ausklammern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-klam-mern
Wortzerlegungaus-klammern
Wortbildung mit ›ausklammern‹ als Erstglied: ↗Ausklammerung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw., jmdn. aus einem Fragenkomplex ausschließen, bei einem Fragenkomplex nicht berücksichtigen
Beispiele:
eine Teilfrage, das Unwesentliche, ein bestimmtes Thema (zunächst, in der Diskussion) ausklammern
einen Betrieb, ein Gebiet, ein Land bei der Gesamtberechnung ausklammern
in dieser Abhandlung werden einige Gedichte ausgeklammert
den Menschen (bei der Betrachtung eines künstlerischen Gesamtwerkes) nicht ausklammern
2.
Mathematik einen Faktor aus jedem Glied einer algebraischen Summe herausziehen und diesen vor oder hinter eine Klammer setzen, die die veränderte algebraische Summe einschließt
Beispiel:
wir klammern den Faktor y aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Klammer · klammern · einklammern · ausklammern · Klampe · Klampfe1
Klammer f. ‘Instrument zum Zusammenhalten, Schriftzeichen, mathematisches Zeichen’, mhd. klamere, klam(m)er, mnd. klāmer, klammer, anord. klǫmbr ‘Klammer, Klemme, Schraubstock’, norw. klomber ‘Klemme, Felsschlucht’ gehen mit den Verben mhd. klamben ‘fest zusammenfügen, verklammern’, anord. klembra ‘klemmen, drücken’, engl. to clamber ‘klimmen, mühsam klettern’ auf ie. *glembh-, eine nasalierte Labialerweiterung der Wurzel ie. *gel- ‘(sich) ballen, Gerundetes, Kugeliges’ zurück (Weiteres s. ↗klimmen). klammern Vb. ‘mit einer Klammer zusammenfügen’ (16. Jh.). einklammern Vb. ‘in Klammern einschließen’ (17. Jh.). ausklammern Vb. ‘aus einer Klammer herausnehmen, beiseite lassen’ (19. Jh., geläufig erst 20. Jh.). Hierher die Lautvariante Klampe f. aus dem Nd. ‘Verbindungs-, Befestigungsstück, Klammer’, mnd. klampe, mnl. clamp, nl. klamp. Entsprechend hd. (bair. rhein.) Klampfe1 f. ‘Klammer, Haken, Öse’; vgl. spätmhd. klampfer f. ‘Klammer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausklammern · in Faktoren zerlegen
Synonymgruppe
ausgrenzen · ausklammern · ↗ausschließen · ↗aussperren · draußen halten · ↗fernhalten · ↗heraushalten · ↗isolieren · keinen Zutritt gewähren · nicht (mit) einbeziehen · nicht dabeihaben wollen · nicht hereinlassen · nicht mitmachen lassen · nicht reinlassen  ●  außen vor lassen  ugs.
Assoziationen
  • am Zutritt hindern · ↗ausschließen · ↗aussperren · keinen Zutritt gewähren · nicht hereinlassen
  • ausschließen · die rote Karte zeigen · ↗disqualifizieren · ↗sperren · ↗verweisen · vom Platz stellen
  • ausgegrenzt · ↗ausgeschlossen · nicht berücksichtigt (werden) · nicht beteiligt · nicht dabei · nicht einbezogen · nicht eingeweiht · ↗unberücksichtigt (bleiben)  ●  aus dem Spiel  ugs., fig. · außen vor  ugs. · ↗draußen  ugs., fig. · nicht mit von der Partie  ugs. · rausgeflogen  ugs.
  • (die) (wirklich) Eingeweihten · innerer Kreis · innerster Kreis · innerster Zirkel
  • (einfach) übergehen · hinweggehen über · nicht (weiter) beachten · nicht einsteigen auf  ●  links liegen lassen  ugs.
  • (sich) abschotten · die Grenzen schließen · niemanden mehr reinlassen  ●  (die) Schotten dichtmachen  ugs., fig. · die Grenzen dichtmachen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Energiegipfel Finanzbeziehung Finanzfrage Friedensverhandlung Kernfrage Kernproblem Koalitionsverhandlung Koalitionsvertrag Komplex Lebensmittelpreis Menschenrechtsfrage Nahrungsmittelpreis Personalfrage Problematik Reizthema Schuldfrage Sonderbelastung Sondereffekt Sonderfaktor Streitfrage Streitpunkt Streitthema Tarifpolitik Thema Vermögensfrage Wahrheitsfrage bewußt klammern man vorerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausklammern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Allerdings klammert die Deutsche Bank auch mögliche Risiken nicht aus.
Der Tagesspiegel, 11.12.1998
Es steht ihm also nicht frei, die dunklen Teile auszuklammern.
Der Spiegel, 14.10.1985
Sie wollten die Kampfflugzeuge einbeziehen und die, die der Verteidigung dienen, ausklammern.
Nr. 3: Gespräch Kohl mit Gorbatschow vom 13. Juni 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 733
Freilich, der »ungewöhnliche Zufall« kann in einer solchen Meditation angesichts des eigenen gewaltsamen Todes nicht ausgeklammert werden.
o. A.: Die Kirche im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1970], S. 5017
Das durchsichtige taktische Manöver wurde durchschaut, und obendrein war es auch niemandem zuzumuten, die vergangenen zwanzig Jahre einfach auszuklammern.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3744
Zitationshilfe
„ausklammern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausklammern>, abgerufen am 19.09.2019.

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