ausmisten

Grammatik Verb · mistet aus, mistete aus, hat ausgemistet
Aussprache 
Worttrennung aus-mis-ten
Wortzerlegung  aus- misten
Wortbildung  mit ›ausmisten‹ als Erstglied: Ausmistung
eWDG

Bedeutung

Beispiel:
den Stall ausmisten (= vom Mist säubern)
salopp, derb, übertragen Ordnung machen, Unnützes wegwerfen
Beispiele:
den Schreibtisch ausmisten
im Schrank ausmisten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mist · misten · ausmisten · Mistkäfer
Mist m. ‘tierischer Kot, mit Kot und Harn vermischte Streu, Dung’, ahd. mist (9. Jh.; mistun f. ‘Misthaufen’, 8. Jh.), mhd. asächs. mist, mnd. mes(t), mnl. mist, mest, nl. mest gehen auf die gleiche germ. Form zurück wie got. maíhstus, eine tiefstufige Bildung mit s-tu-Suffix (germ. *mihstu- m.) zu einem in mnd. mīgen, mnl. mīgen, aengl. mīgan, anord. mīga, schwed. (mundartlich) miga bezeugten starken Verb (germ. *meigan) mit der Bedeutung ‘harnen’; vgl. dazu (ohne tu-Suffix) asächs. mehs, mnl. mis, mes, aengl. meox, miox ‘Harn’. Außergerm. vergleichbar sind aind. mḗhati ‘harnt’, griech. omé͞ichein (ὀμείχειν) und lat. meiere ‘harnen’, so daß eine Wurzel ie. *meig̑h- ‘harnen’ (wozu mit altem sk-Suffix auch Maisch, s. d.) anzusetzen ist. Nicht verwandt sind engl. mist, anord. mistr ‘Nebel’. misten Vb. ‘von Mist säubern, mit Mist düngen’, ahd. mistōn (10./11. Jh.), mhd. misten; ausmisten Vb. (16. Jh.). Mistkäfer m. schwarzer, Kot und Mist (besonders der Pferde und Rinder) zur Brutpflege einbringender Käfer (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Grundreinigung machen · entrümpeln  ●  Grund reinbekommen  ugs. · Grund reinkriegen  ugs. · ausmisten  ugs. · ausmüllen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ausmisten‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausmisten‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausmisten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich hatte mal über 100, aber kürzlich habe ich ausgemistet.
Die Zeit, 29.03.2010, Nr. 13
Denn nach der Installation gilt es sowieso zunächst, das System auszumisten.
C't, 2000, Nr. 24
Nun, der Löwe sei bereits erwürgt, jetzt würde er gern einen gewissen Stall ausmisten.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 638
Beim Stalldienst war es streng verboten, anders als mit den bloßen Händen auszumisten.
Kästner, Erich: Duell bei Dresden. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 130
Der Vater tut seine Bartbinde um und geht den Schweinestall ausmisten.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 40
Zitationshilfe
„ausmisten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausmisten>, abgerufen am 26.01.2022.

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