ausbaden

GrammatikVerb · badet aus, badete aus, hat ausgebadet
Aussprache
Worttrennungaus-ba-den
Wortzerlegungaus-baden
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich etw. ausbaden müssendie Folgen (der Schuld eines anderen) tragen müssen
Beispiele:
eine Sache, Dummheit ausbaden müssen
er hat den Fehler gemacht, und ich muss es nun ausbaden
daß ich deine Schandtaten ausbaden soll [H. KurzSonnenwirt230]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bad · baden · ausbaden · Bader
Bad n. ‘das Baden im Wasser, Örtlichkeit, wo gebadet wird’, ahd. bad ‘Wasserbad, Badehaus’ (8. Jh.), auch ‘Taufe’, mhd. bat, asächs. bað, mnd. mnl. bat, afries. beth, aengl. bæþ, engl. bath, anord. bað, dän. schwed. bad (germ. *baþa-) gehören zu ahd. bāen, nhd.bähen ‘erwärmen, erhitzen, rösten’ (s. d.), führen also auf eine Verbalwurzel ie. *bhē-, *bhō-, tiefstufig *bhə- ‘wärmen, rösten’, aus der mit partizipialem ie. to-Suffix Bad, eigentlich ‘das Gewärmte, Erhitzte’, entwickelt ist. An eine g-Erweiterung ie. *bhōg- schließen sich griech. phṓgein (φώγειν) ‘rösten, braten’, dt.backen (s. d.) an. Als Ortsname ist Baden Übersetzung von lat. Aquae, das im Dt. dativisch (ze den) Baden ‘zu den Bädern’ wiedergegeben wird. baden Vb. ‘zur Reinigung, Erfrischung ins Wasser tauchen’, ahd. badōn ‘baden, taufen’ (8. Jh.), mhd. baden, mnd. bāden, mnl. baden, aengl. baþian, engl. to bathe, anord. (reflexiv) baðast, schwed. bada. Dazu ausbaden Vb. oft in der Wendung etw. ausbaden müssen ‘die Folgen (der Schuld eines anderen) auf sich nehmen müssen’ (Ende 16. Jh.), zuvor ‘zu Ende baden’ (2. Hälfte 15. Jh.). Bader m. ehemals ‘Barbier und Wundarzt’, mhd. badære, asächs. baðeri (um 1100) ist der Inhaber einer Badestube, der die Badenden bedient, sie zur Ader läßt und ihnen die Haare schneidet.

Thesaurus

Synonymgruppe
die Konsequenzen tragen (müssen)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen für)  fig. · (etwas) ausbaden (müssen)  ugs. · (für etwas) bluten (müssen)  ugs., fig. · die Suppe auslöffeln (müssen)  ugs., fig. · die Zeche zahlen (müssen)  ugs., fig.
Assoziationen
  • (für Schaden) aufkommen müssen · ↗(für etwas) geradestehen · einstehen müssen · ↗haften (für) · in Haftung genommen werden
  • (für etwas) (die) Verantwortung übernehmen · (für etwas) aufkommen (müssen) · (sich) verantwortlich erklären (für)  ●  (den) Kopf hinhalten (müssen) (für)  fig. · (etwas) auf seine Kappe nehmen  ugs., fig. · (sich) den Schuh anziehen  ugs., fig. · auf die eigene Kappe nehmen  ugs., fig. · den Buckel hinhalten  ugs., fig.
  • (alles) bezahlen (dürfen / müssen) · (die) Rechnung präsentiert bekommen · (die) Zeche zahlen (müssen) · ↗aufkommen (müssen für) · zur Kasse gebeten werden  ●  (eine Sache) in Ordnung bringen  ugs., fig. · (es heißt) Zahlemann und Söhne (für jemanden)  ugs., variabel
  • (Fehler) ausmerzen · ↗(Mangel) beheben · ↗(Missstand) abstellen · ↗(Problem) beseitigen · ↗(Problem) bewältigen · ↗(wieder) geradebiegen · (wieder) ins Reine bringen · Abhilfe schaffen · ↗abhelfen · aus der Welt schaffen · ↗bereinigen · in Ordnung bringen · ↗klären · ↗lösen  ●  (die) Kuh vom Eis holen  fig.
  • (eine Sache) bereinigen · ↗klären · wieder einrenken · ↗wiedergutmachen  ●  ↗(eine) Scharte (wieder) auswetzen  fig. · ↗(etwas) ausbügeln  fig. · wieder geradebiegen  fig.
  • abgelten · aus dem Weg räumen · ↗ausgleichen · ↗begleichen (Rechnung) · ins Reine bringen · ↗wettmachen · ↗wiedergutmachen  ●  ↗ausbügeln  ugs. · die Scharte auswetzen  ugs. · verlorenen Boden wettmachen  ugs.
  • am Arsch des Propheten sein  derb, scherzhaft, sarkastisch · angeschmiert sein  ugs. · belämmert dastehen  ugs. · blöd dastehen  ugs. · der Angeschmierte sein  ugs. · der Blöde sein  ugs. · der Dumme sein  ugs. · der Gelackmeierte sein  ugs. · die Arschkarte (gezogen) haben  ugs., fig. · die Blöde sein  ugs. · dumm dastehen  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiter Arbeitnehmer Beschäftigte Fehlentscheidung Fehler Folge Folgen Kleine Kommune Misere Mist Nachfolger Passagier Sache Schlamassel Steuerzahler Sünde Unmut Verbraucher Versagen Versäumnis allein alleine ausgerechnet baden jetzt letztlich nun selber Ärger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausbaden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und warum soll ich es ausbaden, wenn andere keine Prioritäten entwickeln können?
Die Zeit, 06.02.2012, Nr. 06
Jetzt muss er ausbaden, was er sich selber eingebrockt hat.
Bild, 08.07.2003
Solange ich die Folgen nicht auszubaden hatte, war ich entzückt davon.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 21
Wenn ich den "männlichen Trieb" erwecke, muß ich ihn auch ausbaden.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 79
Meine schuldbestaubte Seele nahm die heimlich langersehnte Gelegenheit wahr, sich so recht nach Lust auszubaden.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8350
Zitationshilfe
„ausbaden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausbaden>, abgerufen am 14.11.2019.

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