Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ausprägen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung aus-prä-gen
Wortzerlegung aus- prägen
Wortbildung  mit ›ausprägen‹ als Erstglied: Ausprägung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw. (zu Münzen) formen, prägen
    1. [übertragen] ...
  2. 2. ⟨etw. prägt sich in etw., jmdm. aus⟩ etw. zeigt sich, wird offenbar
    1. ⟨etw. prägt sich aus⟩ etw. bildet sich heraus
    2. ⟨ausgeprägt⟩ stark herausgebildet, entwickelt
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. (zu Münzen) formen, prägen
Beispiele:
Gold, Silber zu Münzen ausprägen
eine Medaille in Silber ausprägen lassen
ein schön ausgeprägtes Geldstück
übertragen
Beispiel:
gehobenAn sich können aber Verhaltensweisen auf verschiedene Weise [in der Sprache] ausgeprägt werden [ Wirk. Wort1957/58]
2.
etw. prägt sich in etw., jmdm. ausetw. zeigt sich, wird offenbar
Beispiele:
Angst und Sorge prägen sich im Gesicht aus
Stolz prägt sich in seinem Wesen aus
Es gab nun wohl keine zwei größeren Gegensätze als die, welche sich in den beiden Männern ausprägten [ RaabeII 5,368]
etw. prägt sich ausetw. bildet sich heraus
Beispiel:
sein Charakter, Ehrgeiz hat sich immer mehr ausgeprägt
ausgeprägtstark herausgebildet, entwickelt
Grammatik: oft im Partizip II
Beispiele:
eine ausgeprägte Neigung, Antipathie
ein stark ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl
sie hat einen ausgeprägten Familiensinn
ein Mann mit scharf ausgeprägten Gesichtszügen
er ist als Persönlichkeit so ausgeprägt, dass …
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

prägen · ausprägen · einprägen · Gepräge
prägen Vb. ‘Material auf seiner Oberfläche reliefartig formen, (in Münzen) ein Bild, Muster oder Schriftzeichen einpressen, Münzen herstellen’, übertragen ‘mit einer bestimmten Eigenart versehen, formen, gestalten, (einen sprachlichen Ausdruck) bilden, formulieren’, ahd. brāhhen ‘einritzen, eingraben, einprägen’ (um 800), mhd. bræchen, præchen, (md.) brēchen, prēchen, frühnhd. (mit Übergang von ch in g) brēgen, prēgen (15. Jh.), aengl. ābracian ‘einpressen’, ostfries. prakken ‘pressen’. Die Verben können als Kausativa zu dem unter brechen (s. d.) behandelten Verb angesehen werden, etwa im Sinne von ‘brechen machen, gebrochene Arbeit hervorbringen’, woraus sich die Bedeutung ‘eingraben, stempelnd einpressen’ entwickelt. Die nhd. Schreibung schwankt bis ins 17. Jh. zwischen präcken, pregen, preckchen und brechen; prägen setzt sich im 18./19 Jh. durch. – ausprägen Vb. ‘(zu Münzen) prägen, formen’, meist übertragen ‘deutlich gestalten, formen’, reflexiv ‘deutlich zum Ausdruck kommen’, oft im Part. Prät. ausgeprägt ‘stark herausgebildet, entwickelt’ (17. Jh.). einprägen Vb. ‘eindrücken, einpressen’, meist übertragen ‘eindringlich ins Bewußtsein bringen’, reflexiv ‘fest in das Gedächtnis aufnehmen’ (17. Jh.). Gepräge n. ‘Prägung (auf Münzen)’, übertragen ‘besondere Note, Eigenart, Kennzeichen’, ahd. gibrāhhi (um 800), mhd. gebræche, gepræche ‘getriebene Arbeit, Gravier-, Ziselierarbeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausbilden · ausprägen · bilden · formen · gestalten · prägen  ●  fassonieren  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
entfalten · entwickeln · gedeihen · prosperieren · wachsen · zunehmen  ●  ausprägen  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›ausprägen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausprägen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausprägen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn einer unserer Online Spezial Sinne wegfällt, prägen sich die anderen stärker aus. [Der Tagesspiegel, 06.04.2004]
In der Tat prägt sich das neue Denken nirgendwo so auffällig aus wie in der Presse, in Kunst und Literatur. [Die Zeit, 03.04.1987, Nr. 15]
Die Kinder wachsen, entwickeln sich, ihr Charakter prägt sich aus. [Die Zeit, 10.04.1964, Nr. 15]
Dabei hat es sicher wenig Sinn, wenn ich etwa meinen Studenten sage, wie sie ihren Stil ausprägen sollen. [Süddeutsche Zeitung, 02.05.2001]
Schon begannen die Familienähnlichkeiten sich vollkommen erkennbar bei ihm auszuprägen. [Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 422]
Zitationshilfe
„ausprägen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/auspr%C3%A4gen>.

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