ausdrücklich

Grammatik Adjektiv · Komparativ: ausdrücklicher · Superlativ: am ausdrücklichsten, Steigerung selten
Aussprache  [ˈaʊ̯sdʀʏklɪç] · [aʊ̯sˈdʀʏklɪç]
Worttrennung aus-drück-lich
Wortzerlegung Ausdruck1 -lich
eWDG

Bedeutung

entschieden geäußert, besonders betont
Beispiele:
auf ausdrücklichen Wunsch, Verlangen des Staatsanwaltes wurde ein weiterer Zeuge vernommen
die Soldaten handelten auf ausdrücklichen Befehl ihres Kommandeurs
gegen das ausdrückliche Verbot der Mutter gingen die Kinder aufs Eis
er übernahm die Arbeit mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass er an keinen Termin gebunden sei
es geschah mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis, Genehmigung, Zustimmung
eine Beleidigung öffentlich unter ausdrücklicher Angabe des Namens zurücknehmen müssen
besonders
Grammatik: adverbiell
Beispiele:
etw. ausdrücklich anordnen, gestatten, untersagen, verbieten
es wird ausdrücklich erklärt, betont, darauf hingewiesen, dass …
der Lehrer hatte die Kinder ausdrücklich ermahnt, nicht zu lärmen
wie ich ausdrücklich bemerken, feststellen möchte
auf eine Anerkennung, Belohnung, Bezahlung ausdrücklich verzichten
die Quellen, Gewährsleute für eine Nachricht ausdrücklich nennen, erwähnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

drücken · Drückeberger · Druck2 · eindrücken · Eindruck · Drücker · ausdrücken · Ausdruck · ausdrücklich · bedrücken · unterdrücken · Unterdrückung · Unterdrücker
drücken Vb. ‘pressen, belasten, bedrängen’. Bis ins 17. Jh. daneben gleichbed. umlautloses obd. drucken (s. d.). Ahd. thrucken ‘pressen, bedrücken, quälen, bedrängen’ (9. Jh.), mhd. drücken, drucken ‘(be)drängen, pressen, auspressen, sich drängen’, mnd. drücken, mnl. drucken, nl. drukken, aengl. þryccan ‘zerdrücken, drängen, beleidigen, unterdrücken’, schwed. trycka ‘drücken, drucken’ sind Intensivbildungen (germ. *þrukkjan) zu einer Weiterbildung der Verbalwurzel germ. *þrūg-, die innerhalb des Germ. auch in anord. þrūga ‘drohen, unterdrücken, nötigen’ überliefert ist. Mit verwandtem lit. trū́kti ‘entzweireißen, zerspringen, bersten’ stellen sich die germ. Formen zu ie. *treuk-, *trū̌k-, einer zweifachen Erweiterung der Wurzel ie. *ter(ə)- ‘reiben, drehend reiben’, auf die auch drehen und drohen zurückgehen (s. d.). Drückeberger m. ‘wer sich heimlich (vor einer Arbeit) davonmacht, eine Aufgabe nicht übernimmt’ (19. Jh.), scherzhafte Bildung nach dem Typ der Herkunftsnamen auf -berger (vgl. Perleberger ‘einer aus Perleberg’, s. auch Schlauberger), zu sich drücken ‘sich heimlich davonmachen’ (13. Jh.). Druck2 m. ‘das Drücken, Zwang, Belastung’, modern als technischer Terminus in Luft-, Wasser-, Überdruck u. a.; ahd. thruc ‘Druck, Einwirkung’ (um 1000), mhd. druc ‘Druck, feindliches Zusammenstoßen’. eindrücken Vb. ‘eine Spur hinterlassen, einprägen, durch Druck zerstören’, ahd. inthrucken ‘etw. mit Druck einprägen, aufdrücken’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īndrucken; für geistige Beeinflussung und Wirkung ist heute beeindrucken üblich (seit etwa 1900). Daraus rückgebildet Eindruck m. ‘Druckspur, Einwirkung auf Fühlen und Denken’, mhd. īndruc ‘Empfindung, nachhaltige Wirkung’, bei den Mystikern gebräuchlich, danach häufig seit dem 18. Jh. (einen guten, tiefen Eindruck ‘Wirkung’ machen, hinterlassen). Drücker m. ‘mechanische Vorrichtung, Handhabe zur Ausübung von Druck’ (17. Jh.), dann ‘Bedienungsknopf zur Herstellung eines elektrischen Kontaktes’; vgl. dagegen mhd. drücker ‘Unterdrücker’, so noch im 19. Jh., dann abgelöst von Unterdrücker (s. unten). ausdrücken Vb. ‘auspressen, (in Worten) darstellen’, mhd. ūʒdrücken ‘auspressen’; seit dem 15. Jh. ‘in Worte fassen, aussprechen’ (Luther: mit ausgedruckten Worten für lat. expressis verbis); im 16. Jh. wird das Part. Prät. ausgedruckt häufig für heutiges ausdrücklich (s. unten) verwendet. Das 18. Jh. verbindet ausdrücken (und Ausdruck) mit dem Sichtbarwerden von Gefühl und seelischer Reaktion und bezieht es auf künstlerische Gestaltung und Formgebung. Ausdruck m. ‘äußerliches Zeichen inneren Geschehens, Erlebens’, spätmhd. ūʒdruc, seit dem 18. Jh. ‘die Art zu sprechen’, auch ‘Redensart, Wort, (künstlerische) Gestaltung’. ausdrücklich Adj. ‘betont, deutlich, klar’ (16. Jh.). bedrücken Vb. ‘belasten’, ahd. bithrucken ‘schänden, niederdrücken, unterdrücken’ (10. Jh.), mhd. bedrücken ‘niederdrücken, überwältigen’. unterdrücken Vb. ‘niederhalten, unterjochen, gewaltsam beherrschen’, mhd. underdrücken ‘nach unten drücken, unterjochen, unterwerfen’; Unterdrückung f. ‘Unterwerfung, (gewaltsame) Beherrschung’ (15. Jh.); Unterdrücker m. (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausdrücklich · bestimmt · betont · deutlich · dringlich · eindeutig · emphatisch · energisch · entschieden · explizit · forsch · in aller Deutlichkeit · kategorisch · klar · klar und deutlich · klar und unmissverständlich · mit (großer) Bestimmtheit · mit Nachdruck · nachdrücklich · unmissverständlich · zugespitzt  ●  akzentuiert  geh. · angelegentlich  geh. · prononciert  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
Wort für Wort · ausdrücklich · explizit · mit genau den Worten · wortwörtlich  ●  expressis verbis  lat.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausdrücklich · erklärtermaßen
Assoziationen
Synonymgruppe
formell · formgerecht · gebührend · in aller Form  ●  ausdrücklich  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ausdrücklich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausdrücklich‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausdrücklich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nochmals sei ausdrücklich davor gewarnt, die gestoppte Zeit allein für die Beurteilung der Größe der Leistung während des Trainings heranzuziehen. [Hoke, Ralph Johann u. Schmith, Otto: Grundlagen und Methodik der Leichtathletik, Leipzig: Barth 1937, S. 165]
Natürlich hat sie ihm ausdrücklich verboten, den Laden zu betreten. [Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 169]
Trotzdem hat bisher keine die andere ausdrücklich in Frage gestellt. [Werckmeister, Otto Karl: Von der Ästhetik zur Ideologiekritik. In: ders., Ende der Ästhetik, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1971 [1970], S. 51]
Er grenzt zunächst sein spielendes Verhalten ausdrücklich gegen sein sonstiges Verhalten dadurch ab, daß er spielen will. [Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 95]
Auch diesmal sagt der Autor nicht ausdrücklich, warum die Opfer das Leben einbüßten, aber jeder weiß es. [Der Spiegel, 16.02.1981]
Zitationshilfe
„ausdrücklich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausdr%C3%BCcklich>.

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