ausbedingen

GrammatikVerb · reflexivbedingt sich aus, bedang sich aus, hat sich ausbedungen
Aussprache
Worttrennungaus-be-din-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-bedingen
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben sich [Dativ] etw. ausbedingenetw. verlangen, zur Bedingung machen
Beispiele:
sich etw. nachdrücklich, schriftlich ausbedingen
sich das Recht, die Freiheit (zu selbstständigem Handeln) ausbedingen
ich hatte mir ausbedungen, dass ...
der ausbedungene Lohn
das ausbedungene Honorar
der Priester bedang sich einige Tage Zeit aus [TucholskyGestern u. Morgen30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bedingen · ausbedingen · Beding · Bedingung · Bedingnis · Bedingungssatz · bedingungslos · bedingt · unbedingt
bedingen Vb. ‘zwangsläufig zur Folge haben, voraussetzen, fordern’. Das Verb wird anfangs nur schwach flektiert, starke Formen treten wie bei dem Simplex dingen seit dem 17. Jh. auf. Das Präfixverb bedingen ist wie einfaches ↗dingen (s. d.) ursprünglich ein Wort der Rechtssprache, mhd. bedingen ‘verhandeln, durch Verhandlung gewinnen, Bedingungen vorschreiben’, danach ‘vereinbaren, (sich) vorbehalten’, wofür heute ausbedingen Vb. mhd. ūʒbedingen. Die heute übliche Bedeutung von bedingen ist durch die Verbalsubstantive Beding n. (15. Jh.), Bedingung f. mhd. bedingung und Bedingnis f. (14. Jh.) beeinflußt, die im 16. Jh. eine ‘vertragliche Abmachung’, dann eine ‘Voraussetzung’ (im rechtlichen Sinn) bezeichnen. Bedingung ‘Voraussetzung’ geht im 18. Jh. in die philosophische Fachsprache, danach in die Allgemeinsprache ein, der Plural nimmt dabei die Bedeutung ‘Verhältnisse, Gegebenheiten’ an. Der grammatische Terminus Bedingungssatz m. gilt seit Beginn des 19. Jhs., älter Bedingungsrede (Stieler 1691). bedingungslos Adj. ‘ohne eine Bedingung, uneingeschränkt, vorbehaltlos’ kommt Mitte des 19. Jhs. auf. Wie Bedingung gelangt auch bedingt Part.adj. ‘von bestimmten Voraussetzungen abhängig, eingeschränkt’ und unbedingt Part.adj. ‘von keiner Voraussetzung abhängig, uneingeschränkt’ aus der Rechtssprache (bedingte Verurteilung) über die Verwendung in der Fachsprache der Philosophie in die Allgemeinsprache, wo unbedingt als Adverb den Sinn ‘auf jeden Fall, unter allen Umständen’ entwickelt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
  • Anspruch · ↗Erwartung · ↗Forderung
  • (sich) halten (an) · bleiben bei · festhalten an · nicht abgehen von · nicht aufgeben  ●  (sich) leiten lassen von  geh.
Synonymgruppe
(etwas) an eine Voraussetzung knüpfen · (etwas) unter (den / einen) Vorbehalt stellen · (jemandem etwas) zur Auflage machen · (sich etwas) ausbedingen · zur Bedingung machen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtsantritt Bedenkzeit Frist Gegenleistung Mitspracherecht Option Recht Vertrag bedingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausbedingen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich selbst habe mir ausbedungen, nach zwei Jahren über ein weiteres Engagement zu entscheiden.
Der Tagesspiegel, 29.04.2004
Er kann sich lediglich das Recht ausbedingen, zunächst nachbessern zu dürfen.
C't, 1997, Nr. 2
Diese hat sich das letzte Wort ausbedungen, von ihrem Vetorecht seit Kriegsende aber nur zweimal Gebrauch gemacht.
o. A. [ff.]: Wies´nwirt. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1982]
Natürlich, er könnte noch Wünsche äußern oder sich Änderungen ausbedingen, aber glatt ablehnen, das wäre sein Rat, sollte der Wirt es nicht.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 394
Weil die Abtei für unwohnlich galt, war im "Weißen Wind" sein Quartier ausbedungen worden.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 94
Zitationshilfe
„ausbedingen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausbedingen>, abgerufen am 13.11.2019.

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