Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ausbalancieren

Grammatik Verb · balanciert aus, balancierte aus, hat ausbalanciert
Aussprache 
Worttrennung aus-ba-lan-cie-ren
Wortzerlegung aus- balancieren
Wortbildung  mit ›ausbalancieren‹ als Erstglied: Ausbalancierung
eWDG

Bedeutung

etw. ins Gleichgewicht bringen, im Gleichgewicht halten
Beispiel:
der Seiltänzer muss sein Körpergewicht, der Jongleur die aufeinandergestellten Gegenstände genau ausbalancieren
häufig, übertragen
Beispiele:
verschiedene Meinungen, Interessen, Kräfte geschickt, klug ausbalancieren
um Einnahmen und Ausgaben ausbalancieren zu können [ Thälm.Reden1,95]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Balance · balancieren · ausbalancieren · Balancierstange
Balance f. ‘Gleichgewicht’. Auf spätlat. bilanx ‘Waage mit zwei Waagschalen’ (s. bi- und vgl. lat. lanx, Genitiv lancis, ‘Schüssel, Schale’) geht vlat. *bilancia zurück, die Vorstufe von ital. bilancia ‘Waage’ (wovon bilanciare ‘abwägen, prüfen’ und die postverbale Ableitung bilancio ‘Bilanz’, s. Bilanz) und frz. balance ‘Waage, Gleichgewicht, Bilanz’ (wahrscheinlich mit frühem lautlichen Einfluß von spätlat. ballāre ‘tanzen’). Frz. balance dringt seit der Mitte des 17. Jhs. (ein vereinzelter Frühbeleg balanc, 15. Jh.) in der Bedeutung ‘Gleichgewicht’ (jmdm. die Balance halten) ins Dt., wird das ganze 18. Jh. hindurch, namentlich in der Fügung Balance von Europa, als politisches Schlagwort verwendet (nach engl. balance of power) und ist von der 2. Hälfte des 18. Jhs. an auch als Ausdruck der Artisten und Seiltänzer geläufig. In der dt. Kaufmannssprache des 17. bis 19. Jhs. kommt Balance, Balanz außerdem mit der Bedeutung ‘Rechnungsabschluß’ als Nebenform von (aus dem Ital. übernommenem) Bilanz vor. – balancieren Vb. ‘etw. oder sich selbst im Gleichgewicht halten’, seit Ende des 17. Jhs. nach frz. balancer ‘im Gleichgewicht halten, schwanken’ (Ableitung von frz. balance ‘Waage, Gleichgewicht, Bilanz’); anfangs häufig ‘gegeneinander abwägen, unschlüssig sein’ (so vereinzelt bis ins 19. Jh.); die heutige Bedeutung ist vom Beginn des 18. Jhs. an bezeugt; vom 18. bis ins 20. Jh. wird das Verb gelegentlich auch neben bilanzieren (s. Bilanz) in dessen Sinne gebraucht. ausbalancieren Vb. ‘ins Gleichgewicht bringen’ (19. Jh.). Balancierstange f. (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufeinander abstimmen · ausbalancieren · austarieren · ins Gleichgewicht bringen

Typische Verbindungen zu ›ausbalancieren‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausbalancieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausbalancieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ist selbstverständlich viel schwerer, die heterogenen Interessen, die heute im Netz aufeinander prallen, auszubalancieren. [C't, 2000, Nr. 17]
Mein Ziel ist, den Klang so angenehm wie möglich auszubalancieren. [Süddeutsche Zeitung, 21.10.2004]
Aber in den letzten Jahren habe ich das alles ausbalanciert. [Süddeutsche Zeitung, 17.01.2001]
Klug ausbalanciert scheint alles, dennoch dramatisch vorwärtsdrängend, mitunter richtig spannend. [Süddeutsche Zeitung, 03.09.1999]
Es darf nicht zu heterogen und muss in sich ausbalanciert sein. [Die Zeit, 09.12.2002, Nr. 49]
Zitationshilfe
„ausbalancieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausbalancieren>.

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