Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aufzwingen

Grammatik Verb · zwingt auf, zwang auf, hat aufgezwungen
Aussprache 
Worttrennung auf-zwin-gen
Wortzerlegung auf- zwingen
Wortbildung  mit ›aufzwingen‹ als Erstglied: Aufzwingung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. jmdm. etw. mit Gewalt aufnötigen
  2. 2. ⟨etw. zwingt sich jmdm. auf⟩
  3. 3. [umgangssprachlich] ⟨sich aufzwingen⟩ sich zwingen aufzustehen
eWDG

Bedeutungen

1.
jmdm. etw. mit Gewalt aufnötigen
Beispiele:
jmdm. einen fremden Willen, eine andere Meinung, Entscheidung, Lebensform, Politik aufzwingen
einem Volk einen Friedensvertrag, eine Kultur aufzwingen
dem Kind ein Kleidungsstück, eine Speise aufzwingen
jmdm. etw. aufzuzwingen suchen
sich [Dativ] nichts aufzwingen lassen
der aufgezwungene Krieg
eine aufgezwungene Ehe, Lösung, Einsamkeit
das mir aufgezwungene Krankenlager
sich jmdm. aufzwingen
2.
etw. zwingt sich jmdm. auf (= etw. wird jmdm. zwingend bewusst)
Beispiel:
eine Ahnung, Erkenntnis, Lehre zwingt sich uns auf
3.
umgangssprachlich sich aufzwingensich zwingen aufzustehen
Beispiel:
sie hatte sich trotz einer Grippe aufgezwungen

Thesaurus

Synonymgruppe
aufbürden · aufdrücken · auferlegen · aufnötigen · aufoktroyieren · aufpfropfen · aufzwingen  ●  (jemandem etwas) an den Hals hängen  ugs., fig. · (jemandem etwas) ans Bein binden  ugs., fig. · (jemandem etwas) aufs Auge drücken  ugs. · (jemandem etwas) verpassen  ugs. · (jemanden) zwangsbeglücken (mit)  ugs., ironisch · aufbrummen  ugs. · aufhalsen  ugs. · oktroyieren  geh.
Assoziationen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›aufzwingen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aufzwingen‹.

Verwendungsbeispiele für ›aufzwingen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Leben von einst läßt sich ihnen wohl noch aufzwingen, aber sie zerbrechen daran. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 2067]
Sie zwingt so der beherrschten K. den revolutionären Kampf auf. [Kluth, H.: Klasse. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 32968]
Sie haben Ihre Propaganda dort aufgezwungen mit der Drohung, sonst österreichische Filme auszuschließen. [o. A.: Einhundertachtundfünfzigster Tag. Mittwoch, 19. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5770]
So war eben im Lande selbst niemand stark genug, den anderen seinen Willen aufzuzwingen. [konkret, 1996]
Wir erklären nochmals, daß wir nicht versuchen, dem palästinensischen Volk irgend etwas aufzuzwingen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1981]]
Zitationshilfe
„aufzwingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aufzwingen>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
aufzwecken
aufzupfen
aufzucken
aufzischen
aufzinsen
aufzwirbeln
aufzwängen
aufzählbar
aufzählen
aufzäumen