ausrotten

GrammatikVerb · rottet aus, rottete aus, hat ausgerottet
Aussprache
Worttrennungaus-rot-ten (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-rotten
Wortbildung mit ›ausrotten‹ als Erstglied: ↗Ausrotter · ↗ausrottbar
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdn., etw. vernichten, völlig beseitigen
Beispiele:
Ungeziefer, Unkraut ausrotten
ein Volk, die Ketzer (mit Feuer und Schwert) ausrotten
ein Atomkrieg könnte die Menschheit ausrotten
das Verbrechertum (mit Stumpf und Stiel) ausrotten
den Aberglauben, eine falsche Lehre, das Übel (mit der Wurzel) ausrotten
die Wurzeln des Übels ausrotten
diese Gewohnheit, Unsitte ist schwer auszurotten
[die englische Arbeiterklasse] ist fest über zeugt, daß ... die Allianz der Arbeiter aller Länder schließlich den Krieg ausrotten wird [MarxBürgerkrieg30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ausrotten Vb. ‘vertilgen, vernichten’. Mit ausroden ablautende Nebenform zu ausreuten, mhd. ūʒriuten ‘Bäume, Wurzelstöcke ausreißen, urbar machen’. Zur Herkunft s. ↗roden. Die Präfixbildung erscheint zuerst in ausrutten (bair., 15. Jh.), später vornehmlich im Md. (zu Beginn des 16. Jhs., oft bei Luther) ausrotten ‘ausreißen’ und (metaphorisch) ‘vernichten’. Danach begegnet ausrotten überwiegend mit übertragener Bedeutung; der konkrete Gebrauch verliert sich im 18. Jh. und bleibt schließlich allein mit (aus)roden verbunden.

Thesaurus

Synonymgruppe
ausmerzen · ausrotten · ↗austilgen · ↗beseitigen · ↗exterminieren · ↗tilgen · ↗vernichten  ●  (etwas) den Garaus machen  ugs. · ↗(etwas) plattmachen  ugs. · ↗plätten  ugs.
Assoziationen
  • (jemandem) (den) Lebensfaden abschneiden · ↗auslöschen · ↗ermorden · ins Jenseits befördern · ↗killen · ↗meucheln · tot... · ↗umbringen · ums Leben bringen · zum Schweigen bringen · zur Strecke bringen  ●  (jemandem) das Lebenslicht auslöschen  fig., variabel · ↗töten (absichtlich)  Hauptform · (jemandem) den Garaus machen  ugs. · ↗abmurksen  ugs. · ↗abservieren  ugs., salopp · ↗ausknipsen  ugs., fig., salopp · ↗entleiben  geh. · in die ewigen Jagdgründe schicken  ugs. · ins Gras beißen lassen  ugs., fig. · ins Nirwana befördern  ugs. · ↗kaltmachen  ugs. · ↗totmachen  ugs. · um die Ecke bringen  ugs. · ↗umlegen  ugs. · vom Leben zum Tode befördern  geh. · über die Klinge springen lassen  ugs., fig.
  • auslöschen · ↗eliminieren · ↗löschen · ↗tilgen  ●  ↗annihilieren  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biber Geißel Impfkampagne Indianer Ketzerei Kinderlähmung Lepra Malaria Maser Masern Menschheit Militarismus Nazismus Pest Pocken Rinderseuche Seuche Stiel Stumpf Tierart Ungeziefer Unkraut Ureinwohner Vogelart Wolf Wurzel dezimieren rotten versklaven Übel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausrotten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit Jahrhunderten versucht er, sie in weiten Teilen der Erde auszurotten.
Bild, 19.08.2000
Die neue Regierung versuchte die Tradition mit allen Mitteln auszurotten.
Die Zeit, 10.12.1998, Nr. 51
In den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts waren sie fast ausgerottet und wurden 1937 international unter Schutz gestellt.
o. A. [cs]: Grauwal. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1988]
Wir hätten sie ausrotten, gleich nach dem Anlanden ausrotten sollen.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 428
Diese Männer sind in keiner anderen Lage, abgesehen davon, daß sie versucht haben, Nationen zu berauben und ganze Völker auszurotten.
o. A.: Zwölfter Tag. Dienstag, 4. Dezember 1945. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1945], S. 24834
Zitationshilfe
„ausrotten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausrotten>, abgerufen am 23.10.2019.

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