aufzwingen

GrammatikVerb · zwingt auf, zwang auf, hat aufgezwungen
Aussprache
Worttrennungauf-zwin-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungauf-zwingen
Wortbildung mit ›aufzwingen‹ als Erstglied: ↗Aufzwingung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdm. etw. mit Gewalt aufnötigen
Beispiele:
jmdm. einen fremden Willen, eine andere Meinung, Entscheidung, Lebensform, Politik aufzwingen
einem Volk einen Friedensvertrag, eine Kultur aufzwingen
dem Kind ein Kleidungsstück, eine Speise aufzwingen
jmdm. etw. aufzuzwingen suchen
sich [Dativ] nichts aufzwingen lassen
der aufgezwungene Krieg
eine aufgezwungene Ehe, Lösung, Einsamkeit
das mir aufgezwungene Krankenlager
sich jmdm. aufzwingen
2.
etw. zwingt sich jmdm. auf (= etw. wird jmdm. zwingend bewusst)
Beispiel:
eine Ahnung, Erkenntnis, Lehre zwingt sich uns auf
3.
umgangssprachlich sich aufzwingensich zwingen aufzustehen
Beispiel:
sie hatte sich trotz einer Grippe aufgezwungen

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbürden · ↗aufdrücken · ↗auferlegen · ↗aufnötigen · ↗aufoktroyieren · aufzwingen  ●  (jemandem etwas) an den Hals hängen  ugs., fig. · (jemandem etwas) ans Bein binden  ugs., fig. · (jemandem etwas) aufs Auge drücken  ugs. · ↗aufbrummen  ugs. · ↗aufhalsen  ugs. · ↗oktroyieren  geh. · ↗zwangsbeglücken (mit)  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(über etwas) befinden · ↗anordnen · ↗anweisen · aufzwingen · ↗bestimmen · ↗diktieren · ↗entscheiden · ↗festlegen · ↗regeln · ↗veranlassen · ↗verfügen · ↗verordnen · ↗vorgeben · ↗vorschreiben  ●  ↗(jemandem etwas) verpassen  ugs. · das letzte Wort haben  ugs., auch figurativ
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besiegte Denkweise Diktat Eiweißmolekül Friedensbedingung Friedenslösung Gegner Gewalt Hegemonie Ideologie Lagerwahlkampf Lebensform Lebensstil Lebensweise Lösung Minderheit Muslime Palästinenser Regierungsform Regime Rhythmus Sowjetsystem Volk Waffengewalt Weltsicht Wille Willen geradezu gewaltsam zwingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufzwingen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das haben wir für die anderen getan, das haben sie uns aufgezwungen.
Süddeutsche Zeitung, 01.12.2003
Sie zwingt so der beherrschten K. den revolutionären Kampf auf.
Kluth, H.: Klasse. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 32968
Einigen Völkern in einer Anzahl von Ländern der Welt ist gegen ihren Willen kürzlich ein totalitäres Regime aufgezwungen worden.
Die Zeit, 20.03.1947, Nr. 12
Sie haben Ihre Propaganda dort aufgezwungen mit der Drohung, sonst österreichische Filme auszuschließen.
o. A.: Einhundertachtundfünfzigster Tag. Mittwoch, 19. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5770
Das Leben von einst läßt sich ihnen wohl noch aufzwingen, aber sie zerbrechen daran.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 2067
Zitationshilfe
„aufzwingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufzwingen>, abgerufen am 14.12.2019.

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