Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ausschütten

Grammatik Verb · schüttet aus, schüttete aus, hat ausgeschüttet
Aussprache 
Worttrennung aus-schüt-ten
Wortzerlegung aus- schütten
Wortbildung  mit ›ausschütten‹ als Erstglied: Ausschüttung
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. aus etw. herausschütten
a)
etw. durch Schütten hinausbefördern
in gegensätzlicher Bedeutung zu einschütten
Beispiele:
den Inhalt des Sackes ausschütten
Wasser, Kartoffeln, Getreide ausschütten
bildlich
Beispiel:
gehobenGaben über jmdn. ausschütten (= jmdn. reich beschenken)
übertragen
Beispiele:
jmdm. seine Sorgen und Nöte, seinen Kummer, Schmerz, Unwillen ausschütten (= sie jmdm. erzählen)
das Kind mit dem Bade ausschütten (= etw. radikal, ohne Berücksichtigung positiver Seiten verurteilen)
b)
etw. durch Schütten leeren
Beispiel:
einen Sack, Korb, Mülleimer ausschütten
bildlich
Beispiel:
Die Kunst hat ja über Venedig ein so reiches Füllhorn ausgeschüttet [ Scheffel3,152]
übertragen
Beispiele:
jmdm. sein Herz ausschütten (= jmdm. alles erzählen, was einen bewegt)
jmdm. sein Inneres, seine Seele ausschütten
sich (vor Lachen) ausschütten können, wollen (= sehr lachen, sich totlachen)
2.
Geldsummen nach einem bestimmten Schlüssel verteilen, auszahlen
Beispiele:
Prämien, Dividenden, Gewinn(quoten) ausschütten
große Beträge für etw. ausschütten (= ausgeben)

Thesaurus

Synonymgruppe
ausschütten · auszahlen

Typische Verbindungen zu ›ausschütten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausschütten‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausschütten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als wir wieder an Land kamen, schüttete ich dem Alten mein Herz aus. [Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 12]
Und er schüttete dem weißen Gott sein übervolles Herz aus. [Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 35]
Man schüttet, mit einem Wort, das Kind mit dem Bade aus. [Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation – Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 35]
Wenn mich einer zum Lachen brachte, schüttete ich ihm mein ganzes Herz aus. [Die Zeit, 14.10.1999, Nr. 42]
Doch schüttet er nicht das Kind mit dem Bade aus? [Die Zeit, 24.09.1998, Nr. 40]
Zitationshilfe
„ausschütten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aussch%C3%BCtten>.

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