ausschlachten

Grammatik Verb · schlachtet aus, schlachtete aus, hat ausgeschlachtet
Aussprache 
Worttrennung aus-schlach-ten
Wortzerlegung aus- schlachten
Wortbildung  mit ›ausschlachten‹ als Erstglied: Ausschlachtung

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ...
  2. 2. [umgangssprachlich] ...
  3. 3. [umgangssprachlich, abwertend, übertragen] etw. ausnutzen, ausbeuten
eWDG

Bedeutungen

1.
Beispiele:
Schlachtvieh ausschlachten (= seine Eingeweide entfernen und es in Einzelteile zerlegen)
das Schwein wiegt ausgeschlachtet drei Zentner
Felle, Häute ausschlachten (= vom Tierkörper lösen)
2.
umgangssprachlich
Beispiele:
ein altes Auto ausschlachten (= alle noch gebrauchsfähigen Teile herausnehmen)
Trümmer, Ruinen ausschlachten
3.
umgangssprachlich, abwertend, übertragen etw. ausnutzen, ausbeuten
Beispiele:
eine Affäre für seine Zwecke ausschlachten
man versucht, den Fall politisch auszuschlachten
Die Theaterrevolte in Granitz war ein Glücksfall … den man weidlich ausschlachten konnte [ G. Hauptm.2,401]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlachten · ausschlachten · Schlachter · Schlächter · Schlachterei · Schlächterei · Schlachtvieh
schlachten Vb. ‘zur Ernährung bestimmtes Vieh fachmännisch töten’, ahd. slahtōn (um 800), mhd. slahten, auch übertragen ‘(wehrlose) Menschen niedermetzeln, morden’, mnd. mnl. nl. slachten gehören zu den unter Schlacht (s. d.) behandelten Substantiven. ausschlachten Vb. ‘Vieh von Eingeweide befreien, ausweiden’, übertragen ‘in jeder Hinsicht ausnützen, ausbeuten’ (17. Jh.). Schlachter m. (nordd.), Schlächter m. (nordd. und md.) ‘Fleischer’, ahd. slahtāri, slahteri (11. Jh.), mhd. slahtære, (md.) slechtēre. Schlachterei, Schlächterei f. ‘Fleischerei’ (um 1800). Schlachtvieh n. ‘zum Schlachten bestimmtes Vieh’ (17. Jh.); gelegentlich auch übertragen ‘in aussichtsloser militärischer Situation sinnlos geopferte Truppen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein Fahrzeug) ausschlachten · alle verwertbaren Teile ausbauen
Assoziationen
Synonymgruppe
(für seine Zwecke) nutzen · (für seine Zwecke) zu nutzen verstehen · (seinen) Nutzen ziehen (aus) · (sich etwas) zu Nutze machen · (sich etwas) zunutze machen · Gebrauch machen (von) · Kapital schlagen (aus) · Vorteil ziehen (aus) · ausbeuten · ausnutzen · ausnützen · ausschlachten · für seine Zwecke nutzen · für sich nutzen · instrumentalisieren · nutzen  ●  (aus etwas) Kapital schlagen  fig. · (etwas) ausschlachten  fig. · Honig saugen (aus)  geh., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ausschlachten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausschlachten‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausschlachten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Berühmte Söhne also, so sieht man, tun nicht immer gut daran, den Ruhm ihres Vaters zu eigenem Nutzen auszuschlachten. [Die Zeit, 05.02.1951, Nr. 06]
Raab schlachtete den Namen Lisa Loch so richtig fies aus. [Bild, 15.05.2002]
Mal schlachte ich ein Auto aus, dann sortiere ich Teile ins Lager oder bringe Autos zu Kunden. [Bild, 27.10.2000]
Um sie für grüne Politik zu vereinnahmen, werden ihre Fehler nicht korrigiert, sondern ausgeschlachtet. [o. A.: 12 SCHLECHTE GRÜNDE, MIT DENEN DIE GRÜNEN FÜR IHRE WAHL WERBEN. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1986]]
Und wir schlachten diese Vorfälle auch bereits aus, propagandamäßig, verstehst du. [Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 391]
Zitationshilfe
„ausschlachten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausschlachten>.

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