auslaufen

GrammatikVerb · läuft aus, lief aus, ist/hat ausgelaufen
Aussprache
Worttrennungaus-lau-fen
Wortzerlegungaus-laufen
Wortbildung mit ›auslaufen‹ als Erstglied: ↗Auslaufmodell · ↗Ausläufer  ·  mit ›auslaufen‹ als Grundform: ↗Auslauf · ↗ausgelaufen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹
aus etw. herauslaufen
a)
herausfahren
Gegenwort zu einlaufen
Beispiele:
das Schiff läuft aus dem Hafen aus
der Logger ist zum Fischfang ausgelaufen
b)
aus einem Loch herausfließen
Beispiele:
das Wasser ist aus dem Krug ausgelaufen
die Tinte ist im Jackett ausgelaufen
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
leerlaufen
Beispiele:
der Krug, Tank, Kanister ist ausgelaufen
die Flasche könnte auslaufen
ein ausgelaufenes Fass, Ei
Druckerei sich entleeren
Beispiel:
der Setzer lässt das Magazin auslaufen
3.
mit Hilfsverb ›ist‹
breit laufen, sich verwischen
Beispiele:
die Farbe ist beim Waschen ausgelaufen
auf diesem Papier läuft die Tinte leicht aus
4.
mit Hilfsverb ›ist‹
aufhören zu laufen
Beispiel:
Der Windmüller hatte sogar die Mühle auslaufen lassen [J. WincklerBomberg167]
Sport die Geschwindigkeit hinter dem Ziel abbremsen
Beispiele:
nach dem Durcheilen des Ziels liefen die Sportler aus
der Sprinter lässt sich auslaufen
5.
mit Hilfsverb ›ist‹
übertragen zu Ende gehen, enden
Beispiele:
die Hügelkette läuft aus
eine spitz auslaufende Bergzunge
Der Wald ... lief am schroffen Felsrand aus [H. Mann8,13]
in etw. auslaufenin etw. übergehen
Beispiele:
das Tal läuft in die Ebene aus
ein großer, irdener, bauchiger Krug, der in einen Flaschenhals ausläuft [G. Hauptm.HenschelI]
etw. läuft gut, schlecht ausetw. geht gut, schlecht aus
Beispiele:
ein Vorsatz, Plan, Kampf ist glücklich, übel ausgelaufen
niemand wusste, wie die Sache auslaufen würde
der Streit kann für Heine böse auslaufen [SteinbergTag354]
erlöschen, aufhören
Beispiele:
ein Abkommen, Vertrag, Gesetz, eine Bürgschaft, Hypothek läuft aus
eine Stelle, ein Plan läuft aus
6.
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
eine gebogene Strecke in der äußeren Biegung entlanglaufen
Beispiele:
eine Serpentine auslaufen
sie haben die linke Ecke am untern Markt nicht völlig ausgelaufen [CarossaKindheit98]
7.
mit Hilfsverb ›hat‹
umgangssprachlich etw. durch tüchtiges Laufen vertreiben
Beispiele:
seine Wut, Enttäuschung in den Straßen auslaufen
Ich muß mir meinen Ärger auslaufen [DöblinAlexanderpl.52]
sich auslaufensich durch tüchtiges Laufen Bewegung schaffen
Beispiel:
er ging in die Berge, um sich auszulaufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

laufen · Lauf · Läufer · Zeitläufte · Lauft · Zeitlauf · läufig · geläufig · beiläufig · landläufig · vorläufig · ablaufen · Ablauf · anlaufen · Anlauf · auflaufen · Auflauf · auslaufen · Auslauf · belaufen · einlaufen · Einlauf · überlaufen · Überläufer · verlaufen · Verlauf · zerlaufen · Laufbahn · Lauffeuer · Laufgraben · Laufpaß · Laufzettel
laufen Vb. ‘(zu Fuß) gehen, rennen, fließen’. Für das gemeingerm. reduplizierende Verb ahd. (h)loufan (8. Jh.), mhd. loufen, asächs. -hlōpan, mnd. mnl. lōpen, nl. lopen, aengl. hlēapan ‘laufen, treten, tanzen’, engl. to leap ‘springen, hüpfen’, anord. hlaupa ‘laufen, springen’, schwed. löpa ‘laufen’, got. ushlaupan ‘aufspringen’ sind ie. Verwandte nicht mit Sicherheit nachzuweisen; eine (lautlich mögliche) Verbindung mit lit. šlubúoti ‘lahmen, hinken’ bzw. klùpti ‘niederknien, stolpern’ befriedigt semantisch nicht. Seebold 261 sieht Anknüpfungsmöglichkeiten in lit. keliáuti ‘wandern, reisen’, griech. kéleuthos (κέλευθος) ‘Weg, Pfad, Bahn, Reise’. Dann vielleicht über eine Erweiterung ie. *keleu- ‘wandern, Weg’ zur Wurzel ie. *kel- ‘treiben, zu schneller Bewegung antreiben’ (s. ↗halten)? Die Vorstellung größerer Schnelligkeit tritt in neuerer Sprache vielfach zurück, so daß laufen für gehen eintreten kann. In nhd. Zeit wird laufen häufig auf Bewegungen von Fahrzeugen und Maschinen und speziell von Flüssigkeiten bezogen. Lauf m. ‘das Laufen, Verlauf, Flußlauf, Bein des Haarwilds’, auch ‘Rohr von Handfeuerwaffen’ (vgl. Gewehrlauf), ahd. (h)louf (9. Jh.), mhd. louf, mnd. lōp, mnl. nl. loop ‘Gang, Lauf, Verlauf’, anord. hlaupr ‘Sprung’ führen auf germ. *hlaupa-, daneben (mit anderer Stammbildung) aengl. hlīep ‘Sprung’, anord. hlaup n. ‘Sprung, Lauf, Galopp (des Pferdes)’. Im Dt. auch das ti-Abstraktum germ. *hlaufti- mit ahd. (h)louft (8. Jh.), mhd. louft, nhd. (älter) Lauft, erhalten in Zeitläufte (s. unten). Läufer m. ‘wer (gut) läuft, Sportler einer Laufdisziplin, langer Teppich’, ahd. (h)loufāri (um 800), mhd. loufære, löufære ‘Bote, Rennpferd’. Zeitläufte Plur. ‘Zeitabschnitte mit ihren Ereignissen’ (18. Jh.), Zusammensetzung mit Lauft m. das im Anschluß an ahd. (h)louft (9. Jh.), mhd. louft im älteren Nhd. neben Lauf (s. oben) gebraucht wird; daneben Zeitlauf m. seit dem 17. Jh. bezeugt und im Sing. wie im Plur. verwendet. läufig Adj. ‘brünstig’, besonders von Hunden (15. Jh.), mhd. löufec, löufic ‘gangbar, bewandert, gerieben’, noch bis ins 18. Jh. im Sinne von ‘häufig vorkommend, gebräuchlich’ (wofür dann geläufig). geläufig Adj. ‘häufig vorkommend, allgemein bekannt, vertraut, fließend, perfekt’ (17. Jh.). beiläufig Adj. ‘wie zufällig, nebenher’, (südd.) ‘ungefähr’ (um 1500), daneben frühnhd. auch beiläuftig (15. Jh.). landläufig Adj. ‘üblich, allgemein bekannt’, frühnhd. lantlöufig, auch ‘im Lande umgehend’ (15. Jh.). vorläufig Adj. ‘nicht endgültig, einstweilig’ (17. Jh.), eigentlich ‘vorher-, vorausgehend’. ablaufen Vb. ‘weglaufen, abfließen, zu Ende gehen, sich ereignen, seinen Verlauf nehmen’, mhd. abeloufen; Ablauf m. ‘das Ablaufen, Abfluß(graben), Verlauf’, mhd. abelouf. anlaufen Vb. ‘sich in Bewegung setzen, anstürmen, ansteuern, beginnen, beschlagen, zunehmen’, ahd. ana(h)loufan (9. Jh.), mhd. aneloufen; Anlauf m. ‘das Anlaufen, Beginn, Anstoß’, ahd. ana(h)louf (10./11. Jh.), ana(h)louft (8. Jh.), mhd. anlouf ‘Ansturm, Angriff’. auflaufen Vb. ‘auf Grund laufen, aufgehen, anwachsen’, mhd. ūfloufen, auch ‘einen Auflauf bilden, anschwellen’; Auflauf m. ‘Zusammenlaufen einer erregten Menschenmenge’, mhd. ūflouf; ‘überbackene Speise’ (19. Jh.). auslaufen Vb. ‘herausfahren, zu Ende gehen, aufhören’, mhd. ūʒloufen, auch ‘hinauslaufen, entlaufen’; Auslauf m. ‘das Auslaufen, Strecke hinter dem Ziel’, mhd. ūʒlouf ‘Auszug, Durchfall, Ruhr’. belaufen Vb. ‘anlaufen, beschlagen’, sich belaufen auf ‘betragen’, mhd. beloufen, auch ‘durchlaufen, überlaufen’. einlaufen Vb. ‘kleiner werden, ankommen, eingehen’ (17. Jh.). Einlauf m. ‘Ankunft am Ziel, Darmspülung’, frühnhd. ‘Einfall, das Eindringen’ (16. Jh.). überlaufen Vb. ‘desertieren, überfließen’, mhd. überloufen, auch ‘treffen, befallen, übergehen, auslassen, durchlaufen’; Überläufer m. ‘Deserteur’ (15. Jh.), mhd. überloufer ‘wer etw. kurz behandelt, abtut’. verlaufen Vb. ‘ablaufen, vergehen, verirren’, ahd. fir(h)loufan ‘vorauslaufen, überholen’ (9. Jh.), ‘vergehen’ (um 1000), mhd. verloufen, auch ‘vorüberlaufen, sich begeben, sich abnützen’; Verlauf m. ‘Ablauf, Entwicklung, Vorgang’ (15. Jh.). zerlaufen Vb. ‘auseinandergehen, -fließen’, ahd. zi(h)loufan ‘herab-, auseinanderlaufen’ (8. Jh.), mhd. zerloufen, auch ‘vergehen’. Laufbahn f. ‘Bahn für Wettrennen’ (17. Jh.), ‘Werdegang, Berufsweg’ (seit dem 18. Jh. als Verdeutschung von ↗Karriere, s. d.). Lauffeuer n. ‘Feuer (zur Fernzündung), das sich über einen Strich ausgeschütteten Pulvers bewegt’ (17. Jh.), in der Wendung wie ein Lauffeuer (sich ausbreiten) ‘sehr schnell’; in jüngerer Zeit als ‘sich schnell (über trockenes Laub und Gras hin) ausbreitendes Feuer’ aufgefaßt (vgl. schweiz. Laubfeuer). Laufgraben m. ‘zum Schutz vor Geschossen angelegter Graben’ (16. Jh.). Laufpaß m. ‘Ausweis für entlassene (invalide) Soldaten und Arbeitsuchende, der die freie Bewegung innerhalb eines Landes zusichert’ (18. Jh.), heute noch in der Wendung jmdm. den Laufpaß geben ‘jmdn. wegschicken’. Laufzettel m. zunächst (17. Jh.) wie jüngeres Laufpaß, dann ‘Zettel an Werkstücken zur Eintragung bestimmter Arbeitsgänge, Zettel, der durch eine Reihe von Büros läuft’.

Thesaurus

Synonymgruppe
auslaufen (Gelände) · flach werden
Synonymgruppe
(sich) leeren · ↗abfließen · ↗ablaufen · ↗absickern · ↗abströmen · ↗ausfließen · auslaufen · ↗entrinnen · ↗versickern · ↗versiegen
Synonymgruppe
(ein) Ende haben · ↗(in bestimmter Weise) ausgehen · ↗ablaufen · ↗aufhören · ↗ausklingen · auslaufen · ein (...) Ende finden · ↗enden · ↗schließen · ↗verfallen · zu Ende gehen  ●  zu Ende sein  ugs.
Assoziationen
  • (dem) Ende näherkommen · (sich dem) Ende zuneigen · langsam zu Ende gehen
Synonymgruppe
(her)aussickern · (her)ausströmen (Gas) · ↗ausfließen · auslaufen · ↗austreten (Flüssigkeit) · ↗entweichen (Gas) · ↗herausfließen · ↗herauslaufen · nach außen dringen
Assoziationen
Synonymgruppe
auslaufen · ↗enden · nicht fortgeführt werden · nicht fortgesetzt werden · nicht verlängert werden (Vertrag) · nicht weitergeführt werden
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

ABM-Stelle Amtszeit Arbeitsvertrag Friedenspflicht Frist Förderung Jahresende Juni Kontrakt Liter Mandat Mietvertrag Mitternacht Option Pachtvertrag Patent Patentschutz Saisonende Schiff Solidarpakt Sommer Tarifvertrag Tonne Ultimatum Vertrag allmählich demnächst laufen verlängern Öl

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auslaufen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch der lief vor einem Jahr aus, übernommen wurde sie nicht.
Die Welt, 17.05.2005
Die nach dem alten Verfahren hergestellte Ware werde jedoch nicht aus dem Handel genommen, sondern laufe aus.
Der Tagesspiegel, 22.12.2000
Nach 10 min ist der bis zum Rand gefüllte Eimer ausgelaufen.
Wissen und Leben, 1959, Nr. 12
Er ist ebenfalls weiß und rund, läuft jedoch etwas kreiselförmig aus.
o. A.: Ratgeber für den Feingemüsebau im Freiland, Berlin: VEB Dt. Landwirtschaftsverl 1962, S. 371
Der Schnitt setzt dünn an, wird stärker und tiefer und läuft dünn aus.
o. A.: Lexikon der Kunst - K. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 25678
Zitationshilfe
„auslaufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auslaufen>, abgerufen am 23.10.2019.

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