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ausdenken

Grammatik Verb · denkt aus, dachte aus, hat ausgedacht
Aussprache 
Worttrennung aus-den-ken
Wortzerlegung aus- denken
Wortbildung  mit ›ausdenken‹ als Erstglied: ausdenkbar

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨(sich) etw. ausdenken⟩ sich etw. in Gedanken zurechtlegen, etw. ersinnen
  2. 2. ⟨etw. ist nicht auszudenken⟩ etw. ist unvorstellbar, nicht auszumalen
eWDG

Bedeutungen

1.
(sich) [Dativ] etw. ausdenkensich etw. in Gedanken zurechtlegen, etw. ersinnen
Beispiele:
sich einen Plan, eine Antwort, Ausrede ausdenken
sich einen Scherz, Spaß, eine Bosheit ausdenken
er hatte sich rasch ein paar Verse, einen passenden Spruch ausgedacht
dieses Strickmuster hat sie sich selbst ausgedacht
umgangssprachlichdas hast du dir ja bloß ausgedacht! (= frei erfunden!)
umgangssprachlichda musst du dir schon etwas anderes ausdenken! (= das glaube ich dir nicht!)
eine Erwiderung, Begründung ausdenken
ein klug, weise ausgedachtes Vorhaben
nun suchte er sich auszudenken, was geschehen würde [ CarossaGion242]
Da dachte er eine List aus und bestrich den Boden mit Pech [ GrimmSimeliberg2,182]
herrlicher Anschlag! [rief Salvator] – Vortrefflich ausgedacht! [ E. T. A. Hoffm.Serapionsbrüder4,383]
2.
etw. ist nicht auszudenkenetw. ist unvorstellbar, nicht auszumalen
Beispiele:
die Folgen, Auswirkungen sind nicht auszudenken
es war gar nicht auszudenken, wie herrlich alles noch werden konnte [ Hausm.Überfall255]

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) ausdenken · (sich) einfallen lassen · Ideen entwickeln (zu) · ausklügeln · ausknobeln · austüfteln · erdenken  ●  ausbrüten  ugs., fig. · ausklamüsern  ugs., norddeutsch · ersinnen  geh.

Typische Verbindungen zu ›ausdenken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausdenken‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausdenken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wollen wir uns einmal ausdenken, wie schön es wäre, jetzt an der Elbe zu wandern? [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 95]
Was weiter daraus geworden wäre, läßt sich so nicht ausdenken. [Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 1]
Keine politische Propaganda hätte sich ein wirksameres Symbol ausdenken können als diese Wirklichkeit. [Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 38]
Wenn daher das wirklich richtige Mädchen zu lange ausbleibt, erscheint das Mädchen, das wir uns denken, ausdenken, irgendwo. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 29]
Das Kind muß sich ausdenken, auf welche Weise er ihnen entkommen kann. [Die Zeit, 10.12.1998, Nr. 51]
Zitationshilfe
„ausdenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausdenken>.

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