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auskegeln

Grammatik Verb
Worttrennung aus-ke-geln
Wortzerlegung aus- kegeln

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ...
  2. 2. [süddeutsch, österreichisch] ⟨sich etw. auskegeln⟩ sich etw. ausrenken
eWDG

Bedeutungen

1.
Beispiel:
einen Preis auskegeln (= um einen Preis kegeln)
2.
süddeutsch, österreichisch sich [Dativ] etw. auskegelnsich etw. ausrenken
Beispiel:
ich habe mir den Arm ausgekegelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kegel1 · kegeln · Kegler · Kegelbahn · auskegeln · Kegelschnitt
Kegel1 m. ‘nach oben spitz zulaufender Körper mit runder Bodenfläche, Holzfigur (im Kegelspiel)’, ahd. kegil ‘Pflock, Pfahl’ (9. Jh.), mhd. kegel ‘Figur im Kegelspiel, Knüppel, Stock, Eiszapfen’, mnd. kēgel, mnl. kēghel, nl. kegel setzen germ. *kagila- voraus, das als Deminutivum zu den Substantiven schwäb.-bair. Kag ‘Kohlstengel, Stumpf’, norw. (mundartlich) kage ‘niedriger Busch’, schwed. (mundartlich) kage ‘Baumstumpf’ und nl. keg ‘Keil’ zu stellen ist. Wenn sich außergerm. damit lit. žãgas ‘(kegelförmiger Heu-, Getreide)schober’, ursprünglich ‘Stangengerüst’ und ‘Haufen’, žãgaras ‘dürrer Zweig’ verbinden läßt, kann eine Wurzel ie. *g̑eg(h)-, *g̑og(h)- ‘Ast, Pfahl, Busch’ angesetzt werden; s. auch Kufe1. – kegeln Vb. ‘Kegel schieben, purzeln wie ein Kegel’, mhd. kegelen ‘Kegel schieben’; dazu Kegler m. mhd. kegeler ‘Kegelspieler’; Kegelbahn f. (18. Jh.). auskegeln Vb. ‘ausrenken, verrenken’ (17. Jh.), zu Kegel ‘Knöchel, Gelenk’ in südd. Mundarten. Kegelschnitt m. ‘ebener Schnitt durch einen Kegel’, Terminus der Mathematik, die, anknüpfend an die Holzfigur im Kegelspiel, einen spitz zulaufenden geometrischen Körper mit runder oder ovaler Grundfläche Kegel nennt, vgl. schnydt durch ein kegel (Dürer 1525), in der lat. Wissenschaftssprache sectio conica.

Verwendungsbeispiele für ›auskegeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ob er noch systemimmanent ist, grundgesetzkonform, könnte nach jüngsten Erfahrungen ausgekegelt werden. [Der Spiegel, 03.11.1986]
Der Sprache wird der Arm gedreht, bis er ausgekegelt ist. [Die Welt, 30.09.2000]
Der Deutsche Turnerbund kegelte bei der Vergabe die Mitbewerber, darunter Stuttgart, gegen die Hauptstadt aus. [Der Tagesspiegel, 19.11.2000]
Aber dienstbeflissene Bürokraten in den Personalabteilungen hatten längst mit einer Blitzaktion begonnen, Persönliche Referenten, Pressesprecher und Sekretärinnen auszukegeln. [Der Spiegel, 11.10.1982]
Neuerdings wird in Italien zum Beispiel der »Cup Velveta« ausgekegelt. [Die Zeit, 22.07.1954, Nr. 29]
Zitationshilfe
„auskegeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auskegeln>.

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