Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

aussterben

Grammatik Verb · stirbt aus, starb aus, ist ausgestorben
Aussprache  [ˈaʊ̯sʃtɛʁbn̩]
Worttrennung aus-ster-ben
Wortzerlegung aus- sterben
Wortbildung  mit ›aussterben‹ als Erstglied: Aussterbeetat  ·  mit ›aussterben‹ als Grundform: ausgestorben
eWDG

Bedeutung

ohne Nachkommen bleiben und dadurch aufhören zu existieren
Beispiele:
dieses Geschlecht ist ausgestorben
seine Familie ist bis auf entfernte Verwandte ausgestorben
diese Linie des Herrscherhauses ist ausgestorben
eine ausgestorbene Pflanzengattung, Tiergattung
nach der Eiszeit starb das Mammut aus
die Naturschutzbewegung sucht das Aussterben stark dezimierter Arten aufzuhalten
umgangssprachlich, scherzhaftdie Dummen sterben nicht aus
bei einer Seuche ist das ganze Dorf ausgestorben (= alle Einwohner sind gestorben)
a)
übertragen (wie) ausgestorben (= menschenleer, verödet)
Beispiele:
das Haus, die Stadt, Gegend, alles war wie ausgestorben
die Straßen lagen (wie) ausgestorben da
einsame, ausgestorbene Wege
b)
etw. stirbt aus (= mit etw. geht es zu Ende)
Beispiele:
diese Mundart, Tracht, dieses Handwerk stirbt langsam aus
Dafür ist aber wohl gesorgt […] daß Übermut nicht ausstirbt […] [ Tieck17,42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterƀan, mnd. mnl. nl. sterven, afries. sterva, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ (westgerm. *sterban) ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterƀo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. – absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
aussterben · erlöschen · untergehen

Typische Verbindungen zu ›aussterben‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aussterben‹.

Verwendungsbeispiele für ›aussterben‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Viele der dort einst heimischen Arten sind wohl ausgestorben, bevor sie von Forschern entdeckt werden konnten. [Die Zeit, 06.02.2012, Nr. 06]
Wenn es immer erfolglos wäre, dann wäre dieser Brauch längst ausgestorben. [Die Zeit, 23.01.2012, Nr. 04]
Aber auch Tanz, der nur auf künstliche Haltung gestellt war, starb zu gleicher Zeit nicht aus. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 422]
Dann habe ich mit den Genen anderer ausgestorbener Tiere gearbeitet. [Die Zeit, 28.11.2011, Nr. 48]
Schließlich gab es aber weltweit immer weniger von ihnen, und zeitweise schien es, als sei das Bunny ausgestorben. [Die Zeit, 14.03.2011, Nr. 11]
Zitationshilfe
„aussterben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aussterben>.

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