auskommen

GrammatikVerb · kam aus, ist ausgekommen
Aussprache
Worttrennungaus-kom-men (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-kommen
Wortbildung mit ›auskommen‹ als Erstglied: ↗auskömmlich
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
zurechtkommen
a)
mit jmdm. auskommensich mit jmdm. vertragen
Beispiele:
wir kommen gut miteinander aus
mit seiner Wirtin konnte er nur schlecht auskommen
ich muss versuchen, mit ihm auszukommen
b)
mit etw. auskommenmit etw. reichen
Beispiele:
mit dem Geld gut, schlecht auskommen
wir hoffen, mit zwei Flaschen Wein auszukommen
sprichwörtlich mit vielem hält man haus, mit wenig kommt man aus
c)
ohne jmdn., etw. auskommen umgangssprachlich ohne jmdn., etw. fertig werden
Beispiele:
wir sind in dieser Zeit auch ohne dich ausgekommen
wir kommen nicht ohne Maschinen aus
Ich kann nicht auskommen ohne die Base [RaabeHungerpastorI 1,551]
2.
landschaftlich herauskommen
a)
ausschlüpfen
Beispiele:
die Kücken kommen bald aus
Gelege sind ausgekommen
auskommende Larven
b)
süddeutsch, österreichisch entkommen, entwischen
Beispiele:
der Vogel ist aus dem Käfig ausgekommen
der Gefangene, Löwe ist ausgekommen
c)
Beispiele:
ein Feuer ist ausgekommen (= ausgebrochen)
bei Rotlicht hantierte man so lange mit chemischen Bädern, bis Feuer auskam (= entstand) [Th. MannZauberb.2,891]
d)
etw. kommt ausetw. wird ruchbar
Beispiel:
Nur eine Angst hatte ich, wenn es auskam, was geschah dann? [Anzengr.Hand u. HerzI 5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kommen · Kunft · Abkunft · Ankunft · Auskunft · Auskunftei · Einkünfte · Herkunft · Niederkunft · Übereinkunft · Unterkunft · Zukunft · zukünftig · Zusammenkunft · abkommen · Abkommen · Abkomme · abkömmlich · ankommen · Ankömmling · aufkommen · auskommen · Auskommen · auskömmlich · einkommen · Einkommen · entkommen · herkommen · Herkommen · herkömmlich · nachkommen · Nachkomme · Nachkommenschaft · Nachkömmling · niederkommen · übereinkommen · überkommen · überkommen · umkommen · unterkommen · verkommen · Verkommenheit · vorkommen · Vorkommnis · zukommen
kommen Vb. ‘sich einem Ort nähern, sich von einem Ort hierher begeben, einen Ort erreichen, eintreffen, erscheinen’, ahd. queman (8. Jh.), mhd. (mit Verschmelzung von u und e zu o) komen, asächs. kuman, mnd. kōmen, kāmen, kommen, mnl. cōmen, nl. komen, afries. kuma, koma, aengl. cuman, engl. to come, got. qiman, anord. koma, schwed. komma (germ. *kweman) führt mit aind. gámati ‘geht’, toch. A käm-, kam-, kum-, toch. B kä(n)m-, kam-, śem- ‘kommen’, griech. bá͞inein (βαίνειν) ‘gehen’, lat. venīre ‘kommen’, lit. gim̃ti ‘zur Welt kommen, geboren werden, entstehen’ auf eine Wurzel ie. *gu̯em- ‘gehen, kommen, zur Welt kommen, geboren werden’. Im Dt. ist der ursprüngliche Anlaut qu- (germ. kw-) im Verbaladjektiv ↗bequem (s. d.) erhalten. Kunft f. ‘das Kommen, Ankommen’ (selbständiges Substantiv bis ins 19. Jh.), ahd. kumft (8. Jh.), kunft (9. Jh.), mhd. kumft, kunft ‘Ankunft, das Kommen, Eintreffen, Zukunft, das Zukünftige’ neben mnd. kumpst, kumst, komst, mnl. comst, nl. komst sind Abstrakta mit sti-Suffix (vgl. auch mit ti-Suffix got. gaqumþs ‘Zusammenkunft, Versammlung’), wobei im Hd. -s- in -f- übergeht mit nachfolgendem Wandel von m zu n; daran anschließend die Ableitung ↗künftig (s. d.). Im frühen 19. Jh. wird das Substantiv in freier Verwendung aufgegeben, bleibt jedoch als Grundwort von Komposita erhalten. Abkunft f. ‘Abstammung, Herkunft’, älter ‘Nachkommenschaft’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Ertrag’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘Übereinkunft’ (18. Jh.). Ankunft f. ‘Herkunft, Ursprung, das Ankommen, Eintreffen’ (2. Hälfte 15. Jh.). Auskunft f. ‘Information, Mitteilung, Antwort’ (18. Jh.), ‘das Herauskommen, Ergebnis’ (17. Jh.), ‘das Ausfließen’ (15. Jh.); Auskunftei f. ‘Auskunftsbüro’ (19. Jh.). Einkünfte Plur. ‘Ertrag, Gewinn, Verdienst’ (16. Jh.); vgl. mhd. īnkumft ‘Eintreffen, Ankunft’. Herkunft f. ‘Brauch, Herkommen’ (17. Jh.), ‘Abstammung’ (16. Jh.); vgl. mnd. hērkum(p)st ‘Herkommen, Abstammung, Brauch’. Niederkunft f. ‘Zeit, Vorgang der Entbindung’ (Ende 17. Jh.). Übereinkunft f. ‘Einigung, Übereinstimmung’ (2. Hälfte 17. Jh.), ‘Vertrag, Absprache, Abmachung’ (18. Jh.). Unterkunft f. ‘Obdach, Wohnung, Quartier’ (1. Hälfte 19. Jh.). Zukunft f. ‘die noch bevorstehende, die kommende Zeit’, ahd. zuokumft ‘Herankunft, Ankunft’ (10. Jh.), mhd. zuokumft, zuokunft ‘das (Herzu)kommen, Ankunft, Verfolgung, Zukunft’, bis zu Beginn des 17. Jhs. auch im räumlichen Sinne; zukünftig Adj. ‘zeitlich bevorstehend, in der Zukunft stattfindend’, ahd. zuokumftīg ‘ankommend’ (9. Jh.), mhd. zuokünftic ‘(heran)kommend, künftig, noch zu erwarten’ (im räumlichen Sinne bis 16. Jh.). Als grammatischer Terminus zuekünftig zeit (um 1400) für mlat. (tempus) futurum; dafür (2. Hälfte 18. Jh.) Zukunft (s. ↗Futur). Zusammenkunft f. ‘Treffen, Versammlung’ (16. Jh.). abkommen Vb. ‘sich entfernen, frei-, loskommen’, ahd. abaqueman ‘vergehen’ (11. Jh.), mhd. abekomen ‘von etw. loskommen’; Abkommen n. ‘Übereinkunft, Vertrag’ (2. Hälfte 17. Jh.), zuvor ‘Abstammung, Herkunft’ (1. Hälfte 16. Jh.); Abkomme m. ‘Nachkomme’ (Mitte 18. Jh.); abkömmlich Adj. ‘entbehrlich’ (1. Hälfte 19. Jh.). ankommen Vb. ‘über einen kommen, ergreifen, eintreffen’, ahd. anaqueman (9. Jh.), mhd. anekomen ‘über einen kommen, hereinbrechen, anfangen, angreifen’; Ankömmling m. ‘neu Hinzukommender’ (17. Jh.); vgl. ahd. quemiling (um 1000), mhd. komelinc, kumelinc ‘Fremdling’. aufkommen Vb. ‘entstehen, sich bilden, sich erheben’, ahd. ūfqueman ‘heraufkommen, auftauchen, entstehen’ (8. Jh.), mhd. ūfkomen ‘in die Höhe kommen, stark werden, heranwachsen, entspringen, am Leben bleiben’. auskommen Vb. ‘zurechtkommen, reichen’, ahd. ūʒqueman ‘herauskommen’ (9. Jh.), mhd. ūʒkomen ‘herauskommen, entstehen, Gewohnheit werden, sich verbreiten’, frühnhd. ‘mit Geldmitteln reichen, sich vertragen’ (15. Jh.); Auskommen n. ‘Lebensunterhalt, Einverständnis’, frühnhd. ‘Einkommen’; auskömmlich Adj. ‘genügend, ausreichend’ (17. Jh.). einkommen Vb. ‘als Gewinn eingehen, sich mit etw. an jmdn. wenden’, ahd. inqueman ‘eindringen, eintreten’ (9. Jh.), mhd. īnkomen; Einkommen n. ‘ständige Einnahme, Gehalt’, mhd. īnkomen ‘Eintreffen, Ankunft’. entkommen Vb. ‘entgehen, -fliehen, -weichen’, mhd. entkomen. herkommen Vb. ‘hierherkommen’, frühnhd. ‘abstammen’, ahd. heraqueman ‘herkommen’ (9. Jh.), mhd. herkomen; vgl. mhd. herkomen Part.adj. ‘aus der Fremde gekommen’; Herkommen n. ‘Herkunft, Abstammung, Brauch, Sitte, Überlieferung’ (15. Jh.); herkömmlich Adj. ‘der Herkunft gemäß, gebräuchlich, überliefert’ (18. Jh.). nachkommen Vb. ‘später kommen’, ahd. nāhqueman ‘nachfolgen’ (um 1000), mhd. nāchkomen ‘nachfolgen’; Nachkomme m. ‘Verwandter in absteigender Linie’, mhd. nāchkome ‘Nachfolger, Nachkomme’; vgl. gleichbed. ahd. afterquemo (10. Jh.); Nachkommenschaft f. ‘Gesamtheit der Nachkommen’ (17. Jh.); Nachkömmling m. ‘nachgeborenes Kind, Nachzügler’, mhd. nāchkomelinc ‘Nachfolger, Nachkömmling’. niederkommen Vb. ‘gebären’ (vgl. mhd. kindes niderkomen), ahd. nidarqueman ‘herabsteigen, fallen’ (um 800), mhd. niderkomen ‘herabfallen, herunterfallen, zu Bett gehen, sich hinlegen’ (seit frühnhd. Zeit auf das Kindbett eingeengt). übereinkommen Vb. ‘sich mit jmdm. einigen’, frühnhd. ‘zusammenfallen, mit jmdm. einig, zufrieden werden’. überkommen Vb. (von Gefühlen, Empfindungen) ‘ergreifen’, älter ‘über etw. kommen, es in seine Gewalt bringen’, ahd. ubarqueman ‘überraschen, überwinden, besiegen’ (8. Jh.), mhd. überkomen ‘hinüberkommen, die Oberhand behalten, verabreden, übereinkommen, zu etw. gelangen, überfallen, bezwingen, überstehen’; überkommen Part.adj. ‘überliefert, vererbt’ (16. Jh.). umkommen Vb. ‘ums Leben kommen, sterben, verderben’, mhd. umbekomen ‘vorüber-, zu Ende gehen, sterben’; vgl. ahd. umbiqueman ‘herumgehen, umringen’ (8. Jh.). unterkommen Vb. ‘Aufnahme, Obdach, Anstellung finden’, umgangssprachlich auch ‘vorkommen’ (Anfang 17. Jh.), ahd. untarqueman (9. Jh.), mhd. underkomen ‘dazwischentreten, verhindern’. verkommen Vb. ‘den inneren Halt verlieren, verwahrlosen’, älter ‘vergehen’, mhd. verkomen ‘vorübergehen, zu Ende gehen, vergehen’; Verkommenheit f. ‘sittlicher Niedergang, Verwahrlosung’ (19. Jh.). vorkommen Vb. ‘nach vorn kommen, zum Vorschein kommen, sich ereignen, geschehen, vorhanden sein’, ahd. furiqueman ‘zuvor-, herauskommen, zutage treten’ (8. Jh.), mhd. vorkomen ‘erscheinen, offenbar werden’; Vorkommnis n. ‘Vorfall’ (19. Jh.). zukommen Vb. ‘gebühren, zustehen, passend sein’, älter auch ‘sich auf etw. zubewegen, sich nähern, Nutzen haben, mit etw. genug haben’, ahd. zuoqueman ‘herannahen, hinzukommen’ (8. Jh.), mhd. zuokomen ‘eintreffen, erscheinen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) auskommen · ↗(jemandem) weglaufen · ↗ausbüxen · ↗ausreißen · ↗durchbrennen · ↗entlaufen · laufen gehen  ●  Reißaus nehmen  veraltend · ↗stiften gehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(schlecht) auskommen (mit) · (zwischen ihnen) stimmt die Chemie nicht · nicht gut zusammenpassen · nicht harmonieren · sich nicht verstehen · zu unterschiedlich sein  ●  ↗disharmonieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
(ein) Team sein · (gut) auskommen (mit) · (sich) gut verstehen · ↗(sich) verstehen · ↗harmonieren  ●  (sich) gegenseitig die Bälle zuspielen  ugs., fig. · gut miteinander klarkommen  ugs. · gut miteinander können  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(genug / zu wenig / ausreichend) vorhanden sein · ↗(genug / zu wenig) haben · auskommen · ↗ausreichen (Menge, Zeit) · ↗genügen · ↗kommen (über / durch / bis) (Zeitspanne, Ziel) · ↗reichen · ↗vorhalten (mit Zeitdauer)  ●  ↗(genug / zu wenig / ausreichend) da sein  ugs. · (he)rumkommen mit  ugs. · ↗hinreichen  geh. · ↗langen  ugs. · ↗zureichen  ugs., regional
Assoziationen
  • (sich) erschöpfen · aufgebraucht sein · leer werden · nicht mehr am Lager (Kaufmannsspr.) · nicht mehr auf Lager · zur Neige gehen  ●  (da) nix mehr von da sein  ugs., ruhrdt. · alle sein  ugs. · ↗aus sein  ugs. · ↗ausgehen  ugs. · ham wer nich  ugs., Jargon · is nich (mehr)  ugs. · keine / nichts mehr da sein  ugs. · nichts mehr davon da sein  ugs.
  • (jemandes) Geld reicht zum Leben · (sein) Auskommen haben · für jemandes Lebensunterhalt ist gesorgt · haben, was man (zum Leben) braucht · mit seinem Geld auskommen · seinen Lebensunterhalt bestreiten (können)  ●  ↗klarkommen (mit)  ugs. · ↗zurechtkommen (mit)  ugs. · über die Runden kommen (mit)  ugs., fig.
  • (den) Rotsift ansetzen · ↗(jemanden) knapphalten · ↗einsparen · ↗geizen (mit) · ↗knausern (mit) · mit wenig Geld auskommen · ↗sparen · sparsam leben · sparsam umgehen mit  ●  sparsam sein  Hauptform · auf seinem Geld sitzen  ugs., fig. · ↗knapsen  ugs.
  • (gut) genug sein · ↗(jemandem) genügen · ↗(jemandem) reichen · auskommen mit · ↗ausreichen · mehr braucht jemand nicht  ●  ↗(schon) hinkommen (mit)  ugs. · es tun  ugs. · ↗langen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Budget Bundesanstalt Bundeszuschuß Dollar Etat Geld Hilfe Kündigung Liter Mark Minimum Mittel Neuverschuldung Personal Schuld Strom Subvention Zuschuß fast ganz gut gänzlich kaum kommen künftig mehr miteinander nicht weitgehend weniger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auskommen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jeder, der dies fordere, solle einmal versuchen, mit diesem Geld auszukommen.
Die Zeit, 11.09.2006 (online)
Bis zum Jahr 2010 sollen sie mit 98 Millionen Euro weniger auskommen.
Der Tagesspiegel, 19.03.2004
Nie hatte ich gedacht, mit so wenig auskommen zu können.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 5
Wie kommst Du denn sonst aus mit der Unterstützung, reicht es aus oder musst Du irgendwelche Einschränkungen machen?
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 31.08.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Das gefällt mir mein Leben lang, muß ich doch damit auskommen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 06.07.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„auskommen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auskommen>, abgerufen am 21.08.2018.

Weitere Informationen …