auslosen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-lo-sen (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-losen
Wortbildung mit ›auslosen‹ als Erstglied: ↗Auslosung
eWDG, 1967

Bedeutung

über etw. durch das Los entscheiden
Beispiel:
Gewinne, Gutscheine, Prämien (öffentlich) auslosen
jmdn. durch das Los zu etw. bestimmen
Beispiele:
die Spieler einer Mannschaft auslosen
wie Sie dann den Bauarbeiter Phanias zum Erzpriester auslosten [Feuchtw.Jüd. Krieg343]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Los · losen2 · Losung1 · auslosen · verlosen
Los n. ‘Schicksal, Geschick, verdeckt gekennzeichneter Gegenstand oder Zettel, durch den eine Zufallsentscheidung herbeigeführt werden soll, Lotterieanteilschein’, ahd. (h)lōʒ ‘Spruch, Schicksal, Anteil’ (8. Jh.), mhd. lōʒ ‘Werfen des Loses, Aus-, Verlosung, Schicksal, Weissagung, gerichtliche Teilung, Erbteilung, altes Herkommen, Losungswort’, asächs. hlōt, mnd. lōt, aengl. hlīet, hlȳt, hlēt, anord. hlautr, got. hlauts ‘Los, Erbschaft’ (germ. *hlauta-, *hlauti-). Daneben ablautend (im Nhd. sich nicht fortsetzend) ahd. (h)luʒ ‘Schicksal’ (8. Jh.), mnd. lot, aengl. hlot ‘Anteil, Erbteil, Entscheidung’, engl. lot ‘Los, Posten’, mnl. nl. lot (s. ↗Lotterie), anord. hlutr ‘Los, Teil, Stück, Ding, Sache’, hluti ‘Losstab, zugefallenes Los, Teil, Stück’, schwed. lott ‘Los, Anteil’. Alle Bildungen sind Verbalabstrakta zu einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (h)lioʒan ‘losen, Wahrzeichen deuten’ (8. Jh.), mhd. lieʒen ‘losen, als Los zuteilen’, asächs. hliotan ‘erlosen, erlangen’, aengl. hlēotan ‘losen, durch Los erhalten’, anord. hljōta ‘(er)losen’, schwed. ljuta. Die Germanen versuchten, aus der Lage geworfener Runenstäbe zu weissagen. Geht man daher für das germ. Verb von einer Bedeutung ‘an-, festhaken’ (von einem geworfenen Stäbchen) aus und vergleicht lit. kliū́ti ‘hängenbleiben, anstoßen, hindern, in den Bereich von etw. kommen’, so ist Verwandtschaft mit den unter ↗schließen und ↗Schloß (s. d.) genannten Formen und Anschluß an die dort genannte Wurzel ie. *klē̌u-, *klāu- ‘Haken, krummes Holz oder Astgabel, Pflöckchen, an-, verhaken (sich anklammern), durch einen vorgesteckten Haken, Riegel, ein Pflöckchen verschließen’ möglich. losen2 Vb. ‘durch Los ermitteln, ein Los ziehen’, mhd. lōʒen ‘das Los werfen, durchs Los bestimmen’, transitiv ‘(durch Los) verteilen’, schwach flektierende Neubildung zum Substantiv. Losung1 f. ‘Leitwort, Wahlspruch, Erkennungszeichen, Parole’ (16. Jh.), wohl eine Neubildung und nicht anknüpfend an ahd. (h)lōʒunga ‘Los, das Loswerfen’ (11. Jh.), mhd. lōʒunge ‘das Loswerfen, Teilung’. auslosen Vb. ‘durch das Los ermitteln’ (16. Jh.). verlosen Vb. ‘durch das Los verteilen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Los entscheiden lassen · auslosen · durch Los entscheiden · durch Los ermitteln · ↗verlosen  ●  per Losverfahren bestimmen  variabel
Unterbegriffe
  • Streichhölzer ziehen · Stöckchen ziehen  ●  Pinnchen ziehen  norddeutsch · Pinn(e)ken ziehen  ugs., norddeutsch
  • auswürfeln · würfeln um
  • (eine) Münze werfen · durch Münzwurf entscheiden
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

ARD-Sportschau Achtelfinale Doping-Kontrolle Dopingkontrolle Dopingprobe Dopingtest Einsender Einsendung Gewinner Grundreihe Hauptrunde Heimrecht Oddset-Pokal Paarung Pokalrunde Qualifikations-Gruppe Qualifikationsgruppe Qualifikationsrunde Toto-Pokal Vierer-Gruppe Viertelfinale Vorrundengruppe WM-Endrunde WM-Gruppe ZDF-Sportstudio Ziehung Zufallsgenerator Zwischenrunde benachrichtigen losen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›auslosen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Spätestens zu Beginn des kommenden Jahres müssten dann auch die Gruppen ausgelost sein.
Die Zeit, 18.03.2013 (online)
Wer sechs Mal mitmacht, hat natürlich eine größere Chance, ausgelost zu werden.
Der Tagesspiegel, 16.03.2005
Ein Tisch wird ausgelost, an dem die Gäste auf Kosten des Hauses schlemmen dürfen.
Süddeutsche Zeitung, 26.08.1999
Es wurden aber nicht Einzelherrscher, sondern immer mehrere Personen für ein Staatsorgan unter mehreren Staatsorganen ausgelost.
Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 145
Für Fälle unvorhergesehener Verhinderung von Beamtenbeisitzern sind Ersatzbeisitzer auszulosen und in Hilfslisten einzutragen.
o. A.: Bundesdisziplinarordnung (BDO). In: Sartorius 1: Verfassungs- und Verwaltungsgesetze der Bundesrepublik Deutschland, München: Beck 1998
Zitationshilfe
„auslosen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auslosen>, abgerufen am 15.12.2019.

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