ausbilden

GrammatikVerb · bildet aus, bildete aus, hat ausgebildet
Aussprache
Worttrennungaus-bil-den
Wortzerlegungaus-bilden
Wortbildung mit ›ausbilden‹ als Erstglied: ↗Ausbilder · ↗Ausbildner  ·  formal verwandt mit: ↗Auszubildende · ↗unausgebildet
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn. für einen Beruf schulen
Beispiele:
Lehrlinge, Praktikanten, Fachschüler ausbilden
Rekruten ausbilden
es müssen mehr Facharbeiter, Lehrer, Ärzte ausgebildet (= herangebildet) werden
sich ausbilden (lassen)die für einen Beruf nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben
Beispiele:
sich als, zum Schauspieler, Musiker, Sänger ausbilden (lassen)
sie lässt sich als, zur Kindergärtnerin, Krankenschwester ausbilden
sich in Gesang, auf dem Klavier ausbilden (lassen)
in einem Fach, an einer Maschine ausgebildet sein
der Bademeister ist im Rettungswesen ausgebildet
ein gut, schlecht, unzureichend, ein wissenschaftlich ausgebildeter Mitarbeiter
Ist hier jemand am leichten oder schweren Maschinengewehr ausgebildet [RennKrieg308]
2.
etw. entwickeln
Beispiele:
seine Fähigkeiten, Anlagen ausbilden
seinen Verstand, Geschmack ausbilden
ein stark ausgebildetes (= ausgeprägtes) Empfinden, Gefühl für etw. haben
einen Gedanken, Plan, ein System (weiter) ausbilden
eine völlig ausgebildete Sprache
der Sportler, Schwerarbeiter hat eine besonders ausgebildete Muskulatur
das Gerät, der Mechanismus ist so ausgebildet (= eingerichtet), dass ...
ein als Bremse ausgebildeter Hebel
Als dann aber die Lehre von den chemischen Elementen ausgebildet ... wurde [PlanckScheinprobleme6]
die Nase ist fleischig, die Mundpartie sehr ausgebildet [FalladaBlechnapf124]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bilden · abbilden · ausbilden · einbilden · Einbildung · Einbildungskraft · eingebildet · Bildner · bildsam · Bildung
bilden Vb. ‘formen, gestalten, hervorbringen, darstellen, sein’, übertragen ‘erziehen, die geistigen Anlagen entwickeln’, ahd. biliden ‘formen, gestalten, zum Beispiel geben, nachahmen’ (9. Jh.) und bilidōn ‘abbilden, nachahmen, Vorbild sein, gestalten’ (8./9. Jh., vom 10. Jh. an vorherrschend), postnominale Ableitungen von ahd. bilidi (s. ↗Bild), fallen zusammen in mhd. bilden ‘mit Bildern verzieren, gestalten, nachbilden, vorstellen’ (vgl. gleichbed. mnd. bē̌lden, bilden und nl. beelden ‘bilden, abbilden, malen’). Das bis heute ein Formen realer Gegenstände, namentlich ein Gestalten visuell erfaßbarer Kunstwerke (bildende Kunst, 18. Jh., anfangs im Plur.) bezeichnende Verb findet im Sprachgebrauch der Mystiker auch Anwendung auf den geistig-seelischen Bereich; von der Mitte des 18. Jhs. an und besonders in der Klassik wird bilden zum Ausdruck für die Bestrebungen der bürgerlich-humanistischen Pädagogik; gleichzeitig werden daher auch das Part.adj. gebildet, das das Erziehungsergebnis kennzeichnet, und dessen Substantivierung der Gebildete üblich. Sich anschließende Präfixbildungen sind abbilden Vb. ‘im Bilde darstellen’ (16. Jh.; dazu Abbildung f. ‘bildliche Wiedergabe’, 2. Hälfte 16. Jh.); ausbilden Vb. ‘mit bestimmten Kenntnissen und Fertigkeiten versehen’, auch ‘entwickeln, formen’, mhd. ūʒbilden ‘eine Nachbildung zeigen’ (dazu Ausbildung f. ‘Schulung, Entwicklung’, 1. Hälfte 17. Jh.); einbilden Vb. reflexiv ‘sich der Wirklichkeit widersprechende Vorstellungen machen, sich etw. in den Kopf setzen’, mhd. īnbilden ‘einprägen, in der Seele abbilden’ (bei den Mystikern), im älteren Nhd. (reflexiv) noch allgemein ‘sich etw. vorstellen’, dann ‘sich falsche Vorstellungen machen’ (auch hinsichtlich des eigenen Wertes); dazu gehören Einbildung f. ‘falsche Vorstellung, Überheblichkeit’, mhd. īnbildunge ‘das Einbilden, In-die-Seele-Senken’, das Kompositum Einbildungskraft f. ‘Phantasie’ (1. Hälfte 17. Jh., vereinzelt im 16. Jh.) sowie das in jüngerer Zeit sich verselbständigende eingebildet Part.adj. ‘überheblich’ (17. Jh.). Bildner m. ‘Gestalter, Former’, ahd. bilidāri, bilideri ‘Bildner, Gestalter, Schöpfer’ (9. Jh.?), mhd. bildære, bildenære ‘Bildner, Schöpfer’, auch ‘Vorbild, Muster’, nhd. Bilder ‘Schöpfer’ noch bis ins 18. Jh. neben sich schließlich durchsetzendem Bildner, das jetzt auf die gehobene Ausdrucksweise beschränkt ist oder als zweites Kompositionsglied z. B. in Bühnen-, Kostüm-, Maskenbildner vorkommt. bildsam Adj. ‘formbar’, übertragen auch ‘für Lehren empfänglich, erziehbar’, vereinzelt spätmhd. bildsam ‘vorbildhaft’, nhd. in den heutigen Verwendungen seit Mitte des 18. Jhs. Bildung f. ‘der Vorgang des Entfaltens der geistigen Anlagen, des Erziehens sowie dessen Ergebnis’, auch ‘Schaffung, Formung’ und ‘Gestalt’, ahd. bilidunga ‘Widerschein, Abbild’ (11. Jh.), bei Notker (für lat. imāginātio) ‘Vorstellung, Vorstellungskraft’ (vgl. asächs. unbiliðunga ‘Unförmigkeit’, 11. Jh.), mhd. bildunge ‘Bildnis, Gestalt, Muster’, in der Mystik ‘Phantasie’; nhd. zunächst vor allem ‘bildliche Darstellung, Abbild’ und (sehr verbreitet im 18. Jh.) ‘Gestalt’, seit Mitte des 18. Jhs. (dem Verb bilden entsprechend, s. oben) auch ‘geistig-seelische Formung des Menschen, Erziehung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausbilden · bilden · ↗erziehen · ↗schulen  ●  ↗beschulen  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausbilden · ↗ausprägen · bilden · ↗formen · ↗gestalten · ↗prägen  ●  ↗fassonieren  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ausbilden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Azubi Bedarf Beruf Betrieb Elite Fachhochschule Fachkraft Führungskraft Hochschule Imam Ingenieur Jugendliche Lehrer Lehrling Leut Nachwuchs Offizier Pilot Polizist Religionslehrer Sicherheitskräfte Soldat Spezialist Student Techniker Terrorist Universität ausrüsten bewaffnen bilden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausbilden‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausbilden‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es werden insgesamt 15 Teilnehmer ausgebildet, wenige Plätze sind noch frei.
Die Welt, 15.07.2003
Und bildet er nicht für das staatliche Fernsehen Journalisten aus?
Der Tagesspiegel, 25.01.2002
In den ersten 26 Jahren seines Bestehens bildete das College nur 146 Studenten aus.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 10060
Auch noch an anderen Orten konnte man sich in der praktischen Musik ausbilden lassen.
Bente, Martin u. a.: Paris. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 33842
Einen eigenen musikalischen Stil bildeten ihrerseits die aschkenasischen Juden in Polen aus.
Mezger, M.: Musik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 12704
Zitationshilfe
„ausbilden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausbilden>, abgerufen am 23.01.2020.

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