ausnützen

GrammatikVerb
Worttrennungaus-nüt-zen (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-nützen
Wortbildung mit ›ausnützen‹ als Erstglied: ↗Ausnützung
DWDS-Verweisartikel, 2015

Bedeutung

selten
Synonym zu ausnutzen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nutzen · Eigennutz · eigennützig · Nutzholz · Nutzanwendung · Nutznießung · nutzlos · nutzbringend · nutzbar · nützlich · nutzen · nützen · abnutzen · abnützen · ausnutzen · ausnützen · benutzen · benützen
Nutzen m. ‘Ertrag, Gewinn, Vorteil’. Ahd. (8. Jh.), mhd. nuz m. (Genitiv nutzes) ‘Gebrauch, Nutzen, Ertrag’ (germ. *nuti-) hat neben sich schwach flektierendes ahd. (vereinzelt) nuzza f. (9. Jh.) und als fem. jō-Stamm (germ. *nutjō) aengl. nytt, anord. nyt sowie als Adjektivabstraktum ahd. nuzzī f. (9. Jh.), mhd. (selten) nütze, frühnhd. nütze. Mnd. mnl. nut weist mask. und fem. Geschlecht auf (nl. nut ist Substantivierung des Adjektivs, s. ↗nütze). Vereinzelt begegnet schließlich ein schwach flektierendes mhd. nutze m. Alle Formen stehen ablautend zu der unter ↗genießen (s. d.) behandelten Verbgruppe. Nhd. Nutzen m. (Genitiv Nutzens, 16. Jh.) ist wohl aus oben genanntem mhd. nutze m. mit Übernahme des Endungs-n aus den obliquen Kasus entstanden. Es verdrängt im 18. Jh. älteres Nutz, das fortlebt in den Wendungen nutz und frommen (16. Jh.), zu Nutz und Frommen sein, gereichen, dienen (18. Jh.), zunutze machen (17. Jh.). Eigennutz m. ‘Bedachtsein auf den eigenen Nutzen, Egoismus’ (15. Jh., auch flektiert eigener nutz). eigennützig Adj. ‘auf eigenen Vorteil bedacht, rücksichtslos’ (15. Jh.). Zu Nutz als erstem Glied in Zusammensetzungen vgl. Nutzholz n. (18. Jh.), mnd. nutholt; Nutzanwendung f. (18. Jh.); Nutznießung f. ‘Recht zur Nutzung fremden Eigentums’ (18. Jh.); nutzlos Adj. (18. Jh.); nutzbringend Adj. (16. Jh.). nutzbar Adj. ‘Nutzen bringend, sich für nützliche Zwecke eignend’, mhd. nutzebære. nützlich Adj. ‘Nutzen, Vorteil bringend’, mhd. nützelich ‘Nutzen, Genuß bringend, angenehm’. nutzen, nützen Vb. ‘Nutzen bringen, dienlich sein, nutzbringend verwenden, ausnutzen, Nutzen aus etw. ziehen’ setzt ahd. nuzzōn ‘genießen, verbringen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, abgeleitet von ahd. nuzza (s. oben), und (das später Umlaut aufweisende jan-Verb) ahd. ginuzzen ‘nützen, Nutzen ziehen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, nützen ‘gebrauchen, benutzen, als Nahrung genießen, dienlich sein’ fort. Dazu abnutzen, abnützen Vb. ‘durch anhaltenden Gebrauch Wert und Verwendungsmöglichkeit mindern’ (15. Jh.); vgl. mhd. abenutzen ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’; ausnutzen, ausnützen Vb. ‘Vorteil aus etw. ziehen, rücksichtslos gebrauchen’ (Ende 15. Jh.); benutzen, benützen Vb. ‘gebrauchen, verwenden’, mhd. benutzen, benützen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(für seine Zwecke) nutzen · (für seine Zwecke) zu nutzen verstehen · (seinen) Nutzen ziehen (aus) · (sich etwas) zu Nutze machen · (sich etwas) zunutze machen · Gebrauch machen (von) · Kapital schlagen (aus) · Vorteil ziehen (aus) · ↗ausbeuten · ↗ausnutzen · ausnützen · ↗ausschlachten · für seine Zwecke nutzen · für sich nutzen · ↗instrumentalisieren · ↗nutzen  ●  (aus etwas) Kapital schlagen  fig. · ↗(etwas) ausschlachten  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
ausnutzen (zu) · ausnützen · missbräuchlich verwenden · nicht bestimmungsgemäß gebrauchen · ↗zweckentfremden  ●  ↗(jemanden) (nur) benutzen  negativ · ↗missbrauchen (für)  negativ · schamlos ausbeuten  abwertend · (mit jemandem/etwas) Schindluder treiben  ugs., abwertend
Assoziationen
Synonymgruppe
arm machen · ↗ausbeuten · ↗ausnutzen · ausnützen · ↗exploitieren · ↗schröpfen · um Hab und Gut bringen · zur Ader lassen  ●  ↗abmelken  ugs. · ↗melken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitskraft Gelegenheit Gunst Kapazität Kontingent Machtposition Monopolstellung Notlage Popularität Propagandazwecke Schwäche Situation Sozialsystem Tageslicht Unzufriedenheit Vorteil Wehrlosigkeit Zweck Zwecke geschickt gnadenlos hemmungslos nützen optimal rationell rücksichtslos schamlos voll weidlich übervorteilen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausnützen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn wir schon mal da sind, nützen wir das aus.
Süddeutsche Zeitung, 03.04.2003
Nie wieder werden Sie sich so ausnützen lassen, nie wieder werden Sie derart Ihre Haut verkaufen.
Der Tagesspiegel, 08.12.2001
Diese Bereitschaft zum guten Einvernehmen aber darf man nicht ausnützen.
Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 300
Denn nur so kann er die lebendige Kraft des Windes ausnützen.
Hesse, Richard: Der Tierkörper als selbständiger Organismus, Leipzig u. a.: B. G. Teubner 1910, S. 242
Sie nützen auch diese Freiheit aus oder versuchen, dies wenigstens zu tun.
Rafaeli, Max u. Le Mang, Erwin: Ueber die Liebe. In: Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg o.J. 1933 [1927], S. 72
Zitationshilfe
„ausnützen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausnützen>, abgerufen am 21.04.2019.

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