aussterben
GrammatikVerb · stirbt aus, starb aus, ist ausgestorben
Aussprache
Worttrennungaus-ster-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungaus-sterben
Wortbildung mit ›aussterben‹ als Erstglied: ↗Aussterbeetat  ·  mit ›aussterben‹ als Grundform: ↗ausgestorben
eWDG, 1967

Bedeutung

ohne Nachkommen bleiben und dadurch aufhören zu existieren
Beispiele:
dieses Geschlecht ist ausgestorben
seine Familie ist bis auf entfernte Verwandte ausgestorben
diese Linie des Herrscherhauses ist ausgestorben
eine ausgestorbene Pflanzengattung, Tiergattung
nach der Eiszeit starb das Mammut aus
die Naturschutzbewegung sucht das Aussterben stark dezimierter Arten aufzuhalten
die Dummen sterben nicht aus umgangssprachlich, scherzhaft
bei einer Seuche ist das ganze Dorf ausgestorben (= alle Einwohner sind gestorben)
(wie) ausgestorben übertragen menschenleer, verödet
Beispiele:
das Haus, die Stadt, Gegend, alles war wie ausgestorben
die Straßen lagen (wie) ausgestorben da
einsame, ausgestorbene Wege
etw. stirbt ausmit etw. geht es zu Ende
Beispiele:
diese Mundart, Tracht, dieses Handwerk stirbt langsam aus
Dafür ist aber wohl gesorgt ... daß Übermut nicht ausstirbt [Tieck17,42]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sterben · absterben · aussterben · ersterben · versterben · Verstorbener · sterbenskrank · Sterbenswörtchen · sterblich · Sterblichkeit · unsterblich · Unsterblichkeit
sterben Vb. ‘das Leben verlieren’. Das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. sterban (9. Jh.), mhd. sterben, asächs. sterҍan, mnd. mnl. nl. sterven, aengl. steorfan, engl. to starve ‘vor Hunger und Durst umkommen’ ist verwandt mit ahd. sterbo ‘Pest, Tod’ (9. Jh.), mhd. sterb(e) ‘das Sterben, Tod, ansteckende Krankheit, Pest’, asächs. -sterҍo, aengl. steorfa ‘Pest’, anord. stjarfi ‘Starrkrampf’, stirfinn ‘halsstarrig, trotzig’, starfa ‘sich abmühen’ und mit mir. ussarb (aus *uks-sterbhā) ‘Tod’, griech. stérphos (στέρφος) ‘Haut, Fell, Hülle’, russ. (älter) stérbnut’ (стербнуть) ‘fest, hart werden, erstarren, absterben’ sowie den s-losen Formen lat. torpēre ‘erstarrt, betäubt, gefühllos, taub sein’, lit. tir̃pti ‘erstarren, gefühllos werden’, aslaw. trьpěti ‘ertragen’, russ. terpét’ (терпеть) ‘leiden, dulden’. Alle Bildungen sind auf ie. *(s)terp-, *(s)terbh- rückführbar, eine Labialerweiterung der unter ↗starren (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’, so daß für das germ. Verb von einer verhüllenden Bedeutung ‘steif, starr werden’ auszugehen ist. absterben Vb. ‘das Leben beenden, eingehen, welken’, mhd. abesterben, rechtssprachlich ‘durch den Tod des Besitzers frei werden’; seit dem 18. Jh. auch ‘gefühllos werden’ (durch Druck, Abschnürung, Kälte). aussterben Vb. ‘untergehen, aufhören zu existieren, sich verlieren’ (15. Jh.). ersterben Vb. ‘vergehen’, ahd. irsterban (8. Jh.), mhd. ersterben ‘(ab)sterben’. versterben Vb. ‘sterben’, mhd. versterben; Verstorbener m. substantiviertes Part.adj. (16. Jh.). sterbenskrank Adj. ‘sehr krank’ (17. Jh.), anfangs neben sterbekrank Sterbenswörtchen n. in der Fügung kein Sterbenswörtchen ‘überhaupt nichts’ (19. Jh.), verkürzt aus kein sterbendes (‘schwaches, vergängliches’) Wörtchen (18. Jh.); vgl. auch kein Sterbenswort (18. Jh.). sterblich Adj. ‘dem Tod unterworfen, vergänglich’, mhd. sterblich; vgl. ahd. stirbīg (9. Jh.); Sterblichkeit f. ‘Vergänglichkeit, Zahl der Todesfälle’, mhd. sterbelīcheit; unsterblich Adj. mhd. unsterbelich; vgl. ahd. unstirbīg (11. Jh.); Unsterblichkeit f. mhd. unsterbelīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brauch Dinos Dinosaurier Dummen Fischarten Gattung Mammut Mannesstamm Menschheit Neandertaler Nutztierrasse Pflanzenarten Populationen Rassen Saurier Spatzen Spezies Stör Tante-Emma-Läden Tierarten Unterart Unvernünftigen Vogelarten Wildbahn Zeitzeugen allmählich irgendwann langsam niemals sterben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›aussterben‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn Mann nicht mehr sicher sein kann, dass die käufliche Dame auch wirklich still hält, könnte das älteste Gewerbe der Welt bald aussterben.
Der Tagesspiegel, 25.08.2003
Immer mehr Populationen von wissenschaftlich definierten Arten sterben aus, ohne, wie in der Evolution, im etwa gleichen Rhythmus durch neue ersetzt zu werden.
Süddeutsche Zeitung, 23.03.1996
Aber auch Tanz, der nur auf künstliche Haltung gestellt war, starb zu gleicher Zeit nicht aus.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 422
Jan sagte mir nach dem Vortrag, diese Art des Sprechens sterbe bei uns mit mir aus.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1957. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1957], S. 990
Das Fixieren von Gästen an anderen Tischen in öffentlichen Lokalen oder im Theater ist auch so eine Unsitte, die nicht aussterben will.
Martin, Hans: Darf ich mir erlauben ...?, Stuttgart: Hädecke 1935, S. 87
Zitationshilfe
„aussterben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/aussterben>, abgerufen am 22.09.2017.

Weitere Informationen …