ausgefallen
Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungaus-ge-fal-len (computergeneriert)
Grundformausfallen
eWDG, 1967

Bedeutung

ungewöhnlich, selten vorkommend
Beispiele:
ein ausgefallener Artikel, Stoff
eine ausgefallene Ware, Farbe
ein ausgefallener Gedanke
eine ausgefallene Idee, Meinung
einen ausgefallenen Geschmack haben
ihm fällt plötzlich etwas ganz Ausgefallenes ein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fallen · fällig · auffallen · auffallend · auffällig · ausfallen · ausfallend · ausfällig · ausgefallen · einfallen · Einfall · Fall · Fallbeil · Fallreep · Gefälle · Falle
fallen Vb. ‘sich nach unten bewegen (durch die eigene Schwere), stürzen, sinken, (im Kampf als Soldat) sterben’, ahd. fallan ‘(herab)stürzen, zu Fall kommen, einstürzen, sinken, zuteil werden, umfallen, verfallen’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. vallen, asächs. fallan, aengl. feallan, fallan, engl. to fall, anord. schwed. falla. Mit dem ehemals ein präsensbildendes n aufweisenden Verb (ll aus ln) sind höchstens vergleichbar armen. p‛ul ‘Einsturz’, p‛lamin ‘ich falle ein’ und (dehnstufig) lit. pùlti ‘fallen’, vielleicht (als Variante mit anlautendem s-) auch griech. sphállein (σφάλλειν) ‘zu Fall bringen, zugrunde richten, täuschen’, so daß von einer Wurzel ie. *phō̌l- bzw. *pō̌l- ‘fallen’ (d. h. ‘sich nach dem Gesetz der Schwerkraft abwärts bewegen’) ausgegangen werden kann. fällig Adj. ‘für einen bestimmten Termin vorgesehen, zur Zahlung anstehend’ (15. Jh.), mhd. (rechtssprachlich) vellic ‘der Zahlung, der Buße, der Strafe verfallen, verurteilt’, wohl abgeleitet vom Verb mhd. fallen im Sinne von ‘fällig sein, werden’. Vgl. ahd. fellīg ‘fallend, stürzend, baufällig, eingestürzt’ (10. Jh.), mhd. vellec, vellic ‘zu Fall kommend, fallend (besonders im Kampf), vor Gericht überwunden’; häufig suffixartig als zweites Glied in Komposita wie bau-, hin-, rückfällig. auffallen Vb. ‘hervorstechen, ins Auge springen’ (18. Jh.), älter ‘(sich) fallend öffnen’ (um 1700), ‘auf etw. fallen’ (16. Jh.); auffallend Part.adj. ‘hervorstechend, in die Augen springend, die Aufmerksamkeit auf sich lenkend’ (18. Jh.); damit gleichbed. auffällig Adj. (Anfang 19. Jh.). ausfallen Vb. ‘herausfallen, angreifen, enden, unterbleiben’, mhd. ūʒvallen ‘ausrenken’ (den Fuß); ausfallend Part.adj. ‘herausfordernd, beleidigend’ (18. Jh.), aus älterem ‘einen militärischen Ausbruch, Angriff unternehmend’ (16. Jh.); gleichbed. jüngeres ausfällig Adj. ‘beschimpfend, beleidigend’ (19. Jh.), zuvor (bei Zahlungen) ‘seinen Verpflichtungen nicht nachkommend’ (16. Jh.); ausgefallen Part.adj. ‘nicht alltäglich’ (um 1900). einfallen Vb. ‘zusammenstürzen, eindringen, in den Sinn kommen’, ahd. infallan ‘aus etw. auf etw. fallen, Eingang finden’ (Hs. 12. Jh.), mhd. īnvallen ‘Eingang finden, eindringen, als Besitz zufallen, in den Sinn kommen, beginnen’; Einfall m. ‘das Einbrechen, feindliches Eindringen, plötzlicher Gedanke’, mhd. īn-, inval ‘das Einfallen, Einbruch, Eingriff in jmds. Recht, Zwischenfall, zufälliger Gedanke, Einrede’. Fall m. ‘Sturz, Untergang, Ereignis, (Rechts)angelegenheit’, auch (seit 17. Jh.) ‘grammatischer Kasus’ (s. ↗Kasus), ahd. fal ‘(Ein)sturz, Ärgernis, Kränkung’ (8. Jh.), mhd. val (Genitiv valles) ‘das Fallen der Würfel, des Wassers, der Töne, Sturz, Niederlage, Straffall, Abgabe bei Todesfall an den Lehnsherrn’ (germ. *falla-). Die Verwendungsweisen sind beeinflußt vom Bild der gefallenen Würfel, von lat. cāsus ‘das Fallen, Sturz, Vorfall, Zufall, Gelegenheit, Unfall, grammatischer Kasus’, das bereits in ahd. Zeit durch fal übersetzt wird, und von frz. cas ‘Fall’, vgl. Wendungen wie setzen wir den Fall (frz. posons le cas), auf alle Fälle (frz. en tout cas), das ist ganz mein Fall (frz. c’est là mon cas). Fallbeil n. ‘Hinrichtungsmaschine’ (17. Jh.), seit dem 19. Jh. neben Guillotine. Fallreep n. ‘Treppe (Strickleiter), die an der Schiffswand heruntergelassen wird’ (18. Jh.), aus nd. Valreep, vgl. nd. Reep ‘Tau, Seil, mit dessen Hilfe man sich vom Schiffsbord schwingend ins Boot fallen läßt’, s. ↗Reif. Gefälle n. ‘Höhenunterschied, Bodenneigung’, ahd. gifelli ‘Einsturz, Unfall, Verfall’ (um 1000), mhd. gevelle ‘Sturz, Ein-, Absturz, abschüssiges tiefes Tal, guter Würfelfall, Glück, Schicksal, das Gefallen’, kollektive ja-Ableitung zu ahd. fal. Falle f. ‘Tierfanggerät, Hinterhalt’, ahd. falla ‘Falle, Fallstrick’ (8. Jh.), mhd. valle ‘Falle, Türklinke’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausgefallen · ↗besonders · ↗eigen · ↗eigenartig · ↗eigentümlich · ↗idiosynkratisch · ↗originell
Assoziationen
Synonymgruppe
atypisch · aus der Reihe fallen(d) · ausgefallen · ↗außergewöhnlich · der besonderen Art · einmal anders (nachgestellt) · ↗kurios · ↗speziell · uncharakteristisch · ↗ungewöhnlich · ↗unnormal · ↗untypisch  ●  ↗schräg  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(absolute) Rarität · ↗(sehr) speziell · ausgefallen · ↗exotisch · ↗ungewöhnlich
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ampeln Arbeitsmarktdaten Arbeitsmarktzahlen Arbeitsstunden Arbeitstage Design Einkaufsmanagerindex Geschäftszahlen Halbjahreszahlen Hobby Inflationsdaten Klimaanlagen Konjunkturdaten Kreationen Locations Milchzähne Quartalsberichte Quartalsergebnis Quartalszahlen Sonderwünsche US-Arbeitsmarktbericht US-Arbeitsmarktdaten US-Konjunkturdaten US-Wirtschaftsdaten Unternehmenszahlen Unterrichtsstunden enttäuschend erwartungsgemäß unerwartet überraschend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausgefallen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Pause von vier ausgefallenen Spielen war für Union kein Problem.
Bild, 06.03.2006
Und Probleme machen ausgefallene Gifte, die in so geringen Konzentrationen so hochwirksam sind, dass sie kaum nachzuweisen sind.
Der Tagesspiegel, 09.12.2004
Besonders bei der Auswahl der Mäntel zeigen Männer oft einen ausgefallenen Geschmack.
Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 178
Sonst fahren sie gleich mit den ausgefallensten Namen auf, die Schriftsteller.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 173
Als Lehrer wirst du dich aber selbstverständlich erbieten, die durch deine Schuld ausgefallenen Stunden nachzugeben.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 323
Zitationshilfe
„ausgefallen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausgefallen>, abgerufen am 26.02.2018.

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