ausrenken

Grammatik Verb
Worttrennung aus-ren-ken
Wortzerlegung aus-renken
eWDG

Bedeutung

ein Glied so unglücklich bewegen, dass der Knochen aus der Gelenkpfanne herausspringt
Gegenwort zu einrenken
Beispiele:
sich [Dativ] den Arm, das Bein ausrenken
eine ausgerenkte Schulter
ich hatte mir bei dem Sturz ein Knie ausgerenkt
umgangssprachlich, übertriebensich [Dativ] den Hals (nach jmdm., etw.) ausrenken (= neugierig den Kopf herumdrehen)
landschaftlich, salopp, übertragen
Beispiel:
renk dir bloß nichts aus! (= stell dich nur nicht so ungeschickt an!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

renken · ausrenken · einrenken · verrenken
renken Vb. ‘drehend hin- und herbewegen’, ahd. birenken ‘verrenken’ (10. Jh.), mhd. renken ‘drehend ziehen, hin- und herbewegen’ (mit geschwundenem w-Anlaut), aengl. wrencan ‘drehen, Ränke schmieden’, engl. to wrench ‘einen Ruck geben, reißen, entwinden, drehen, verrenken, verstauchen’ läßt sich mit dem unter ↗Ränke (s. d.) behandelten Substantiv und außergerm. mit aind. abhivlaṅgáḥ ‘Schlinge’, lat. ringī ‘den Mund aufsperren, die Zähne fletschen (mit unwilligem Kräuseln der Nase)’, lit. reñgtis ‘sich schwerfällig bücken, sich krümmen’, dann ‘sich rüsten, sich vorbereiten’ auf ie. *u̯reng- zurückführen. Nicht nasaliert vergleichen sich aind. vṛṇákti ‘wendet, dreht, dreht ab, rauft aus’, lat. vergere ‘sich neigen, sich erstrecken’, aslaw. vrěšti, aruss. vьrgnuti ‘werfen’, russ. otvérgnut’ (отвергнуть) ‘ablehnen’ mit ie. *u̯erg- ‘drehen’, Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. ↗wringen, ↗Wurm). ausrenken Vb. ‘drehend auskugeln’ (Anfang 16. Jh.). einrenken Vb. ‘(ein Gelenk) drehend in die richtige Lage zurückführen’, übertragen ‘wieder in Ordnung bringen’ (19. Jh.). verrenken Vb. ‘auskugeln, verdrehen, verstauchen’, mhd. verrenken ‘verbiegen, umbiegen, herumdrehen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausrenken · ↗verrenken  ●  ↗auskugeln  ugs.

Typische Verbindungen zu ›ausrenken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausrenken‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausrenken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der renkte sich zu Beginn des zweiten Viertels den linken kleinen Finger aus.
Süddeutsche Zeitung, 28.04.2003
Er hat sich zweimal den Fuß gebrochen, sich mehrere Finger ausgerenkt und jetzt bricht er sich die Hand.
Die Zeit, 18.03.2013 (online)
Die große Schwester renkt dem kleineren Bruder den Arm aus.
Wolf, Christa: Störfall: Berlin u. Weimar: Aufbau-Verlag 1987, S. 91
Ev beobachtete mit Unbehagen, daß er nach Sternen greifen konnte, ohne sich den Arm auszurenken oder sich die Finger zu verbrennen.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 49
Er renkte sich fast die Schulter aus, um das Telefon am Armaturenbrett zu erreichen, und sah abwechselnd Angelika und Warstein an.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 316
Zitationshilfe
„ausrenken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausrenken>, abgerufen am 27.01.2021.

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