Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ausplündern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung aus-plün-dern
Wortzerlegung aus- plündern
Wortbildung  mit ›ausplündern‹ als Erstglied: Ausplünderung
eWDG

Bedeutung

jmdn., etw. ausrauben
Beispiele:
Reisende, einen Wanderer ausplündern
ein Land, Dörfer ausplündern
Diebe plünderten den Laden völlig aus
mehrere Autos waren gestohlen, zwei weitere ausgeplündert worden
Die Herren in Stambul haben mich bis auf die letzte Patrone ausgeplündert [ WerfelMusa Dagh629]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plunder · plündern · ausplündern · Plünderer · Plünderung
Plunder m. älter auch n., ‘unbrauchbarer Kram, billige, wertlose, unnütze Dinge’, spätmhd. blunder, plunder ‘Kleider, Wäsche, Bettzeug, Hausgerät’ (14. Jh.), frühnhd. plunder, blunder ‘Kleider, Gepäck, allerlei Gerät, wertlose Sachen’, woraus sich der heutige Sinn des Geringwertigen entwickelt. Zu vergleichen sind mnd. plunder, plonder ‘Raub’, plunderwāre ‘Kleidungsstück, Hausrat’, mnl. plunder, plonder ‘Hausrat’ sowie mnd. plunde, plunne ‘Kram, Hausrat, Gerümpel, Lumpen’, nd. Plunnen, Plünnen (Plur.) ‘Kleider, Gerät, geringwertige Habseligkeiten’, mnl. plundware ‘Hausrat’, nl. (westfries.) plunje ‘Kleidung’. Dazu plündern (früher auch blündern) Vb. ‘ausrauben, rücksichtslos alles wegnehmen’, mhd. plundern ‘Plunder nehmen, Hausgerät aus dem Haus nehmen, retten’ (woraus obd. ‘umziehen’), dann besonders ‘Hausrat als Beute, Raub gewaltsam wegnehmen, sich aneignen’ (14. Jh.), mnd. plunderen, mnl. plunderen, plonderen, nl. plunderen, (westfries.) plunderje, plonderje. Substantiv und Verb entstammen der nd.-nl. Küstensprache und werden früh ins Hd. aufgenommen. Herkunft unbekannt. – ausplündern Vb. (Ende 15. Jh.); Plünderer m. mhd. plunderære; Plünderung f. (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausplündern · ausrauben · herfallen über · plündern
Oberbegriffe
  • marodieren · sengen und morden · sengen und plündern  ●  sengen und brennen  veraltet
Synonymgruppe
alles mitnehmen (was nicht niet- und nagelfest ist) · ausplündern · ausräubern · ausräumen · leerräumen · nichts dalassen · plündern · räubern
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ausplündern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausplündern‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausplündern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist viel zu sehr damit beschäftigt, das Land auszuplündern. [Die Zeit, 11.10.2006, Nr. 42]
Doch wieder klagen heute viele über das »Versagen des Systems«, wieder hören wir, die Ölkonzerne plünderten uns aus. [Die Zeit, 29.06.1979, Nr. 27]
Am Ende soll etwas dabei herauskommen, wo beide reicher werden und nicht der eine aufgebläht ist, der andere ausgeplündert wird. [Süddeutsche Zeitung, 20.08.1994]
Längst sind sie ausgeplündert, ziehen aber heute immerhin noch Touristen an. [Die Welt, 08.09.2000]
Es gibt keine industriellen Zweige, die nicht auf diese Weise ausgeplündert worden wären. [o. A.: Vierzigster Tag. Dienstag, 22. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 20845]
Zitationshilfe
„ausplündern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auspl%C3%BCndern>.

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