ausradieren

GrammatikVerb · radiert aus, radierte aus, hat ausradiert
Aussprache
Worttrennungaus-ra-die-ren
Wortzerlegungaus-radieren
Wortbildung mit ›ausradieren‹ als Erstglied: ↗Ausradierung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. aus etw. herausradieren
Beispiele:
(falsche) Buchstaben, Linien, Zahlen (zwischen den richtigen) ausradieren
auf einer Liste einen Namen ausradieren
aus einem Buch den Preis ausradieren
2.
nazistisch, übertragen
Beispiel:
eine Stadt (von der Landkarte) ausradieren (= völlig zerstören, auslöschen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

radieren · Radierung · Radiermesser · Radiergummi · ausradieren
radieren Vb. ‘Geschriebenes oder Gezeichnetes wegkratzen, tilgen’, entlehnt (15. Jh.) aus lat. rādere (rāsum) ‘kratzen, schaben, reinigen, glattmachen, abscheren’ (s. ↗rasieren). Im Bereich der bildenden Künste erscheint radieren zu Anfang des 18. Jhs. für ‘eine Zeichnung mit der Radiernadel auf eine Kupferplatte ritzen und diese danach ätzen’; dazu Radierung f. ‘Vorgang bzw. Verfahren des Radierens, im Anschluß daran hergestelltes graphisches Blatt’ (18. Jh.). Radiermesser n. (Ende 15. Jh.), Radiergummi m. (Ende 19. Jh.). ausradieren Vb. ‘durch Radieren tilgen’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
entfernen · ↗liquidieren · ↗vernichten · ↗zerschlagen  ●  ↗aufreiben  militärisch · ↗auslöschen  ugs. · ausradieren  ugs. · ↗dahinraffen  ugs.
Oberbegriffe
  • (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · ↗meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›ausradieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bombe Dorf Erinnerung Gedächtnis Identität Landkarte Rest Spur Stadt Zeichnung als einfach lieb radieren vollständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausradieren‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausradieren‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich heute darüber nachdenke, würde ich die Zeit gern ausradieren.
Bild, 21.03.2006
Trotzdem wird es nicht leicht sein, das Amtsdeutsch von heute auf morgen auszuradieren.
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2004
Dazu kommt, dass die Rechten es geschafft haben, die Wahrnehmung des politischen Charakters der Ökonomie auszuradieren.
Die Zeit, 09.12.2002, Nr. 49
Bei einem seelisch bewegten Menschen wie ihm radiert gerade die Bereitschaft zu »unbedingtem« Einsatz die Moral aus.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 287
Ich möchte den Gerichtshof auch daran erinnern, daß sehr häufig bei übermittelten Befehlen bestimmte Stellen ausradiert wurden, um keine Spuren zu hinterlassen.
o. A.: Zweiundfünfzigster Tag. Mittwoch, 6. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 4403
Zitationshilfe
„ausradieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausradieren>, abgerufen am 18.02.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
ausradeln
ausquetschen
ausquellen
ausquatschen
Ausquartierung
Ausradierung
ausrangieren
Ausrangierung
ausrasen
ausrasieren