Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ausfüllen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung aus-fül-len
Wortzerlegung aus- füllen
Wortbildung  mit ›ausfüllen‹ als Erstglied: Ausfüllung
eWDG

Bedeutungen

1.
einen leeren Raum mit etw. füllen
a)
etw. zuschütten
Beispiel:
die Grube, den Graben mit Kies, Steinen ausfüllen
etw. zustopfen
Beispiel:
ein Loch, eine Fuge ganz, vollständig ausfüllen
bildlich
Beispiel:
er hatte empfindliche Lücken in seiner Bildung auszufüllen
b)
einen Platz einnehmen
Beispiele:
der Tisch füllte eine Ecke der Stube aus
Der dicke Gastwirt … stand breit und behaglich in seiner Haustür, die er ganz ausfüllte [ EichendorffTaugenichts3,79]
c)
die in einem Schriftstück geforderten Angaben eintragen
Beispiel:
einen Fragebogen, Vordruck, ein Formular, einen Meldezettel gewissenhaft, deutlich, mit Tinte ausfüllen
2.
die Zeit mit etw. hinbringen, nutzen
Beispiele:
die Wartezeit, Pause unterhaltsam, mit einem Zeitvertreib ausfüllen
ihr Leben ist ganz mit Arbeit ausgefüllt
[der Tag] ging dahin … vom Morgen bis zum Abend mit eifriger Beschäftigung ausgefüllt [ UhseBertram41]
3.
übertragen etw. erfüllen
a)
seine beruflichen Aufgaben meistern
Beispiele:
einen Platz, eine Stellung gut, gewissenhaft, voll, schlecht ausfüllen
Laßt jeden nur seinen Posten ausfüllen [ G. Hauptm.SonnenuntergangIII]
b)
etw. füllt jmdn. ausetw. beherrscht jmdn.
Beispiele:
ein Gedanke, das Glück füllt jmdn. aus
Nur noch ein Gefühl füllte sie aus [ BrodTycho Brahe207]
etw. befriedigt jmdn.
Beispiele:
die Arbeit, der Beruf, eine Beschäftigung füllt jmdn. aus
Er hatte ein ausgefülltes, vielbeneidetes Leben geführt [ Feuchtw.Narrenweisheit11]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausfüllen · eintragen · registrieren
Synonymgruppe
ausfüllen · ausstopfen · füllen · voll stopfen · vollstopfen

Typische Verbindungen zu ›ausfüllen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausfüllen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausfüllen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur so hatte ich gelernt, in der Welt zu sein, ihre Leere mit meiner Sehnsucht auszufüllen. [Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 370]
Und wie stets füllte sie den größten Teil des Tages aus. [Schulze, Friedrich: Der Deutsche Buchhandel und die geistigen Strömungen der letzten hundert Jahre. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1925], S. 8702]
Sein innerpolitisches Wirken wird manche Jahre, bis Ende des Jahrhunderts, ausgefüllt haben, aber das läßt sich nur vermuten. [Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3565]
In der Liste sind dann je Wert zwei Felder auszufüllen. [C't, 1998, Nr. 19]
Er grübelt über seine Stellung, aber er füllt sie noch nicht aus. [Die Zeit, 27.01.2000, Nr. 5]
Zitationshilfe
„ausfüllen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausf%C3%BCllen>.

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