Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ausschachten

Grammatik Verb · schachtet aus, schachtete aus, hat ausgeschachtet
Aussprache 
Worttrennung aus-schach-ten
Wortzerlegung aus- schachten
Wortbildung  mit ›ausschachten‹ als Erstglied: Ausschachtung
eWDG

Bedeutung

etw. ausheben, ausschaufeln
Beispiel:
Erde, Boden ausschachten
etw. durch Ausheben, Ausschaufeln herstellen
Beispiel:
ein Fundament, Kanalbett ausschachten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schacht · (aus)schachten
Schacht m. ‘abwärts, meist senkrecht in die Erde führender Grubenbau, Bergwerk, hoher, enger, geschlossener Raum, schmaler Einstieg’. Mhd. (omd.) schacht begegnet zuerst im 13. Jh. Das ursprünglich nd. Wort (vgl. mnd. schacht, mnl. scacht, scaft, nl. schacht, schaft ‘Schaft, Stange, Stock, Speer’) wird aus dem Harzer Bergbau in die erzgebirgische Bergmannssprache übernommen und gelangt von da aus ins Hd. und in andere Sprachen, vgl. z. B. russ. šáchta (шахта), poln. szacht, tschech. šachta, schwed. schakt. Der nd. Form entspricht mhd. schaft ‘(Speer)stange’ (s. Schaft); für den Wechsel von ft und cht s. auch anrüchig, echt, Nichte, Schlucht. Die Ausgangsbedeutung ‘Stock, Speer, Lanze’ geht über in ‘Meßstange’ sowie ‘damit abgesteckte Fläche gleicher Länge und Breite, Quadratrute’ (so noch im Nd. des 18. Jhs. belegt) und wird von daher auf den ‘in die Tiefe führenden Grubenbau’ übertragen. – (aus)schachten Vb. ‘Gruben, Gräben ausheben’ (19. Jh.).

Thesaurus

Assoziationen
  • Abraum · Aushub  ●  Berge  fachspr., Bergbau · Bergematerial(ien)  fachspr., Bergbau
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›ausschachten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausschachten‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausschachten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man hatte aufbauen wollen und ausschachten, Und da lag nun plötzlich dieser schwere Brocken. [Die Welt, 17.09.2003]
Hunderte Brigaden zimmerten, schachteten aus, betonierten und hämmerten und schweißten und schleppten Material. [Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 328]
Der hauptsächlich von Männern gezogene ideologische Trennungsgraben war bereits zu tief ausgeschachtet worden. [Die Zeit, 28.09.1973, Nr. 40]
Ein Haus nach dem anderen wird ausgeschachtet und mit hydraulischen Hebewerken wieder ins Lot gebracht. [Die Zeit, 24.08.1990, Nr. 35]
Das liegt daran, daß Hamburg die Elbe vertieft und in der Stadt mehr gebaut, also, mehr ausgeschachtet wird. [Die Zeit, 25.01.1960, Nr. 04]
Zitationshilfe
„ausschachten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausschachten>.

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