ausschreiben

Grammatik Verb · schreibt aus, schrieb aus, hat ausgeschrieben
Worttrennung aus-schrei-ben
Wortzerlegung aus-schreiben
Wortbildung  mit ›ausschreiben‹ als Erstglied: ↗Ausschreibung  ·  mit ›ausschreiben‹ als Grundform: ↗ausgeschrieben
eWDG

Bedeutungen

1.
Beispiele:
die Rolle für eine Schauspielerin, Stimmen aus einer Partitur ausschreiben (= herausschreiben)
umgangssprachlichein Buch, einen Autor ausschreiben (= gedanklich ausschlachten)
2.
Beispiel:
einen Namen, ein Wort ausschreiben (= in Buchstaben schreiben, nicht abkürzen)
3.
ein Schriftstück ausstellen
Beispiele:
eine Vollmacht, Rechnung, Quittung ausschreiben
ein Attest, einen Krankenschein ausschreiben
4.
etw. öffentlich und schriftlich bekanntgeben
a)
um zur Teilnahme aufzufordern
Beispiel:
einen Wettbewerb ausschreiben
b)
um zur Bewerbung aufzufordern
Beispiel:
eine Stelle ausschreiben
Angebote anfordern
Beispiele:
Lieferungen ausschreiben
eine Wohnung (zum Vermieten) ausschreiben
ein Tier (zum Verkauf) ausschreiben
c)
etw. aussetzen
Beispiel:
einen Preis, eine Belohnung ausschreiben
d)
etw. ansetzen
Beispiel:
eine Versammlung, Wahlen, den Landtag ausschreiben
e)
etw. festsetzen
Beispiel:
Steuern ausschreiben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schreiben · Schreiben · Schrieb · Schreiber · abschreiben · Abschrift · anschreiben · Anschreiben · Anschrift · ausschreiben · beschreiben · Beschreibung · einschreiben · Einschreiben · verschreiben · vorschreiben · Vorschrift · zuschreiben · Zuschrift
schreiben Vb. ‘Buchstaben, Worte, Zahlen, Zeichen, Noten hervorbringen’, ahd. scrīban (8. Jh.), mhd. schrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, beschreiben, anordnen, verordnen, nennen, schildern, malen’, asächs. skrīƀan, mnd. schrīven, mnl. scrīven, nl. schrijven, aengl. scrīfan ‘anordnen, bestimmen, Beichte hören, Strafe auferlegen’, engl. to shrive ‘beichten, die Beichte abnehmen’, aschwed. skrīva ‘schreiben’, schwed. skriva sind Entlehnungen aus lat. scrībere ‘mit einem spitzen Griffel eingraben, einzeichnen, schreiben, (schriftlich) auftragen, anordnen, befehlen, ernennen, festsetzen, (Soldaten) anwerben, ausheben’, die im Germ. starke (nur aschwed. mitunter auch schwache) Flexion annehmen. Der Übergang ins Germ. macht zwei Entlehnungsvorgänge wahrscheinlich, und zwar einen früheren im Sinne von ‘anordnen, bestimmen’ (s. oben aengl. scrīfan und vgl. asächs. biskrīƀan ‘sich kümmern, sich zurückhalten’) und einen späteren im Sinne von ‘(lateinische Schriftzeichen) schreiben’. Die engl. Sonderentwicklung (s. oben) führt dazu, daß für ‘schreiben’ engl. to write eingetreten ist, die alte germ. Bezeichnung für das Einritzen der Runen (s. ↗reißen). Schreiben n. ‘Schriftstück, Brief’ (16. Jh.), substantivierter Infinitiv; dafür umgangssprachlich oft die nach Art der Verbalabstrakta ablautende Bildung Schrieb m. (um 1900). Schreiber m. ‘wer schreibt’, ehemals Berufsbezeichnung, ahd. skrībāri (8. Jh.), mhd. schrībære, auch ‘Kanzler, Notar, Schriftgelehrter, Dichter, Tafelaufseher’. abschreiben Vb. ‘kopieren, aus einem Schriftstück streichen’ (seit mhd. Zeit), ‘eine Summe abbuchen, streichen, schriftlich absagen’ (15. Jh.), ‘ein Schreibgerät abnutzen’ (17. Jh.), mhd. abeschrīben. Abschrift f. ‘Kopie’, mhd. abeschrift. anschreiben Vb. ‘sichtbar aufschreiben’, mhd. aneschrīben; dann auch ‘(eine Geldsumme) zu späterer Bezahlung notieren, Waren auf Kredit geben’ (15. Jh.), daher gut oder schlecht angeschrieben sein ‘einen guten oder schlechten Ruf haben’ (17. Jh.); heute auch ‘an jmdn. schreiben’ (20. Jh.), möglicherweise Neubildung zu Anschreiben n. ‘Brief’ (16. Jh.). Anschrift f. ‘Briefaufschrift’ (17. Jh., Zesen). ausschreiben Vb. ‘herausschreiben, (eine vakante Stelle u. dgl.) bekanntgeben, nicht abkürzen’, mhd. ūʒschrīben ‘herausschreiben, bekanntmachen’. beschreiben Vb. ‘mit Worten schildern, darstellen, mit Schriftzeichen bedecken’, mhd. beschrīben ‘schreiben, aufzeichnen, schildern, schriftlich auffordern zu kommen’; Beschreibung f. ‘Schilderung’, mhd. beschrībunge. einschreiben Vb. ‘schriftlich eintragen’ (15. Jh.); Einschreiben n. seit 1875 für Rekommandation ‘eine durch Aushändigung einer Empfangsbestätigung besonders registrierte Postsendung’, eigentlich ‘eine (zur sorgfältigen Beförderung) empfohlene Postsendung’. verschreiben Vb. ‘verordnen, beim Schreiben versehentlich Fehler machen’ (17. Jh.), sich jmdm., einer Sache verschreiben ‘verpflichten, übergeben’ (18. Jh.), mhd. verschrīben ‘(auf)schreiben, verzeichnen, schriftlich festsetzen, beschreiben, schriftlich mitteilen, zuerkennen’. vorschreiben Vb. ‘als Muster schreiben, Anweisung erteilen’ (16. Jh.), älter ‘vor etw. schreiben’, ahd. furiscrīban ‘an den Anfang schreiben’ (11. Jh.), mhd. vorschrīben. Vorschrift f. ‘Muster zum Nachschreiben’ (17. Jh.), ‘Anweisung für Verhalten und Tun’ (18. Jh.); vgl. ahd. forascrift ‘Vorangeschriebenes, Überschrift, Titel’ (um 1000). zuschreiben Vb. ‘jmdn. für den Urheber von etw. halten, erklären, etw. auf jmdn. zurückführen, ihn mit etw. in Verbindung bringen’ (16. Jh.), ahd. zuoscrīban ‘schriftlich hinzu-, anfügen’ (10. Jh.), spätmhd. zuoschrīben ‘schriftlich zusichern, melden’. Zuschrift f. ‘Hinzugeschriebenes’ (16. Jh.), ‘eine Art Vorwort an den Leser eines Buches’ (17. Jh.), ‘Brief’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausloben · ausschreiben

Typische Verbindungen zu ›ausschreiben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausschreiben‹.

Verwendungsbeispiele für ›ausschreiben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach Korrekturen erhält er 1997 einen 1908 dafür ausgeschriebenen Preis.
Die Zeit, 27.06.2013 (online)
Wo der eine genau hinhören muss, um sich ein Wort einzuprägen, will der andere es ausgeschrieben sehen.
Süddeutsche Zeitung, 20.08.2003
Die Kassiererin am Eingang schrieb in deutscher Schrift einen Bon aus.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 957
Rosch schrieb am Ende des ersten Jahres von Gründorn aus.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 856
Ich beabsichtige nicht, hier die Gründung unserer ostafrikanischen Kolonie noch einmal eingehend zu schildern, und ich habe keine Luft, mich selbst auszuschreiben.
Peters, Carl: Lebenserinnerungen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 35398
Zitationshilfe
„ausschreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausschreiben>, abgerufen am 19.04.2021.

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