ausposaunen

GrammatikVerb · posaunte aus, hat ausposaunt
Aussprache
Worttrennungaus-po-sau-nen
Wortzerlegungaus-posaunen
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp etw. (Geheimes) aller Welt verkünden
Beispiele:
eine Nachricht, Neuigkeit, ein Ereignis ausposaunen
etw. in alle Welt, in alle Winde, in allen Zeitungen, laut ausposaunen
ich posaune jetzt deinen Meuchelmord aus [SchillerFiescoII 9]
Man wird doch nicht einen Fußtritt ausposaunen, den man bekommen hat [G. Hauptm.SonnenuntergangII]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Posaune · posaunen · ausposaunen · Posaunist
Posaune f. Blechblasinstrument mit zwei U-förmigen Rohren, von denen eines verschiebbar ist, mhd. busīne, busūne, (md.) basūne eine Art Trompete, mnd. bas(s)ūne (woraus anord. basūn und basūna), mnl. basūne, nl. bazuin sind entlehnt aus afrz. mfrz. bu(i)sine, das über galloroman. *būcīna auf lat. būcina ‘Wald-, Jagd-, Hirten-, Signalhorn’ beruht (zu lat. bōs ‘Rind’ und lat. canere ‘singen, ertönen, spielen’), eigentlich ‘aus einem Rinderhorn gefertigtes Blasinstrument’. Zahlreiche, bis ins 16. Jh. anzutreffende Wiedergaben wie Busaun(e), Bosaune, Busane, Buson u. a. werden durch Luthers Form Posaune verdrängt. posaunen Vb. ‘auf der Posaune blasen, laut rufen, laut verkünden’, mhd. busīnen, busūnen, mnd. mnl. basūnen, nl. bazuinen; vgl. afrz. buisener, buisiner, lat. būcināre ‘auf der Trompete blasen’; ausposaunen Vb. ‘(etw. Diskretes) laut und prahlerisch verkünden’ (Mitte 17. Jh.). Posaunist m. ‘wer Posaune bläst’ (Anfang 18. Jh.), älter Posaunenbläser (16. Jh.), mnd. bas(s)ūnenblēser, -blāser; vgl. mhd. busīnære, busūnære.

Thesaurus

Synonymgruppe
allen erzählen, die es hören wollen oder nicht · jedem erzählen, der es hören will oder nicht  ●  ↗herumerzählen  Hauptform · (etwas) an die große Glocke hängen  ugs., fig. · (mit etwas) hausieren gehen  ugs., fig. · ausposaunen  ugs., fig. · herausposaunen  ugs., fig. · ↗hinausposaunen  ugs., fig. · rausposaunen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (unerwünschte) Aufmerksamkeit erregen · auf sich aufmerksam machen  ●  (jemandem etwas) auf die Nase binden  fig. · (jemanden) mit der Nase darauf stoßen  fig. · schlafende Hunde wecken  fig.
  • (sich) herumsprechen · Flurgespräch sein · bekannt werden · bekanntwerden · man erzählt sich (dass) · weitererzählt werden  ●  die Runde machen  ugs.
  • ausplaudern · ↗herumerzählen · ↗herumtragen · in Umlauf bringen · unter die Leute bringen · ↗weitererzählen · ↗weitergeben · ↗weitersagen · ↗weitertragen  ●  (... wem / wen / wer ...) alles ...  ugs., variabel · herumtratschen  ugs. · nicht für sich behalten (können)  ugs. · ↗verraten  ugs.
  • (sich) zu der Bemerkung hinreißen lassen (dass) · ↗(ungewollt oder versehentlich) ausplaudern  ●  in ein Wespennest stechen  fig. · ↗(jemandem) entfahren  geh. · ↗(jemandem) herausrutschen  ugs. · ↗(jemandem) herausschlüpfen  ugs. · (sich) den Mund verbrennen  ugs., fig. · ↗(sich) vergaloppieren  ugs., fig. · ↗(sich) verplappern  ugs.
  • (mit etwas) an die Presse gehen · (mit etwas) an die Öffentlichkeit gehen · (sich) öffentlich verbreiten (über) · ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zerren · publik machen · publikmachen · öffentlich machen  ●  vor aller Augen ausbreiten  fig. · (der) (sensationsgierigen) Öffentlichkeit zum Fraß vorwerfen  ugs., fig. · kund und zu wissen geben  geh., scherzhaft, veraltet · kund und zu wissen tun  geh., scherzhaft, veraltet · ↗kundtun  geh. · unter die Leute bringen  ugs. · ↗verlautbaren  geh. · ↗vermelden  geh.
  • (sich) herumsprechen · Flurgespräch sein · die Runde machen · in Umlauf sein · ↗kursieren · man erzählt sich (dass) · ↗umgehen · ↗umlaufen · weitererzählt werden · ↗zirkulieren  ●  rumgehen  ugs.
  • alles verraten · ↗gestehen · geständig sein · ↗kooperieren · ↗reden  ●  ↗auspacken (ausplaudern)  ugs., salopp, Hauptform, fig. · ↗quatschen  ugs., salopp · ↗singen  ugs., salopp, veraltet
Synonymgruppe
ausposaunen  ugs., fig. · groß ankündigen  ugs., Hauptform · groß herumtönen  ugs. · herausposaunen  ugs., fig. · ↗hinausposaunen  ugs., fig. · mit großem Trara verkünden  ugs. · rausposaunen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

posaunen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausposaunen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war auch nicht fair von Ihnen, Ihren Ärger über uns öffentlich auszuposaunen.
Die Zeit, 14.11.1969, Nr. 46
Er muß gleich in zwei Fällen zurückstecken, die er bereits für sich entschieden glaubte und dies sogleich auch lauthals ausposaunt hatte.
Süddeutsche Zeitung, 01.09.1998
Sie wollten es nicht ausposaunen, doch durch Birgits sportliches Comeback lässt es sich kaum verbergen.
Bild, 22.05.2004
Wenn er aber als wöchentlicher Kritiker seinen Brecht ausposaunt, dann allerdings wird mir etwas blümerant.
Tucholsky, Kurt: An Carl von Ossietzky, 12.03.1932. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1932], S. 9869
Und andere wundern sich, dass solche Meinungen ausposaunt werden, wo man doch die Gespräche "diskret" führen wollte.
Der Tagesspiegel, 09.02.2001
Zitationshilfe
„ausposaunen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausposaunen>, abgerufen am 17.07.2019.

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