aussagen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-sa-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-sagen
Wortbildung mit ›aussagen‹ als Grundform: ↗Aussage · ↗aussagend
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etw. bei einer amtlichen, vorgesetzten Stelle vorbringen
Beispiele:
vor Gericht, vor dem Richter, der Polizei gegen, für, über jmdn. aussagen
als Zeuge, unter Eid aussagen
die Wahrheit aussagen
er hatte falsch ausgesagt
2.
etw. zum Ausdruck bringen
Beispiele:
mit diesem Gleichnis wird ausgesagt, dass ...
etw. über das Wesen der Dinge aussagen
[ein alter Spruch] welcher aussagt, daß das Glück mit der Jugend ist [E. M. Arndt1,291]
3.
veraltend es ist nicht auszusagenes ist nicht zu sagen, zu beschreiben
Beispiele:
das Unglück, der Kummer, die Freude ist nicht auszusagen
Hans schien es [das Haus] so tot und ausgestorben, daß es nicht auszusagen war [RaabeHungerpastorI 1,537]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sagen · absagen · Absage · ansagen · Ansage · Ansager · aussagen · Aussage · besagen · entsagen · Entsagung · entsagungsvoll · untersagen · versagen · Versager · zusagen · Zusage · unsagbar · unsäglich
sagen Vb. ‘äußern, aussprechen, reden, behaupten, erklären’, (reflexiv) ‘sich überlegen’, ahd. sagēn (8. Jh.), mhd. sagen, mnl. sāghen (germ. *sagēn) stehen neben der (mit Umlaut bewirkendem j-Suffix gebildeten) Gruppe asächs. seggian, mnd. seggen, mnl. segghen, nl. zeggen, aengl. secgan, engl. to say, anord. segja, schwed. säga (germ. *sagjan). Außergerm. lassen sich vergleichen air. insce ‘Rede’, aithesc ‘Antwort’, lat. īnseque ‘sag an, erzähle’, inquit ‘er sagte’, griech. en(n)épein (ἐν(ν)έπειν) ‘ansagen, verkünden, erzählen’, dazu (Aorist) enispé͞in (ἐνισπεῖν), lit. sakýti (mundartlich noch sèkti) ‘sagen, erzählen’, sèkti ‘(nach)folgen, (nach)spüren’, lett. sekt ‘suchen, ausfindig machen’, aruss. sočiti ‘suchen, ausforschen’, russ. (älter) sočít’ (сочить) ‘suchen, aufspüren’. Für die daraus zu erschließende Wurzel ie. *seku̯- kann man eine Bedeutung ‘wittern, spüren’ (vom Hund bei der Jagd) voraussetzen, die sich einerseits zu ‘zeigen, ankündigen’ und ‘sagen’, andrerseits zu ‘folgen’, auch ‘mit den Augen folgen’ weiterentwickelt hat, so daß auch die unter ↗sehen (s. d.) genannten Formen als Verwandte heranzuziehen sind. absagen Vb. ‘Zugesagtes, Angekündigtes rückgängig machen, etw. aufgeben, darauf verzichten’, mhd. abesagen ‘mit Worten zurückweisen, aufkündigen, rückgängig machen’; Absage f. ‘Ablehnung, Zurücknahme, Verzicht’, mhd. abesage, frühnhd. auch ‘Aufkündigung der Freundschaft, Fehdebrief’; vgl. ahd. abasaga ‘verneinende Aussage’ (um 1000). ansagen Vb. ‘ankündigen, mitteilen’, ahd. anasagēn ‘einwenden, anklagen’ (10. Jh.), mhd. anesagen ‘eingestehen, mitteilen, zusagen, versprechen, anklagen’; Ansage f. ‘Verkündigung, Mitteilung’, ahd. anasaga ‘Aussage’ (10. Jh.), mhd. anesage ‘Aussage, Behauptung, Mitteilung’; Ansager m. ‘wer etw. mitteilt’, heute besonders ‘Sprecher’ (in Rundfunk und Fernsehen), ahd. anasagāri ‘Ankläger’ (10. Jh.), mhd. anesager. aussagen Vb. ‘mitteilen, erklären, ausdrücken’, besonders vor Gericht aussagen, spätmhd. ūʒsagen; Aussage f. ‘Erklärung, Mitteilung, Ausdruck’ (15. Jh.). besagen Vb. ‘bedeuten, ausdrücken’, ahd. bisagēn ‘zusprechen, zuerkennen, auslegen, erklären’ (9. Jh.), mhd. besagen ‘sagen, bezeugen, zusprechen, aussagen, anklagen’. entsagen Vb. ‘verzichten’, ahd. intsagēn ‘freisprechen, sich lossagen’ (8. Jh.), mhd. entsagen ‘Fehde ansagen, entschuldigen, verteidigen, lossagen, vorenthalten, leugnen, verheimlichen’; Entsagung f. ‘Verzicht’ (17. Jh.); entsagungsvoll Adj. ‘schmerzlich verzichtend’ (19. Jh.). untersagen Vb. ‘rügen, verbieten’, ahd. untarsagēn ‘mit Worten darlegen, besprechen, mitteilen’ (9. Jh.), mhd. undersagen, auch (unter dem Einfluß von lat. interdīcere) ‘verbieten’. versagen Vb. ‘abschlagen, verweigern, gestellte Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllen, scheitern’, ahd. firsagēn ‘verweigern, verschmähen, leugnen, nicht zuerkennen, sich lossagen’ (9. Jh.), mhd. versagen ‘absagen, an-, aussagen (bis zum Ende), ableugnen, verweigern, abschlagen, sich lossagen’; Versager m. ‘wer Erwartungen, Anforderungen nicht erfüllt’, älter ‘Verleumder’ (16. Jh.). zusagen Vb. ‘zustimmen, versprechen, gefallen’, mhd. zuosagen; Zusage f. ‘Zustimmung, Versprechen’ (15. Jh.). unsagbar Adj. ‘unaussprechlich, unbeschreiblich’, mhd. unsagebære; auch verstärkend ‘in höchstem Maße’, vgl. unsagbar schlecht. unsäglich Adj. ‘unaussprechlich’, mhd. unsagelich, unsegelich.

Thesaurus

Synonymgruppe
(die) Behauptung aufstellen · ↗angeben · aussagen · ↗behaupten · ↗erklären · geltend machen · ↗vortragen (vor Gericht)
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angeklagte Augenzeuge Ausschuß Eid Gericht Grand Gutachter Jury Kronzeuge Landgericht Prozesstag Prozeß Qualität Sachverständiger Staatsanwaltschaft Untersuchungsausschuß Untersuchungsrichter Verhandlungstag Verhör Vernehmung Zeug Zeuge Zeugin Zustand darüber gestern sagen viel was wenig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aussagen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hätten nicht damit gerechnet, dass das Kind tot sei, sagten mehrere Beamte aus.
Die Zeit, 01.11.2007 (online)
Beim Tennis sagt die Statistik oft nur wenig aus, aber in diesem Fall erzählen die Zahlen die gesamte Geschichte des Matches.
Der Tagesspiegel, 22.01.2005
Wie andere einen Mann einschätzen, sagt etwas über seinen Ruf aus.
Der Wachtturm, 1999, Nr. 4, Bd. 120
Er kann nur überzeugend aussagen, wenn er selbst überzeugt ist.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 118
Es sollte kein Mädchen mehr in die Lage kommen, gegen Sie auszusagen.
Friedländer, Hugo: Massenmörder Hugo Schenk und Genossen vor einem Wiener Ausnahmegerichtshof. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 24724
Zitationshilfe
„aussagen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aussagen>, abgerufen am 13.11.2018.

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