieten, auftischen
Beispiel:
mit Delikatessen aufwarten
übertragen mit etw. an die Öffentlichkeit treten, etw. bieten
Beispiele:
mit einer Neuigkeit, Überraschung, Sensation, mit neuen Beweisen, interessantem Material aufwarten
das Kollektiv konnte mit neuen Leistungen, Erfolgen aufwarten
das Kaufhaus konnte mit einem großen Warenangebot aufwarten
umgangssprachlich damit, mit Schimpfwörtern kann ich aufwarten (= kann ich dienen)
3.
veraltet jmdm. aufwartenjmdm. seine Aufwartung machen, einen Höflichkeitsbesuch abstatten
Beispiele:
[ein Kavalier] läßt um die Ehre bitten, Euch aufwarten zu dürfen [NicolaiDie lustigen WeiberII 4]
Der Herzogin von Alba ... warte er täglich auf [Feuchtw.Goya30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

warten · Wärter · Wartung · aufwarten
warten Vb. ‘verweilen, bleiben, bis etw. Bestimmtes eintritt, harren, pflegen’, ahd. wartēn (8. Jh.), mhd. warten ‘spähen, (aus)schauen (nach), wahrnehmen, Anwartschaft haben, sich vorsehen, sorgen, pflegen’, asächs. wardon ‘sich hüten, sorgen für, schützen’, mnd. warden ‘erwarten, Anwartschaft haben, besorgen, sich hüten’, mnl. waerden, aengl. weardian ‘hüten, bewahren, zurückbleiben’, engl. to ward (älter) ‘bewahren, schützen, verteidigen’, anord. varða ‘abgrenzen, schützen, warten, verantworten’, schwed. vårda ‘pflegen, schonen’ ist wie das unter ↗Warte (s. d.) behandelte Substantiv zu der unter ↗wahren (s. d.) genannten Wurzel gebildet. Die Ausgangsbedeutung ‘seinen Blick auf etw. richten’ geht über in ‘achthaben, sorgen, pflegen’, auch ‘seinen Blick auf das Begehrte richten, das man zu erhalten hofft’, und führt zu der heute allgemein üblichen Bedeutung ‘harren’, zuerst bei Notker (um 1000). Im zuletzt genannten Sinne verdrängt warten das alte starke Verb ahd. bītan (8. Jh.), mhd. bīten, nhd. (bis ins 17. Jh.) beiten ‘warten’, asächs. bīdan, mnd. mnl. bīden, aengl. bīdan, engl. to bide, anord. bīða, got. beidan. Wärter m. ‘Aufseher, Wächter, Pfleger’, ahd. wartāri (9. Jh.; vgl. turiwartāri ‘Türwärter, Pförtner’, um 800), mhd. warter, werter. Wartung f. ‘Pflege’, in alter Sprache auch ‘das Ausschauen, Achthaben auf etw., Wache’ (15. Jh.). aufwarten Vb. ‘bedienen’, mhd. ūfwarten ‘achten auf, dienen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gastgeber sein · aufwarten · ↗bewirten · ↗versorgen
Synonymgruppe
(jemandem mit etwas) aufwarten · ↗anbieten · ↗anrichten · auf den Tisch bringen · ↗auftafeln · ↗auftischen · ↗auftragen · ↗kredenzen · ↗servieren · ↗vorsetzen  ●  ↗auffahren  ugs. · ↗hinstellen  ugs. · jemanden traktieren mit  geh., veraltend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anekdote Attraktion Besonderheit Detail Enthüllung Erfolgsmeldung Feature Fülle Hiobsbotschaft KW Leckerbissen Nachricht Neuerung Neuerunge Neuheit Neuigkeit Quartalszahl Rekord Rekordergebnis Sensation Superlativ Version Wachstumsrate Weltpremiere Zuwachsrate diesmal gleich immerhin warten Überraschung

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufwarten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Darin wartet sie gleich zu Beginn mit überzeugenden Daten auf.
Die Welt, 19.10.2004
Langgelockte Pagen warteten auf, kostbar gekleidete Mohren besorgten die Bedienung.
Süddeutsche Zeitung, 24.03.2000
Eines Abends hatte auch ich mit einem größeren Erlebnis aufzuwarten.
Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 151
Ich war geneigt, mit einem neuen System der Erkenntnisse aufzuwarten.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 23000
Diese vor allem möchten doch ihr Können ins rechte Licht setzen und mit virtuosen Leistungen aufwarten.
Giegling, Franz: Concerto. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 28666
Zitationshilfe
„aufwarten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufwarten>, abgerufen am 23.07.2019.

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