Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aussagen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung aus-sa-gen
Wortzerlegung aus- sagen
Wortbildung  mit ›aussagen‹ als Erstglied: aussagend  ·  mit ›aussagen‹ als Grundform: Aussage
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. bei einer amtlichen, vorgesetzten Stelle vorbringen
Beispiele:
vor Gericht, vor dem Richter, der Polizei gegen, für, über jmdn. aussagen
als Zeuge, unter Eid aussagen
die Wahrheit aussagen
er hatte falsch ausgesagt
2.
etw. zum Ausdruck bringen
Beispiele:
mit diesem Gleichnis wird ausgesagt, dass …
etw. über das Wesen der Dinge aussagen
[ein alter Spruch] welcher aussagt, daß das Glück mit der Jugend ist [ E. M. Arndt1,291]
3.
veraltend es ist nicht auszusagenes ist nicht zu sagen, zu beschreiben
Beispiele:
das Unglück, der Kummer, die Freude ist nicht auszusagen
Hans schien es [das Haus] so tot und ausgestorben, daß es nicht auszusagen war [ RaabeHungerpastorI 1,537]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, afries. sedza, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. – absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Behauptung aufstellen · angeben · aussagen · behaupten · erklären · geltend machen · vortragen (vor Gericht)
Synonymgruppe
(eine) Aussage machen · (sein) Schweigen beenden · (sein) Schweigen brechen · aussagen
Assoziationen
Synonymgruppe
aussagen · zu Protokoll geben
Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›aussagen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aussagen‹.

Angeklagte Belastungszeuge Beschuldigte Bestimmt Entlastungszeuge Falsch Generell Geschädigte Gutachter Gültig Konkret Kronzeuge Kronzeugin Mandant Nachteiliges Prädicat Prädikat Sicher Steuerfahnderin Tabellenplatz Wesentlich Zeuge Zeugin falsch umfassend wahrheitsgemäß übereinstimmend

Verwendungsbeispiele für ›aussagen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie andere einen Mann einschätzen, sagt etwas über seinen Ruf aus. [Der Wachtturm, 1999, Nr. 4, Bd. 120]
Nichts sagt übrigens etwas darüber aus, ob die beiden »verheiratet waren. [Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 22]
Die schulrechtlichen Bestimmungen sagen nichts über die pädagogischen Probleme des Sitzenbleibens aus. [Schaub, Horst u. Zenke, Karl G.: Versetzung. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1995], S. 24535]
Was aber läßt sich dann über ihren »Sitz im Leben« aussagen? [Dinkler, Erich: Altchristliche Kunst. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 6163]
Über die Qualität des Unterrichts aber sagt er wenig aus. [Die Zeit, 02.09.1999, Nr. 36]
Zitationshilfe
„aussagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aussagen>.

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