ausmachen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung aus-ma-chen
Wortzerlegung aus- machen
Wortbildung  mit ›ausmachen‹ als Grundform: ausgemacht

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [umgangssprachlich] etw. ausschalten
    1. etw. auslöschen
  2. 2. [umgangssprachlich] etw. mit jmdm. zum Abschluss bringen
    1. a) etw. erledigen, abmachen
    2. b) etw. vereinbaren, abmachen
  3. 3. etw. bilden, darstellen
    1. etw. ist charakteristisch für jmdn.
    2. ⟨etw. macht etw. aus⟩ etw. beträgt etw.
  4. 4. [umgangssprachlich] ⟨etw. macht nichts aus⟩ etw. fällt nicht ins Gewicht
    1. ⟨etw. macht jmdm. etwas aus⟩ etw. macht jmdm. Mühe, Unannehmlichkeit, etw. stört jmdn.
  5. 5. ...
    1. [Seemannssprache, Jägersprache, Militär] etw. durch scharfes Beobachten erkennen
    2. etw. feststellen
  6. 6. [ostmitteldeutsch] etw. aus der Erde herausholen
eWDG

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich etw. ausschalten
in gegensätzlicher Bedeutung zu anmachen
Beispiele:
das Licht, den Fernseher, Computer, Bildschirm ausmachen
das Gas ausmachen (= abstellen)
etw. auslöschen
Beispiel:
das Feuer, die Kerze ausmachen
2.
umgangssprachlich etw. mit jmdm. zum Abschluss bringen
a)
etw. erledigen, abmachen
Beispiele:
sie wollen die Angelegenheit, den Streit unter sich, miteinander, vor Gericht ausmachen
etw. mit seinem Gewissen, mit sich allein, mit sich selbst ausmachen (= allein damit fertig werden)
b)
etw. vereinbaren, abmachen
Beispiele:
den Lohn, das Honorar (für eine Arbeit) ausmachen
eine Frist, einen Tag, eine Zeit, einen festen Termin (mit jmdm.) ausmachen
jmd. erscheint zur ausgemachten Stunde, an der ausgemachten Stelle
etw. vorher, fest, genau ausmachen
sie handelten, wie (es) ausgemacht (war)
(unter sich, miteinander) ausmachen, dass …
jmdm. etw. ausmachen
jmdm. durch Vereinbarung etw. besorgen
Beispiel:
[im Gasthaus] wo ihm durch den Lehrer Krause ein kleines Quartier ausgemacht worden war [ G. Hauptm.Quint1,237]
veraltet sich [Dativ] etw. ausmachensich etw. ausbedingen
Beispiel:
das machen Sie sich aus, ehe Sie Ihr väterliches Jawort geben! [ RaabeII 2,181]
3.
etw. bilden, darstellen
Beispiele:
moderne Bauten und großzügige Anlagen machen die neue Stadt aus
Stuhl und Bett machen die ganze Einrichtung des Zimmers aus
die straffe Disziplin macht die Stärke dieser Armee aus
Inhalt und Form des Werkes machen eine Einheit aus
Jugendliche machten die Hälfte, den größten Teil, die Masse der Besucher aus
etw. macht die Bedeutung, den Charakter, Wert einer Sache, das Wesen eines Menschen aus
etw. macht den Inhalt, Kern, Reichtum von etw. aus
etw. macht jmdn. aus
etw. ist charakteristisch für jmdn.
Beispiel:
[mit den Jahren beginnt das hervorzutreten] was den eigentlichen Mann ausmacht [ G. KellerGr. Heinrich4,821]
etw. macht etw. ausetw. beträgt etw.
Beispiele:
die Ausgaben, Einkünfte, Kosten, Schulden machen (zusammen) 500 Euro, ein Vermögen aus
die Beteiligung macht über 50% aus
die Entfernung zwischen A und B macht nur 100 Kilometer aus
wenn jeder Einwohner des Ortes einen Euro gibt, macht das eine ansehnliche Summe aus (= ergibt das eine ansehnliche Summe)
4.
umgangssprachlich etw. macht nichts ausetw. fällt nicht ins Gewicht
Beispiele:
die paar Minuten machen nichts, nicht viel, wenig aus
der lange Urlaub hat bei seiner Genesung etwas ausgemacht
es macht etwas aus, ob ich den ganzen Tag stehe oder sitze (= ist ein Unterschied, ob ich den ganzen Tag stehe oder sitze)
etw. macht jmdm. etwas ausetw. macht jmdm. Mühe, Unannehmlichkeit, etw. stört jmdn.
Beispiele:
das macht mir nichts aus
würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich mitkomme?
Mutter kann mir nicht mehr viel mitgeben … Aber das wird ihm nichts ausmachen [ Th. MannBuddenbrooks1,347]
5.
Seemannssprache, Jägersprache, Militär etw. durch scharfes Beobachten erkennen
Beispiele:
das Ufer, ein Schiff, die Lichter des Dampfers (im Nebel, in der Dunkelheit) ausmachen
das Wild ausmachen
die feindliche Stellung (mit dem Feldstecher) ausmachen
das Flugzeug war in der großen Höhe nur schwer auszumachen
etw. feststellen
Beispiele:
die Windrichtung ausmachen
es lässt sich nicht mit Sicherheit ausmachen, ob er dort war
6.
ostmitteldeutsch etw. aus der Erde herausholen
Beispiele:
Kartoffeln, Rüben ausmachen
Mochte die [Frau des Bauern] sich ihre Kartoffeln selber ausmachen! [ PolenzBüttnerbauer1,394]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

machen · abmachen · aufmachen · ausmachen · Machenschaft · Mache · Macher · Macherlohn · Machwerk · vermachen · Vermächtnis
machen Vb. ‘tun, erzeugen, hervorbringen, ausführen, gestalten, verursachen, bewirken, ergeben’. Das nur im Westgerm. vertretene Verb ahd. mahhōn (8. Jh.), mhd. machen, asächs. makon, macian, mnd. māken, aengl. macian, engl. to make, mnl. nl. maken, afries. makia (germ. *makōn) ist verwandt mit griech. magḗnai (μαγῆναι), dem Aorist Pass. von mássein, att. máttein (μάσσειν, μάττειν) ‘kneten, zubereiten’, magís (μαγίς) ‘geknetete Masse, Kuchen’, bret. meza ‘kneten’, aslaw. mazati, russ. mázat’ (мазать) ‘bestreichen, beschmieren, salben’, aslaw. maslo ‘Öl, Salbe’, russ. máslo (масло) ‘Butter, Öl’. Diesen liegt eine Wurzel ie. *mag̑- ‘kneten, drücken, streichen’ zugrunde; das Germ. setzt dabei eine spezielle Anwendung im Bereich des Lehmbaus ‘kneten, formen, zusammenfügen’ voraus. Noch im Ahd. ist die Verwendung des Verbs im Sinne von ‘zusammenfügen, -bringen’, dann ‘verfertigen’ deutlich erkennbar. Über ‘bewirken, zuwege bringen’ entwickelt sich der weite, verallgemeinerte Gebrauch. abmachen Vb. ‘loslösen, erledigen, vereinbaren’ (15. Jh.). aufmachen Vb. ‘öffnen, eröffnen, ausstaffieren’, reflexiv ‘losgehen, aufbrechen’, mhd. ūfmachen, auch ‘errichten, bauen’. ausmachen Vb. ‘auslöschen, verabreden, entdecken, ergeben’, mhd. ūʒmachen ‘vollenden, hervortreten lassen, putzen’, reflexiv ‘losgehen’. Machenschaft f. häufig im Plur. ‘üble Praktik, Handlungs- oder Verfahrensweise, Intrige’ (18. Jh.), schweiz. ‘Vergleich, Kontrakt’ (Mitte 18. Jh.). Mache f. ‘Tätigkeit, Arbeit’, auch ‘Täuschung, Vorgeben von Wichtigkeit’; vgl. (nur in Zusammensetzungen) ahd. -mahha (11. Jh.), mhd. -mache ‘das Tun, Hervorbringen’; in der Mache haben ‘in Arbeit haben, mit etw. beschäftigt sein’ (17. Jh.). Macher m. ‘wer etw. macht, Hersteller’, heute auch ‘rühriger, aktiver Mensch’, ahd. mahhāri ‘Urheber, Vermittler’ (10./11. Jh.), reich bezeugt in Zusammensetzungen (seit 9. Jh.), mhd. macher, mecher ‘Bewirker, Schöpfer’ mnd. maker, mnl. makere, mekere, afries. mekere. Macherlohn m. ‘Bezahlung, die der Verfertiger einer handwerklichen Arbeit erhält’ (16. Jh.). Machwerk n. ‘schlechte, untaugliche Arbeit’ (18. Jh.). vermachen Vb. ‘hinterlassen, übereignen’, mhd. vermachen ‘zertrümmern, verderben, bekräftigen, festmachen, einschließen, schenken, übergeben’; Vermächtnis n. ‘Testament, Hinterlassenschaft’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(einer Sache) auf die Spur kommen · aufdecken · aufklären · ausfindig machen · ausmachen · detektieren · entdecken · erkennen · ermitteln · festmachen · feststellen · herausfinden · identifizieren · sehen · verorten · zu Tage fördern · zutage fördern  ●  (jemandem) auf die Schliche kommen  ugs. · eruieren  geh., bildungssprachlich · konstatieren  geh.
Synonymgruppe
(sich) belaufen (auf) · (sich) beziffern (auf) · ausmachen · betragen · ergeben
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) (große) Rolle spielen · (für jemanden) Bedeutung haben · (für jemanden) relevant (sein) · (großen) Wert legen auf · (jemandem) lieb und teuer sein · (jemandem) lieb und wert sein · (jemandem) nicht egal sein · nicht gleichgültig sein · von (großer) Wichtigkeit (sein) · von Bedeutung (sein) · von Belang (sein)  ●  (jemandem) ankommen auf  variabel · (jemandem) auf den Nägeln brennen  fig. · (jemandem) unter den Nägeln brennen  fig. · (jemandem) wichtig sein  Hauptform · (jemandem etwas) ausmachen  ugs. · (jemandem) (ein) Herzensbedürfnis sein  geh., variabel · (jemandem) am Herzen liegen  ugs. · bedacht (sein) auf  geh.
Assoziationen
  • (allein) ankommen auf (es) · (alles) abhängen von · vollständig abhängen von  ●  steht und fällt (mit)  fig. · alles hängt an  ugs., fig. · auf Gedeih und Verderb abhängen von  geh. · essentiell sein  geh. · essenziell sein  geh.
Synonymgruppe
(den) Aus-Knopf drücken · abdrehen · abschalten · abstellen · ausknipsen · ausschalten  ●  (den) Ein-Aus-Schalter betätigen  förmlich · ausmachen  ugs. · den Stecker (raus)ziehen  ugs.
Antonyme
Synonymgruppe
ausmachen · umfassen
Synonymgruppe
Synonymgruppe
(etwas) ausmachen · (etwas) darstellen · (sich) darstellen (in / als) · (sich) manifestieren in · (sich) zeigen (in / als) · sein · zu sehen sein in  ●  bestehen in  Hauptform
Synonymgruppe
(jemandem etwas) ausmachen · (jemanden) stören  ●  (jemandem) Ungelegenheiten bereiten  geh. · (nicht) okay sein (für)  ugs.

Typische Verbindungen zu ›ausmachen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausmachen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausmachen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es machte mir schon gar nichts mehr aus, den ganzen Tag zu quasseln, ohne etwas dabei zu denken. [Neue Rundschau, 1971, Nr. 3, Bd. 82]
Das bißchen Sterben, das vielleicht mal dazu kam, was machte das schon aus. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 23]
Wo die Ursachen für die widersprüchlichen Ergebnisse in den einzelnen Untersuchungen liegen, läßt sich nachträglich nur sehr schwer ausmachen. [Rösler, Frank: Hirnelektrische Korrelate Kognitiver Prozesse, Berlin: Springer 1982, S. 196]
Sie machen unsere psychische Disposition aus, aus der keiner herausspringen kann. [Kast, Verena: Analytische Psychologie. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 133]
Selbst wenn Fani überhaupt nichts macht, macht ihnen dies nichts aus. [Die Zeit, 23.09.1999, Nr. 39]
Zitationshilfe
„ausmachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausmachen>.

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