ausrufen

GrammatikVerb · ruft aus, rief aus, hat ausgerufen
Aussprache
Worttrennungaus-ru-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-rufen
Wortbildung mit ›ausrufen‹ als Erstglied: ↗Ausrufesatz · ↗Ausrufewort · ↗Ausrufezeichen
 ·  mit ›ausrufen‹ als Grundform: ↗Ausruf
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
ein Gefühl in einem plötzlichen Ruf äußern
Beispiele:
etw. begeistert, fröhlich, erstaunt, lachend, triumphierend, unwillkürlich, erschrocken ausrufen
[sie] fuhr so heftig ins Zimmer herein, daß Ida Jungmann beschwichtigend und vorwurfsvoll ausrief: »Gott, ich sage! […]« [Th. MannBuddenbrooks1,252]
2.
etw. rufend bekanntmachen
a)
Beispiele:
etw. öffentlich ausrufen
eine Bekanntmachung, Mitteilung, Nachricht ausrufen (lassen)
der Schaffner ruft die Stationen aus
etw. verkünden, proklamieren
Beispiele:
die Republik, einen (General)streik, den Ausnahmezustand, den (öffentlichen) Notstand ausrufen
jmdn. zum, als Präsidenten ausrufen (= jmds. Wahl, jmds. Amtsantritt als Präsident öffentlich bekanntmachen)
historisch er wurde zum König ausgerufen
umgangssprachlich jmdn. ausrufen
Beispiel:
die Mutter ließ das Kind, das sie im Gedränge verloren hatte, durch Lautsprecher ausrufen (= suchen)
südwestdeutsch, schweizerisch ein Paar als Verlobte bekanntgeben
Beispiel:
Er soll uns ausrufen und einsegnen [H. KurzSonnenwirt270]
b)
etw. rufend zum Verkauf anbieten
Beispiele:
dieses Gemälde ist bei der Versteigerung mit 1000 Euro ausgerufen worden
Es waren die Zeitungsverkäufer, welche die Abendblätter ausriefen [UhseBertram308]

Thesaurus

Synonymgruppe
ausrufen · ↗bekannt machen · ↗bekanntgeben · ↗bekanntmachen · ↗kundgeben · ↗kundtun · ↗mitteilen (lassen) · ↗proklamieren · publik machen · publikmachen · ↗verkünden · verlauten lassen · ↗vermelden · ↗veröffentlichen · wissen lassen · öffentlich bekannt machen · öffentlich machen  ●  ↗(öffentlich) bekannt geben  Hauptform · verlautbaren lassen  floskelhaft · zu Kund und Wissen tun  geh., altertümelnd, variabel
Oberbegriffe
  • (sich) an die Öffentlichkeit wenden (mit) · der Öffentlichkeit zugänglich machen  ●  ↗veröffentlichen  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alarmstufe Alarmzustand Ausnahmezustand Bundesstaat Bündnisfall Generalstreik Gouverneur Kanzlerkandidat Katastrophenalarm Katastrophenfall Kriegsrecht Kriegszustand Landkreis Neuwahl Notstand Palästinenser-Staat Palästinenserstaat Republik Revolution Räterepublik Sieger Staatstrauer Streik Unabhängigkeit Volksrepublik Waffenruhe Waffenstillstand Warnstufe einseitig rufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausrufen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Vereinten Nationen hatten 2002 zum Jahr des Ökotourismus ausgerufen.
Die Welt, 07.03.2003
Ich rufe von hier aus zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit auf.
Süddeutsche Zeitung, 08.02.2001
Er hat auch den Kampf als sofortige Pflicht der islamischen Gemeinschaft auszurufen.
Khoury, Adel Theodor: Heiliger Krieg. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 1030
Man darf nicht laut weinen, nicht beständig leise vor sich hinwimmern und fortwährend ausrufen.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 21793
Dann wurde meine Nummer ausgerufen und ich nahm die Arbeit an.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 190
Zitationshilfe
„ausrufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausrufen>, abgerufen am 17.10.2019.

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