ausstellen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungaus-stel-len (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-stellen
Wortbildung mit ›ausstellen‹ als Erstglied: ↗Aussteller · ↗Ausstellerfirma
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
jmdn., etw. auf einen bestimmten Platz zu einer bestimmten Aufgabe stellen, verteilen
Beispiele:
Wachen, Posten, Postenketten ausstellen
Fallen ausstellen
Signallampen ausstellen
2.
umgangssprachlich etw. ausschalten
Beispiel:
wenn der Ventilator längst ausgestellt war [BöllHaus14]
3.
etw. zur Schau stellen (zum Zweck des Verkaufs)
Beispiele:
Waren ausstellen
auf der Messe stellten viele Länder (ihre Erzeugnisse) aus
Gemälde ausstellen
ein Teil der ausgestellten Werke ist verkäuflich
in den Schaufenstern waren viele leckere Dinge ausgestellt
Die Geschenke der Könige für das Haus Davids waren öffentlich ausgestellt [WerfelJeremias402]
Zwei Tage später war in dem düsteren Hausgang die Leiche ausgestellt [Storm6,254]
4.
ein Schriftstück anfertigen, ausschreiben
Beispiele:
(jmdm.) einen Pass, eine Urkunde, Bescheinigung, ein Attest, eine Vollmacht, einen Wechsel, Schuldschein, eine Rechnung, Quittung ausstellen
der Arzt stellte den Totenschein aus
die Schule stellt dem Schüler das Reifezeugnis aus
übertragen jmdm. ein Zeugnis ausstellenüber jmdn. ein Urteil fällen
Beispiele:
diese Tatsache stellt ihm kein gutes Zeugnis aus
sich [Dativ] ein Armutszeugnis ausstellen (= sich eine Blöße geben)
übereinstimmend mit dem Zeugnis, welches sie selbst, die Wirtin, ihrem Mieter ausgestellt habe [HeyseI 3,228]
5.
an jmdm., etw. etwas ausstellen
Grammatik: meist im Inf. mit »zu«
Beispiele:
er hatte allerhand an dir auszustellen
Was gibt's aufs neu denn an ihm auszustellen? [SchillerPiccolominiI 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stellen · Stelle · Stellmacher · Stellvertreter · Stellung · Stellage · abstellen · anstellen · Angestellter · Anstellung · ausstellen · Ausstellung · bestellen · entstellen · herstellen · wiederherstellen · Hersteller · Herstellung · nachstellen · verstellen · Verstellung · vorstellen · Vorstellung
stellen Vb. ‘an einem Ort zum Stehen bringen, aufstellen’, ahd. stellen (8. Jh.), mhd. stellen, stallen (Prät. mit Rückumlaut ahd. stalta, mhd. stalte, s. auch ↗Anstalt, ↗Gestalt), asächs. stellian ‘hinstellen’, mnd. mnl. nl. stellen, aengl. stellan sind im Sinne von ‘an einem Standort aufstellen’ gebildet zu germ. *stalla- ‘Standort, Platz’ (s. ↗Stall). Stelle f. ‘Ort, Platz, Amt, Behörde’, Rückbildung des 16. Jhs. aus dem Verb, eigentlich ‘Platz, Ort, wo etw. steht’; vgl. mhd. himelstelle ‘Stelle, Sitz im Himmel, Himmelsthron’. Stellmacher m. ‘wer Gestelle für Wagen herstellt’, spätmhd. (omd.) stellemacher, im Nordd. und Omd. verbreitet, zum ja-Stamm Stell n. ‘Gestell’ (frühnhd. bis ins 17. Jh., noch mundartlich im Nordd.), vgl. ahd. -stelli in forastelli ‘Stuhlverstopfung’ (um 1100); s. auch ↗Bettgestell. Stellvertreter m. ‘wer im Auftrag und Namen eines anderen handelt’ (17. Jh.). Stellung f. ‘das Stellen, Körperhaltung, Stand, Anordnung, Lage, Amt, Posten, militärisch befestigter Punkt bzw. Abschnitt’, mhd. stallunge, stellung; vgl. stellungslos (Ende 19. Jh.). Stellage f. ‘Gerüst, Gestell’, Übernahme (16. Jh.) von nl. stellage ‘Bau- oder Schaugerüst’, einer Bildung mit frz. Endung zu mnl. stellen (s. oben). abstellen Vb. ‘etw. abschaffen, beseitigen’ (15. Jh.), ‘niedersetzen’ (16. Jh.), ‘außer Betrieb setzen, abschalten, auf etw. abzielen’ (18. Jh.). anstellen Vb. ‘nahe woran stellen, lehnen, in eine Stelle, ein Amt einsetzen, bewerkstelligen, unternehmen, anstiften, zum Fließen, Strömen bringen’, reflexiv ‘sich anreihen’, mhd. anestellen ‘einstellen, aufschieben’; Angestellter m. ‘in einem abhängigen Arbeitsverhältnis Stehender’ (Anfang 19. Jh.); Anstellung f. ‘Arbeitsverhältnis, Arbeitsplatz’ (19. Jh.), ‘Einrichtung, Anordnung, Bewirkung’, auch ‘Aufschub’ (15. Jh.), Anstellung machen (17. Jh.) für älteres Anstalt(en) machen (s. ↗Anstalt). ausstellen Vb. ‘anfertigen, öffentlich zur Schau stellen, bemängeln, kritisieren’, auch ‘hinausstellen’ (15. Jh.); Ausstellung f. ‘öffentliches Zurschaustellen einer Sammlung o. ä., Ausfertigung, Bemängelung’ (17. Jh.). bestellen Vb. ‘in Auftrag geben, anfordern, bearbeiten, (eine Botschaft) ausrichten’, ahd. bistellen ‘besetzen, bekränzen’ (9. Jh.), mhd. bestellen ‘von allen Seiten umstellen, besetzen, einsäumen, einstellen, anordnen, besorgen, instand setzen’. entstellen Vb. ‘verunstalten’, mhd. entstellen, auch reflexiv ‘sich verstellen’, eigentlich ‘aus der rechten Stellung oder Form bringen’. herstellen Vb. ‘an einen bestimmten Platz stellen, restaurieren, anfertigen, produzieren’ (16. Jh.); wiederherstellen Vb. ‘in den alten Zustand versetzen, ausbessern, reparieren’ (18. Jh.); Hersteller m. ‘Produzent’ (19. Jh.), anfangs auch ‘Restaurator’; Herstellung f. ‘das Anfertigen, Produktion, Verlagsabteilung für typographische Gestaltung und Kalkulation der Bücher’ (19. Jh.). nachstellen Vb. ‘auflauern, verfolgen’ (16. Jh.; eigentlich Schlingen, Fallen stellen). verstellen Vb. ‘verbarrikadieren, an einen anderen Platz stellen, falsch stellen’, übertragen (reflexiv) ‘sich anders geben, als man ist, etw. vortäuschen’, mhd. verstellen ‘zum Stehen bringen, im Fließen aufhalten, (sich) verwandeln, verunstalten, unkenntlich machen’; Verstellung f. ‘Umstellung, Verunstaltung, (Vor)täuschung’ (15. Jh.). vorstellen Vb. ‘nach vorn stellen, bekannt machen’, reflexiv ‘sich ein geistiges Bild machen’ (16. Jh.); Vorstellung f. ‘das Bekanntmachen, geistiges Bild, Idee, Aufführung, Einwand, Vorhaltung’ (um 1600).

Thesaurus

Synonymgruppe
auflegen · ↗ausgeben (Banknoten) · ausstellen · ↗emittieren · ↗herausgeben · in Umlauf bringen · in Umlauf setzen · in Verkehr bringen · ↗verbreiten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armutszeugnis Beratungsschein Beratungsstelle Bescheinigung Blankoscheck Freibrief Galerie Gemälde Haftbefehl Kunstwerk Künstler Museum Paß Persilschein Quittung Rechnung Rezept Schaufenster Scheck Schein Skulptur Spendenquittung Totenschein Visum Vitrine Werk Zeichnung Zertifikat Zeugnis stellen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ausstellen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bis jetzt wurden diese lediglich für 60 meiner 900 Kämpfer ausgestellt.
Die Welt, 22.01.2000
Falls die Bahn ihre Pläne verwirkliche, werde er die Werke dort nicht mehr ausstellen.
Der Tagesspiegel, 21.10.1998
Den Kaffee, der ins Meer geschüttet wird, braucht man nicht erst auszustellen.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 362
Ich kann den Mist nicht mehr hören und stelle das Radio aus.
Dückers, Tanja: Spielzone, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2002 [1999], S. 88
Zum dritten Mal in diesem Jahrhundert wird dort der Heilige Rock ausgestellt.
o. A. [zb]: Heilig-Rock-Wallfahrt. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1996]
Zitationshilfe
„ausstellen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ausstellen>, abgerufen am 17.11.2019.

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