ausholen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung aus-ho-len
Wortzerlegung aus-holen
Wortbildung  mit ›ausholen‹ als Erstglied: ↗Ausholung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. mit einem (rückwärtigen) Schwung zu einer Bewegung ansetzen
    1. ⟨weit ausholen⟩ weit ausgreifen
    2. [bildlich] ...
  2. 2. [übertragen] beim Erzählen weit zurückgehen, weitschweifig sein
  3. 3. [landschaftlich] jmdn. ausfragen, aushorchen
  4. 4. [mecklenburgisch] ...
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit einem (rückwärtigen) Schwung zu einer Bewegung ansetzen
Beispiele:
der Hammer (an der Glocke, der Uhr) holt aus
jmd. holt mit dem Arm, Bein, mit der Axt, dem Stock aus
er holte aus und warf den Stein fort
zum Schlag, Stoß, Wurf, Sprung ausholen
nach jmdm. ausholen (= zum Schlag gegen jmdn. ansetzen)
Die Uhr im Zimmer holt aus und zählt acht Schläge [ F. WolfGrenze5,218]
weit ausholenweit ausgreifen
Beispiel:
mit weit ausholenden Schritten
bildlich
Beispiele:
Lorenzana holte zum entscheidenden Schlag aus [gegen die Freidenker] [ Feuchtw.Goya190]
Overkamp holte noch einmal aus [zu seinen Fragen] [ SeghersSiebtes Kreuz4,299]
2.
übertragen beim Erzählen weit zurückgehen, weitschweifig sein
Beispiele:
beim Erzählen, bei einer Geschichte, einem Vortrag weit ausholen
ich muss etwas weiter ausholen
3.
landschaftlich jmdn. ausfragen, aushorchen
Beispiele:
Könntest du ihn nicht ausholen? [ BrechtDreigroschenroman292]
[ich] holte ihn viel über Musik und Komponistendasein aus [ Th. Mann12,196]
4.
mecklenburgisch
Beispiele:
holt dir das etwas aus? (= macht dir das etwas aus?)
es holt nichts aus für mich, ob ich zu Fuß gehe oder mit der Straßenbahn zum Dienst fahre (= es ist kein Unterschied für mich, ob ich zu Fuß gehe oder mit der Straßenbahn zum Dienst fahre)

Typische Verbindungen zu ›ausholen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausholen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausholen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn man sich in die Zweite Liga gerettet hat, kann man weiter ausholen.
Der Tagesspiegel, 28.07.2000
Da holt der Mann, der für alles gern eine schnelle Lösung sucht, auf einmal weit aus, überraschend weit.
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2000
Ich holte auch aus und nun wagte er nicht, zuzuschlagen.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 4796
Sie legte es darauf an, ihn über den Punkt auszuholen.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 120
Kaum war er mit dem Klenk allein, suchte er ihn auszuholen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 677
Zitationshilfe
„ausholen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausholen>, abgerufen am 24.11.2020.

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