Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ausbaden

Grammatik Verb · badet aus, badete aus, hat ausgebadet
Aussprache 
Worttrennung aus-ba-den
Wortzerlegung aus- baden
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich etw. ausbaden müssendie Folgen (der Schuld eines anderen) tragen müssen
Beispiele:
eine Sache, Dummheit ausbaden müssen
er hat den Fehler gemacht, und ich muss es nun ausbaden
daß ich deine Schandtaten ausbaden soll [ H. KurzSonnenwirt230]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bad · baden · ausbaden · Bader
Bad n. ‘das Baden im Wasser, Örtlichkeit, wo gebadet wird’, ahd. bad ‘Wasserbad, Badehaus’ (8. Jh.), auch ‘Taufe’, mhd. bat, asächs. bað, mnd. mnl. bat, afries. beth, aengl. bæþ, engl. bath, anord. bað, dän. schwed. bad (germ. *baþa-) gehören zu ahd. bāen, nhd. bähen1 ‘erwärmen, erhitzen, rösten’ (s. d.), führen also auf eine Verbalwurzel ie. *bhē-, *bhō-, tiefstufig *bhə- ‘wärmen, rösten’, aus der mit partizipialem ie. to-Suffix Bad, eigentlich ‘das Gewärmte, Erhitzte’, entwickelt ist. An eine g-Erweiterung ie. *bhōg- schließen sich griech. phṓgein (φώγειν) ‘rösten, braten’, dt. backen (s. d.) an. Als Ortsname ist Baden Übersetzung von lat. Aquae, das im Dt. dativisch (ze den) Baden ‘zu den Bädern’ wiedergegeben wird. – baden Vb. ‘zur Reinigung, Erfrischung ins Wasser tauchen’, ahd. badōn ‘baden, taufen’ (8. Jh.), mhd. baden, mnd. bāden, mnl. baden, aengl. baþian, engl. to bathe, anord. (reflexiv) baðast, schwed. bada. Dazu ausbaden Vb. oft in der Wendung etw. ausbaden müssen ‘die Folgen (der Schuld eines anderen) auf sich nehmen müssen’ (Ende 16. Jh.), zuvor ‘zu Ende baden’ (2. Hälfte 15. Jh.). Bader m. ehemals ‘Barbier und Wundarzt’, mhd. badære, asächs. baðeri (um 1100) ist der Inhaber einer Badestube, der die Badenden bedient, sie zur Ader läßt und ihnen die Haare schneidet.

Thesaurus

Synonymgruppe
(der / die) Hauptleidtragende(n) sein · (der / die) Leidtragende(n) sein · (die) volle Wucht zu spüren bekommen · die Konsequenzen tragen (müssen)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen für)  fig. · (etwas) ausbaden (müssen)  ugs. · (für etwas) bluten (müssen)  ugs., fig. · die Suppe auslöffeln (müssen)  ugs., fig. · die Zeche zahlen (müssen)  ugs., fig. · es voll abkriegen  ugs.
Assoziationen
  • (für Schaden) aufkommen müssen · (für etwas) geradestehen · einstehen müssen · haften (für) · in Haftung genommen werden
  • (für etwas) (die) Verantwortung übernehmen · (für etwas) aufkommen (müssen) · (sich) seiner Verantwortung stellen · (sich) verantwortlich erklären (für)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen) (für)  fig. · (sich) schuldig bekennen  scherzhaft-ironisch · (etwas) auf seine Kappe nehmen  ugs., fig. · (sich) den Schuh anziehen  ugs., fig. · auf die eigene Kappe nehmen  ugs., fig. · den Buckel hinhalten  ugs., fig.
  • (alles) bezahlen (dürfen / müssen) · (die) Rechnung präsentiert bekommen · (die) Zeche zahlen (müssen) · aufkommen (müssen für) · zur Kasse gebeten werden  ●  (eine Sache) in Ordnung bringen  ugs., fig. · (es heißt) Zahlemann und Söhne (für jemanden)  ugs., variabel
  • (Fehler) ausmerzen · (Mangel) beheben · (Missstand) abstellen · (Problem) beseitigen · (Problem) bewältigen · (wieder) geradebiegen · (wieder) ins Reine bringen · Abhilfe schaffen · abhelfen · aus der Welt schaffen · bereinigen · in Ordnung bringen · klären · lösen  ●  (die) Kuh vom Eis holen  fig. · (wieder) ins Lot bringen  fig. · es richten  ugs.
  • (eine Sache) bereinigen · klären · wieder einrenken · wiedergutmachen  ●  (eine) Scharte (wieder) auswetzen  fig. · (etwas) ausbügeln  fig. · wieder geradebiegen  fig.
  • aus dem Weg räumen · ausgleichen · ins Reine bringen · wettmachen · wiedergutmachen  ●  ausbügeln  ugs. · die Scharte auswetzen  ugs. · verlorenen Boden wettmachen  ugs.
  • es hagelt Kritik · heftig kritisiert werden · im Kreuzfeuer der Kritik stehen · in der Kritik stehen · in die Kritik geraten · ins Kreuzfeuer der Kritik geraten (sein) · kritisiert werden · unter Dauerfeuer stehen · von allen Seiten angegriffen werden  ●  (sich) der Kritik ausgesetzt sehen  variabel · am Pranger stehen  fig. · im Feuer stehen  fig. · unter Beschuss genommen werden  fig. · unter Beschuss stehen  fig.

Typische Verbindungen zu ›ausbaden‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausbaden‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausbaden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und warum soll ich es ausbaden, wenn andere keine Prioritäten entwickeln können? [Die Zeit, 06.02.2012, Nr. 06]
Du hast Dir zuviel Arbeit aufgehalst, und nun muß ich es ausbaden. [Die Zeit, 11.10.1963, Nr. 41]
Nur auf diese Weise wäre er gezwungen, die katastrophalen außenpolitischen Fehler, für die er verantwortlich zeichnet, in den nächsten vier Jahren selbst auszubaden. [Süddeutsche Zeitung, 30.10.2004]
Wurm traf wohl keine Schuld, aber ausbaden musste er es dennoch. [Süddeutsche Zeitung, 15.02.2003]
Wenn in der Nacht etwas schiefgelaufen ist, dann muß er es ausbaden. [Süddeutsche Zeitung, 17.02.1998]
Zitationshilfe
„ausbaden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausbaden>.

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