ausmerzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-mer-zen
Wortbildung mit ›ausmerzen‹ als Erstglied: ↗Ausmerzung
eWDG, 1967

Bedeutung

etw. (nach gründlicher Prüfung) restlos beseitigen
Beispiele:
Fehler bei der Arbeit, in der Leitung des Betriebes ausmerzen
Auswüchse der Bürokratie ausmerzen
alle falschen Zitate, unklaren Begriffe, anstößigen Stellen (aus dem Buch, im Manuskript) ausmerzen (= tilgen)
die Krankheit, das Ungeziefer, jeder Gedanke an Vergeltung muss ausgemerzt werden (= die Krankheit, das Ungeziefer, jeder Gedanke an Vergeltung muss ausgerottet werden)
jmdn. ausmerzen
Beispiel:
Jetzt versucht Tschiang Kai-schek ... die auszumerzen, die er für seine inneren Feinde hält [SeghersGefährten1,94]
ein Tier ausmerzenein Tier aus der Herde als untauglich aussondern
Beispiel:
Kühe, Schafe, die zur Zucht ungeeignet sind, ausmerzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ausmerzen Vb. ‘aussondern, tilgen, vernichten’, auch in der speziellen Verwendung ‘untaugliche Schafe aussondern’. Herkunft ungewiß. Als mögliche Erklärungen gelten: Präfixbildung zu mhd. merzen ‘Handel treiben’ (aus lat. merx ‘Ware’), eigentlich ‘aus dem Handel ziehen’; Ableitung von März, da in manchen Gegenden in diesem Monat zur Aufzucht ungeeignete Schafe ausgeschieden wurden; aus einer Iterativbildung *merksen (zu merken) ‘kennzeichnen’, Auszusonderndes ‘markieren’ (vgl. engl. to mark out ‘bestimmen, ausersehen’). Am besten nach v. Nimwegen (vgl. die Glosse uzermarcete ‘exterminavit’, 13. Jh.) ‘aus der Mark schaffen, vertreiben’, zu ↗Mark, s. d.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausmerzen · ↗ausrotten · ↗austilgen · ↗beseitigen · ↗exterminieren · ↗tilgen · ↗vernichten  ●  (etwas) den Garaus machen  ugs. · ↗(etwas) plattmachen  ugs. · ↗plätten  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · ↗meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
  • auslöschen · ↗eliminieren · ↗löschen · ↗tilgen  ●  ↗annihilieren  geh.
Synonymgruppe
(Fehler) ausmerzen · ↗(Mangel) beheben · ↗(Missstand) abstellen · ↗(Problem) beseitigen · ↗(Problem) bewältigen · ↗(wieder) geradebiegen · (wieder) ins Reine bringen · Abhilfe schaffen · ↗abhelfen · aus der Welt schaffen · ↗bereinigen · in Ordnung bringen · ↗klären · ↗lösen  ●  (die) Kuh vom Eis holen  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestechung Brauch Erbkrankheit Exzeß Fehler Fehlerquelle Fremdwort Kinderkrankheit Korruption Krebsgeschwür Makel Manko Minderwertiger Scharte Schlappe Schmach Schwachpunkt Schwachstelle Schwäche Stiel Stumpf Terrorismus Ungerechtigkeit Vetternwirtschaft merzen mildern restlos rücksichtslos Übel Überrest

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausmerzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Leider haben es nicht alle Anbieter geschafft, die Fehler auszumerzen.
Die Zeit, 17.03.2008, Nr. 11
Noch im vergangenen Mai hatte sie erklärt, das Virus bis Ende 2005 ausmerzen zu wollen.
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2003
Wir werden nicht versuchen wollen, sie aus dem existenzialen Begriff auszumerzen.
Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 290
Auch die spätere priesterliche Redaktion hat seine Spuren nicht ausmerzen können.
Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. III, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 224
Was uns dann kleinlich und niedrig erscheint, sollen wir ausmerzen.
Gratiolet, K. [d.i. Struppe, Karin]: Schliff und vornehme Lebensart. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 33668
Zitationshilfe
„ausmerzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausmerzen>, abgerufen am 16.12.2019.

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