ausleiern

GrammatikVerb
Worttrennungaus-lei-ern (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-leiern
Wortbildung mit ›ausleiern‹ als Grundform: ↗ausgeleiert
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp etw. Elastisches so ausdehnen, dass es unbrauchbar wird
Beispiel:
du hast das Gummiband (ganz) ausgeleiert
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Leier · Leierkasten · leiern · ableiern · abgeleiert · ausleiern · ausgeleiert
Leier f. Die Bezeichnung für das antike, durch Zupfen oder Anschlagen zum Tönen zu bringende Saiteninstrument lat. lyra, griech. lýra (λύρα) ergibt die Entlehnung ahd. līra (9. Jh.), mhd. līre. Der Ausdruck geht im ausgehenden Mittelalter (14. Jh.) auf die mechanisch betriebene Drehleier (mlat. organistrum) über, deren Saiten durch eine Kurbel zum Klingen gebracht werden. Zur Zeit des Humanismus wird Leier wieder Bezeichnung für die antike Lyra (16. Jh.), während das weiterentwickelte mechanisch betriebene Instrument Leierkasten m. (um 1800) genannt wird. An (Dreh)leier knüpft der umgangssprachliche Gebrauch von Leier als ‘Kurbel zum Drehen, Drehvorrichtung’ (15. Jh.) an. Redensartlich (im Hinblick auf den geringen Tonumfang bzw. den ausdruckslosen, stets wiederkehrenden Vortrag) eine alte Leier ‘längst Bekanntes’ (16. Jh.), auf einer, bei seiner Leier bleiben (17. Jh.), immer die alte Leier ‘immer dasselbe’ (18. Jh.). leiern Vb. ‘monoton hersagen, gleichförmig sprechen, eine Melodie auf dem Leierkasten spielen, (eine Kurbel) drehen’, mhd. līren ‘die Leier spielen, eintönig singen oder sprechen, hinausziehen, zögern’. ableiern Vb. ‘(bis zum Überdruß) eintönig, mechanisch vortragen, hersagen, absingen’ (Ende 18. Jh.); abgeleiert Part.adj. ‘abgedroschen, abgenutzt’ (19. Jh.). ausleiern Vb. ‘durch häufigen Gebrauch, durch vieles Drehen abnutzen’ (17. Jh.); ausgeleiert Part.adj. ‘überdreht, abgenutzt’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
aufweiten · ↗ausdehnen · ↗ausweiten · breiter machen · ↗dehnen · ↗erweitern · ↗expandieren · ↗extendieren · ↗spreizen · ↗vergrößern · ↗weiten  ●  ausleiern  ugs.
Synonymgruppe
abnutzen · ↗abnützen · ↗verschleißen  ●  ausleiern  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

leiern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausleiern‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber dann gingen auch Bildung und Kultur baden und der Witz leierte aus.
Der Tagesspiegel, 09.01.2003
Das Herz baut sich um, wird immer größer, leiert aus, wird müde.
Die Zeit, 04.03.2002, Nr. 09
Intensive Kampagnen, die mit allen Mitteln auf Niedrigpreise aufmerksam machen wollen, leierten schnell aus.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2004
Die Kontakte dieser Stecker leiern einerseits schnell aus, zum anderen oxidieren einige Exemplare sehr stark.
C't, 2001, Nr. 21
Doch der Vorhofmuskel ist für diese Anstrengung viel zu schwach und leiert unter diesen Bedingungen schnell aus.
Süddeutsche Zeitung, 10.11.1998
Zitationshilfe
„ausleiern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausleiern>, abgerufen am 19.10.2019.

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