ausstaffieren

GrammatikVerb · staffiert aus, staffierte aus, hat ausstaffiert
Aussprache
Worttrennungaus-staf-fie-ren
HerkunftFranzösisch → Niederländisch
Wortzerlegungaus-staffieren
Wortbildung mit ›ausstaffieren‹ als Erstglied: ↗Ausstaffierung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich, jmdn. mit allem Nötigen, besonders Kleidung versehen, ausstatten
Beispiele:
umgangssprachlich sich, jmdn. vollständig neu ausstaffieren
umgangssprachlich wir haben uns für die Reise ins Gebirge ausstaffiert
veraltend etw. ausstaffieren
Beispiel:
Das Zimmer ist mit Möbelstücken im Stile der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ausstaffiert [G. Hauptm.SonnenuntergangV]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft sich, jmdn., etw. herausputzen
Beispiele:
sie hatte ihre Tochter sonntäglich ausstaffiert
daß er das orangefarbene Schärpenband noch trug, mit dem man ihn ... ausstaffiert hatte [KasackStadt403]
Bachantinnen kommen die Treppen herab ... als Hexen ausstaffiert (= verkleidet) [R. Dehmel10,44]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ausstaffieren · staffieren · Staffage
ausstaffieren Vb. ‘ausstatten, ausrüsten’, meist ‘mit Kleidung, Wäsche versehen’, in der 2. Hälfte des 16. Jhs. aus mnd. nd. ūtstoffēren (15. Jh.) ins Hd. aufgenommen. Der Präfixbildung geht älteres gleichbed. mnd. mnl. stoffēren, mnd. auch staffēren, vorauf, daraus das heute seltene staffieren Vb. (Anfang 16. Jh.), das aus gleichbed. afrz. estofer (frz. étoffer) entlehnt ist. Zur Etymologie s. ↗Stoff. Zu staffieren gehört die mit französierender Endung -age gebildete Ableitung Staffage f. ‘Ausschmückung, Beiwerk’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausrüsten · ausstaffieren · ↗ausstatten · ↗befüllen · ↗bestücken · ↗versehen · ↗wappnen
Synonymgruppe
(sich) aufhübschen · ↗(sich) auftakeln · (sich) ausstaffieren · (sich) fein machen · ↗(sich) herausputzen · (sich) in Staat werfen · (sich) schick anziehen · (sich) schick machen · ↗(sich) schön machen · (sich) stadtfein anziehen  ●  ↗(sich) aufbrezeln  ugs. · ↗(sich) aufdonnern  ugs. · (sich) auftussen  ugs. · (sich) hochstylen  ugs. · (sich) in Schale schmeißen  ugs. · (sich) in Schale werfen  ugs. · (sich) piekfein anziehen  ugs. · (sich) piekfein machen  ugs. · ↗(sich) stylen  ugs. · ↗(sich) zurechtmachen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bühne Dame Detail Fahne Hut Jacke Kleid Kostüm Marmor Möbel Perücke Pflanze Puppe Regisseur Requisit Schaufenster Stil Teppich Wohnzimmer Zimmer bemalen gern staffieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausstaffieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor allem aber verstand es Kohl, Politik auch textil auszustaffieren.
Die Zeit, 10.03.2008, Nr. 11
In anderen Ländern, besonders in Frankreich und England, käme es keinem Manne in den Sinn, sich in dieser Art auszustaffieren.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6556
Sogar wenn sich Mitarbeiter dagegen ausgesprochen hatten, wurden sie mit neuen Möbeln ausstaffiert.
Der Tagesspiegel, 26.10.2003
Farbe muß ins Bild - also läßt er den Requisiteur den kahlen Fels mit Plastikgrün ausstaffieren.
Der Spiegel, 09.10.1989
Vor allem scheint es geboten, Kinder nicht wie Erwachsene auszustaffieren, sie zu lebendigen Statussymbolen herauszuputzen.
Ichenhäuser, Ernst Z.: Erziehung zum guten Benehmen, Berlin: Volk u. Wissen 1983, S. 68
Zitationshilfe
„ausstaffieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausstaffieren>, abgerufen am 24.10.2019.

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