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aus

Grammatik Präposition (mit Dativ)
Aussprache  [aʊ̯s]
Wortbildung  mit ›aus‹ als Erstglied: ausm · auswärts  ·  mit ›aus‹ als Grundform: aus-
eWDG

Bedeutungen

I.
Grammatik: räumlich
1.
bezeichnet die Richtung von innen nach außen
Gegenwort zu in¹
Beispiele:
aus dem Haus gehen
jmdn. aus dem Haus weisen
aus dem Fenster blicken
aus dem Bett steigen
aus dem Nest fallen
aus dem Ei kriechen
etw. aus der Küche holen, aus der Tasche nehmen
sich aus den Kissen aufrichten
gehobenTränen brechen, stürzen aus den Augen
[…] Knüppel, aus dem Sack […] [ GrimmTischchen, deck’ dich1,131]
Grammatik: in Korrelation mit »in«
Beispiele:
aus einem Zimmer ins andere gehen
aus einer Ohnmacht in die andere fallen
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlich aus der Haut fahren
umgangssprachlichwie aus dem Wasser gezogen sein
umgangssprachlichetw. aus der Luft greifen
umgangssprachlichsich aus der Schlinge ziehen
umgangssprachlichihre Worte kamen wie aus der Pistole geschossen
umgangssprachlich aus dem Gröbsten heraus sein
umgangssprachlichsich aus dem Staub machen
jmdn. aus den Augen verlieren
jmdn. aus dem Halbschlaf wecken
aus der Übung kommen
aus der Mode sein
sich [Dativ] etw. aus dem Kopf schlagen
aus vollem Halse lachen
2.
bezeichnet die Herkunft
Beispiele:
er stammt aus einer Handwerkerfamilie, aus dem Mittelstand
sie ist nicht aus unserer Stadt (gebürtig)
es ist ein Kind aus der Nachbarschaft
bezeichnet den Ursprung, die Quelle
Beispiele:
etw. aus den Akten wissen, aus erster Quelle haben
sich [Dativ] etw. aus den ersten Anzeichen erklären
er schloss aus ihren Worten, dass ...
etw. aus einem Schreiben erfahren
etw. aus der Antike kennen
aus einer Dichtung lesen, aus einer Oper singen
aus eigener Erfahrung sprechen
das ist mir aus der Seele gesprochen
Ein Märchen aus alten Zeiten […] [ HeineIch weiß nicht]
3.
österreichisch
Beispiele:
eine Prüfung aus einem Fach ablegen
er hat aus Rechnen genügend
II.
Grammatik: modal
1.
bezeichnet die Materie, aus der etw. besteht
Beispiele:
ein Kleid aus Seide, eine Matratze aus Gummi, ein Eimer aus Kunststoff, eine Schüssel aus Ton, eine Klinke aus Metall, eine Treppe aus Marmor
eine Figur aus Holz schnitzen
ein Arrangement aus Blumen zusammenstellen
einen Satz aus einigen Wörtern bilden
ein Atom besteht aus einem Kern und Elektronen
2.
bezeichnet den Ausgangspunkt für eine Zustandsveränderung
a)
Grammatik: in Verbindung mit »machen«
Beispiele:
aus einem Kleid eine Bluse machen
aus nichts etwas machen
etw. Besonderes aus einer Rolle machen
er hat aus ihm einen tüchtigen Menschen gemacht
etw. aus sich machen
b)
Grammatik: in Verbindung mit »werden«
Beispiele:
aus dem kleinen Fluss war ein reißender Strom geworden
aus ihm ist ein guter Geiger geworden
aus der Sache wird nichts
aus nichts wird nichts
was soll aus uns werden?
III.
bezeichnet den Grund
Grammatik: kausal
Beispiele:
aus Angst, Zorn, Wut, Rache etw. nicht tun
aus Spaß, Höflichkeit, Dummheit etw. sagen
aus Pflichtgefühl, Vorsicht, Rücksicht, Erbarmen handeln
jmdm. aus Versehen auf den Fuß treten
aus welchem Grunde sind Sie gekommen?
er hat es aus freien Stücken (= freiwillig), aus eigener Initiative getan
Aus Unbedacht, / Nicht aus Verachtung Eurer ist’s geschehn […] [ SchillerTellIII 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aus · Aus
aus Präp. Adv. bezeichnet in beiden Wortarten die Richtung von innen nach außen, als Adverb auch ein Aufhören, Beenden; verwandt mit außen und außer (s. d.). Ahd. (8. Jh.), mhd. ūʒ sowie mnd. ūt, mnl. uut, ūte, nl. uit haben im Unterschied zu asächs. aengl. ūt, engl. out zu den Entsprechungen im Ostgerm. und Nordgerm. (got. anord. ūt, schwed. ut, dän. ud) und in anderen ie. Sprachen nicht nur adverbielle, sondern auch präpositionale Funktion. Im Nhd. tritt das selbständige Adverb deutlich zurück und lebt vorwiegend als erstes Glied trennbarer Verben weiter. Vergleichbare außergerm. Vertreter derselben Sippe, die auf ie. *ū̌d- ‘empor, hinauf’, dann auch ‘hinaus’ zurückgeht, sind aind. út ‘auf, aus’, lit. ũž-, úž- (Präfix) ‘auf-, hinauf-, zu-’ und die Komparative aind. úttaraḥ ‘der obere, höhere, nördliche’, griech. hýsteros (ὕστερος) ‘der spätere, hintere’, wahrscheinlich auch griech. (kypr.) y () ‘auf’ und das Präfix griech. hý- (ὑ-) in hýbris (ὕβρις) ‘Hochmut’. Ursprünglich weisen die germ. Sprachen außerdem eine Präposition mit der Bedeutung ‘aus’ auf, die in got. us, anord. ōr, ahd. ur (nur 8./9. Jh.) und in den Präfixen ahd. ur-, ar-, ir-, mhd. nhd. ur-, er- (s. d. sowie Urlaub, erlauben) bezeugt ist und vielleicht (wie wohl auch lat. ūsque ‘in einem fort’) auf einer Weiterbildung *ū̌ds der Wurzel ie. *ū̌d- beruht. Zu dieser Präposition wird das Adverb germ. *ūt zunächst als Verdeutlichung hinzugefügt (z. B. got. ūt us ‘hinaus aus’) und nimmt im Dt. und Nl. dann selbst präpositionalen Charakter an (s. oben). Aus n. ‘Raum außerhalb des Spielfelds’ (bei Ballspielen), in der Sportsprache Anfang des 20. Jhs. eingeführte Verdeutschung von gleichbed. engl. out.
Zitationshilfe
„aus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aus#1>, abgerufen am 17.10.2021.

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aus

Grammatik Adverb
Aussprache  [aʊ̯s]
Wortbildung  mit ›aus‹ als Erstglied: Auszeit · aus sein  ·  mit ›aus‹ als Letztglied: Garaus · Kehraus · Lugaus · Saufaus · achteraus · daraus · durchaus · geradeaus · gradeaus · heraus · hieraus · hinaus · jahraus · landaus · obenaus · tagaus · talaus · voraus · weitaus · woraus · überaus
 ·  mit ›aus‹ als Grundform: Aus · aus-

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] zu Ende
    1. ⟨mit etw., jmdm. ist es aus⟩
  2. 2. [umgangssprachlich] ...
  3. 3. [umgangssprachlich] ⟨(mit jmdm.) aus sein⟩ (mit jmdm.) aus sein, (mit jmdm.) ausgegangen sein
  4. 4. [umgangssprachlich] ⟨er ist auf etw. aus⟩ er ist auf etw. erpicht, sucht etw.
  5. 5. ...
    1. a) ⟨bei jmdm. aus und ein gehen⟩ bei jmdm. verkehren
    2. b) ⟨von ... aus⟩ von … her
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich zu Ende
Beispiele:
das Theater, Spiel, die Sitzung ist aus
der Krieg ist aus
alles war aus (zwischen ihnen)
aus! (= Schluss!)
mit etw., jmdm. ist es aus
Beispiele:
mit seiner Geduld, mit ihrem Übermut war es aus
mit ihm war es aus (= er war verloren, erledigt, gestorben)
alle Lichter waren aus (= ausgedreht)
Licht aus!
das Feuer ist aus (= ausgegangen)
ich habe das Buch aus (= ausgelesen)
er hat das Glas aus (= ausgetrunken)
2.
umgangssprachlich
Beispiele:
er hat den Mantel, die Schuhe aus (= ausgezogen)
Wenn sie ihn [den zweiten Stiefel] aus hat [ BrechtPuntila9]
3.
umgangssprachlich (mit jmdm.) aus sein(mit jmdm.) aus sein, (mit jmdm.) ausgegangen sein
Beispiele:
am Sonntag war sie (mit ihren Bekannten) aus
Kinderspieldu bist aus (= du bist ausgeschieden)
Vielleicht können Sie mir den Koffer ... rausreichen, wenn die Tulli schläft oder auf Besorgungen aus ist [ FalladaJeder stirbt96]
4.
umgangssprachlich er ist auf etw. auser ist auf etw. erpicht, sucht etw.
Beispiele:
er ist auf Abenteuer, neue Eindrücke, große Erlebnisse aus
sie war auf einen roten Hut aus
ich [war] schon als Knabe darauf aus, das Innere von Orgeln kennenzulernen [ SchweitzerAus meinem Leben71]
5.
a)
bei jmdm. aus und ein gehenbei jmdm. verkehren
Beispiel:
er geht als unser Freund bei uns aus und ein
nicht aus und ein wissenvöllig ratlos sein
Beispiele:
in ihrer Angst wusste sie nicht aus und ein, weder aus noch ein
wir wussten nicht, wo aus und wo ein
b)
von ... ausvon … her
Beispiele:
etw. vom Fenster, Dach, Berg aus, von hier aus gut erkennen können
von Berlin aus nach Hause fahren
von jmds. Standpunkt aus etw. betrachten
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichvon mir aus kannst du gehen (= meinetwegen kannst du gehen)
von Haus(e) ausursprünglich
Beispiele:
er war von Haus aus Zimmermann
sie ist von Hause aus, von Natur aus gutmütig
etw. von sich [Dativ] aus (= allein, ohne die Meinung, Beteiligung anderer) entscheiden, bestimmen, vorschlagen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aus · Aus
aus Präp. Adv. bezeichnet in beiden Wortarten die Richtung von innen nach außen, als Adverb auch ein Aufhören, Beenden; verwandt mit außen und außer (s. d.). Ahd. (8. Jh.), mhd. ūʒ sowie mnd. ūt, mnl. uut, ūte, nl. uit haben im Unterschied zu asächs. aengl. ūt, engl. out zu den Entsprechungen im Ostgerm. und Nordgerm. (got. anord. ūt, schwed. ut, dän. ud) und in anderen ie. Sprachen nicht nur adverbielle, sondern auch präpositionale Funktion. Im Nhd. tritt das selbständige Adverb deutlich zurück und lebt vorwiegend als erstes Glied trennbarer Verben weiter. Vergleichbare außergerm. Vertreter derselben Sippe, die auf ie. *ū̌d- ‘empor, hinauf’, dann auch ‘hinaus’ zurückgeht, sind aind. út ‘auf, aus’, lit. ũž-, úž- (Präfix) ‘auf-, hinauf-, zu-’ und die Komparative aind. úttaraḥ ‘der obere, höhere, nördliche’, griech. hýsteros (ὕστερος) ‘der spätere, hintere’, wahrscheinlich auch griech. (kypr.) y () ‘auf’ und das Präfix griech. hý- (ὑ-) in hýbris (ὕβρις) ‘Hochmut’. Ursprünglich weisen die germ. Sprachen außerdem eine Präposition mit der Bedeutung ‘aus’ auf, die in got. us, anord. ōr, ahd. ur (nur 8./9. Jh.) und in den Präfixen ahd. ur-, ar-, ir-, mhd. nhd. ur-, er- (s. d. sowie Urlaub, erlauben) bezeugt ist und vielleicht (wie wohl auch lat. ūsque ‘in einem fort’) auf einer Weiterbildung *ū̌ds der Wurzel ie. *ū̌d- beruht. Zu dieser Präposition wird das Adverb germ. *ūt zunächst als Verdeutlichung hinzugefügt (z. B. got. ūt us ‘hinaus aus’) und nimmt im Dt. und Nl. dann selbst präpositionalen Charakter an (s. oben). Aus n. ‘Raum außerhalb des Spielfelds’ (bei Ballspielen), in der Sportsprache Anfang des 20. Jhs. eingeführte Verdeutschung von gleichbed. engl. out.
Zitationshilfe
„aus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aus#2>, abgerufen am 17.10.2021.

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